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Slowenien – ein Land für Naturliebhaber

Ich reise gerne und oft bin ich am Überlegen welches Land auch mit kleinem Budget bereist werden kann. Meine bessere Hälfte wollte unbedingt zu einem Metalfestival nach Slowenien und er fragte mich ob ich nicht mitkommen wollte. Sofort habe ich mich im Internet nach dem kleinen Land, was für viele nur als Durchreiseland zu Kroatien bekannt ist, informiert. Ich war sofort von der großartigen unberührten Natur begeistert. Ich liebe die Natur und bin sehr gerne draußen. Und Slowenien ist sehr grün, ein Paradies für Wanderer, Radsportler und Wassersport-Freaks, die sich auf der smaragdgrünen Soča tummeln. Jedes fünfte Auto was einem entgegenkommt hat ein Kajak, Kanu oder Schlauchboot auf dem Dach.

Anreise

Da wir im Urlaub immer mobil sein möchten, haben wir uns entschlossen mit unserem kleinen, 15 Jahre alten Auto (ja, das hat super funktioniert), die 1075 km bis in die Region Goriska zu fahren. Da ich die ganze Strecke alleine fahren musste, sind wir schon einen Tag früher losgefahren, um nicht die ganzen Kilometer in eins durchfahren zu müssen. Es ging freitags direkt nach der Arbeit los. Bis zur Übernachtungsmöglichkeit, in Wiesent, eine Gemeinde im oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern, haben wir wegen mehreren Staus 8 Stunden gebraucht. Gut das wir in dieser Unterkunft auch nachts ankommen konnten. Ich habe so etwas schon geahnt und mich um eine Unterkunft gekümmert, zu der man zu jeder Zeit anreisen kann, auch für nur eine Nacht. Das ist in der Hauptsaison nicht immer so einfach etwas passendes zu finden. Ich hatte Glück, es war das letzte freie Zimmer im Haus. Der Zimmerschlüssel wurde an ein abgemachtes Plätzchen gelegt. Und ich bin um 1:30 Uhr tot ins Bett gefallen. Am nächsten Tag, gut ausgeschlafen und ordentlich gefrühstückt, ging es über Österreich und Italien nach Slowenien. Am besten in Österreich noch einmal volltanken. Dort ist es am günstigsten! Ich ziehe es meistens vor kleinere Straßen zu fahren um mehr von der Landschaft zu sehen und auch anhalten zu können um zu fotografieren. Von Wiesent nach Bovec, etwa 450 km – je nachdem wie man fährt, sind wir noch einmal 8 Stunden unterwegs gewesen. Aber wie gesagt, es waren auch viele kleinere Straßen dabei, die wir gefahren sind. Von Italien, durch den Ort Tarvisio, ging es über den schmalen Predilpass Richtung Bovec. Der Predilpass ist 1156 m hoch. Der Ausblick auf die Berge ist traumhaft. Endlich wieder Berge!

Bovec – im Tal der Soča

Bovec liegt im Nordwesten von Slowenien in den Julischen Alpen, direkt am Triglav Nationalpark. Der Ort lebt hauptsächlich vom Tourismus. Es gibt hier viele Unterkünfte und Zeltplätze. Im Sommer werden Wander-, Kajak-, und Rafting Touren angeboten. In den Sportgeschäften kann alles gekauft werden, was für die Outdoor-Aktivitäten gebraucht wird.

In der ersten Woche hatte ich eine kleine Ferienwohnung (für nur 130 €/8 Tage, für eine Person in der Hauptsaison!) in Čezsoča. Meine bessere Hälfte hat sich auf dem MetalDays in Tolmin ausgetobt. Die nächste Woche hatten wir dann zusammen eine Ferienwohnung im Hauptort Bovec. In Bovec tummeln sich die Outdoor Freaks. Alle sehen sportlich aus und sind auch sportlich gekleidet. In der Gegend um Bovec wurden sogar einige Szenen vom Film „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ gedreht. Das Flusstal von Bovec sieht landschaftlich ähnlich aus wie Neuseeland, wo auch einige Teile des Films gedreht wurden.

Slowenien-Soca-Rinnen-1

Soča-Rinnen

Die Soča (liegt direkt an der Ortschaft Čezsoča) ist der schönste Fluss den ich je gesehen habe. Glasklar, smaragdgrün, wild und ursprünglich. Mal zwängt sich das Wasser durch enge Schluchten, mal ist das Flussbett breit und geschwungen. Die Quelle des Flusses entspringt im Trenta Tal in den Julischen Alpen. Auf den Weg in den Süden hat die Soča viele Klammen und Schluchten geformt. Über zahlreiche zum Teil abenteuerliche Hängebrücken kann der Fluss überquert werden. In einigen ausgeformten Trögen habe ich sogar die Soča-Forelle gesehen.

Auch einige Bergseen sind sehr beeindruckend. Meine erste mittelschwere Bergwanderung ging zum Krn-See. Der See ist nur zu Fuß zu erreichen. Ist der etwas anstrengende Aufstieg erst einmal geschafft, belohnt der schöne Ausblick in die Bergwelt und ihre Seen. Der kleinere Duplje-See, etwas versteckt und über einen schmalen Pfad zu erreichen, hat mir persönlich besser gefallen als der größere Krn-See.

Wanderwege auf dem Gebiet von Bovec

* Soča-Weg (Soška pot)
* Weg des Friedens (Pot miru)
* Alpe Adria Weg (pot Alpe Adria)
* Mangart
* Krn-See (Krnsko jezero)
* Karster Felsplateau Kriški podi
* Triglav

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Meine Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

* Vršič-Pass
* Quelle der Sava
* Soča
* Krn-See (Krnsko jezero)
* Wasserfall Kozjak
* Wasserfall Boka
* Tolminer Klammen
* Vintgar-Klamm
* Piran

Auf den Gipfel des Slemenova Špica 1911 m – Julische Alpen

Eine aussichtsreiche Bergtour mit grandiosem Rundumblick! Wandern in den Bergen Sloweniens ist immer wieder ein Highlight!

Die Julischen Alpen sind und bleiben für mich mein liebstes Wandergebiet. Der Triglav Nationalpark in den Julischen Alpen ist Natur pur und nicht so überlaufen wie andere Bergregionen. Auf den meisten Touren in Slowenien treffe ich nur wenige Wanderer oder bin alleine auf den Wegen unterwegs. Viele Tiere sind hier zu beobachten. Ich höre oft Murmeltiere, bekomme sie meistens aber nur noch von hinten zu sehen. Auf der Wanderung zum Gipfel des Slemenova Špica habe ich zahlreiche Gämsen gesehen. Jung- sowie Alttiere. Zwei Gämsen bewegten sich in einer fast senkrechten Wand. Alpenkrähen fliegen krächzend ihre Bahnen vor den Felswänden.

Leichter Anstieg mit Blick Richtung Berghütte Dom V Tamarju
Wasserfall Črna

Festes Schuhwerk ein Muss!

Unterhalb der Berge fängt die Tour erst einmal ganz gemütlich an. Kurz hinter der Berghütte Dom V Tamarju weist ein Schild darauf hin, dass es hier nur noch mit festem Schuhwerk weiter geht. Und das auch nur für geübte Bergwanderer! Ich war gespannt was auf mich zukommt. Es kann in den Slowenien recht abenteuerlich zugehen, wenn man so wie ich vom Flachland kommt und nur ein paar Hügel kennt.

Blick aus der Schlucht

Kleinen Stärkung bevor es durch die Schlucht geht

Auf der Berghütte erst einmal noch eine kleine Stärkung und dann ging es auch schon los. Direkt am hohen Wasserfall Črna vorbei und durch die große felsige Schlucht. Hier halten sich bis in den Sommer noch Schneereste. In der Schlucht mussten oft meine Hände helfen um über die großen Felsen zu kommen. Leider habe ich mich hier trotz Navigation etwas verlaufen. Es war nicht immer so einfach zwischen den großen Felsen den Überblick zu behalten. Nach eine halben Stunde habe ich endlich den ziemlich steilen Zickzack-Weg gefunden. Ab hier ging es dann stetig bergauf, mit immer schöneren Ausblicken auf die umliegenden Berge. Im Sommer ist es in Slowenien, auch in den Bergen, sehr heiß. Genug Wasser mitnehmen, langsam laufen und viele Pausen machen! Weiter oben in den Bergen kamen mir nur sehr wenige Wanderer entgegen. Meistens hatte ich die Bergkulisse für mich ganz alleine. Noch weiter höher wurde es immer baumloser, nur vereinzelt standen ein paar Lärchen, die der Witterung trotzten. Auf ca. 1800 m erreichte ich unter der Mojstrovka-Nordwand eine Hochebene mit vielen großen Felsen.

Zwei Wanderer in der felsigen Schlucht
Schnee- und Eisreste halten sich in der Schlucht bis in den Sommer
Felsiger Wanderweg
Weiter oben werden die Aussichten auf die umliegenden Berge immer schöner

Über einen Grashang zum Gipfel Slemenova Špica

Die letzten Meter bis zum Gipfel Slemenova Špica gehen über einen Grashang, auf dem sich eine kleine Herde Schafe aufgehalten hat. Von hier oben ist der Rundblick auf die Berge traumhaft. Auch der berühmte Blick zum Berg Jalovec. Der Berg ist in slowenischen Bergkalendern bekannt. Lange konnte ich mich auf dem Gipfel nicht aufhalten, da es immer später wurde. Auf dem Weg weiter nach unten konnte ich immer wieder Gämsen beobachten.

Der Gipfel des Slemenova Špica
Der berühmte Blick zum Berg Jalovec (Bergspitze in der Mitte)
Eine kleine Schafherde unterhalb des Gipfels
Kleine Alm unterhalb des Gipfels Slemenova Špica
Wanderweg mit grandioser Aussicht
Das Wetter kann sich in den Bergen sehr schnell ändern

Das Grlo-Joch und durch die Felswand hüpfende Gämsen

Etwas kniffelig wurde der Abstieg durch das Grlo-Joch. Der Wanderweg durch die Schlucht und den großen Schotterhang war schwer zu erkennen. Der Schotterhang fing bei jedem Schritt an zu Rutschen. Es war oft schwierig Halt zu finden. An den steilen Felswänden hüpften zwei Gämsen hin und her und beförderten Steine nach unten. Bevor ich aus dieser Höhe einen Stein abbekomme, habe ich die Gämsen eine lange Zeit beobachtet. So leichtfüßig in der hohen steilen Wand! Der Schotterhang hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Es dauert bestimmt eine Stunde. Eine mit Drahtseil gesicherte Stelle kam dann leider auch noch. Stand so nicht im Wanderführer. Ihr dürft nicht vergessen, ich komme vom Flachland :-). Bei mir gibt es nur kleine Hügel. Und das Drahtseil, sowie der Abgrund, war nicht so meins. Aber was sollte ich machen, bin ja in den Bergen. Also Zähne zusammenbeißen, am Drahtseil entlanghangeln und irgendwie runter. Nicht irgendwie, sondern recht konzentriert. Wollte ja auch heile unten wieder ankommen. Umkehren war keine Option, da es schon dämmerig wurde. Und in den Bergen wollte ich die Nacht nicht verbringen.

Etwas erleichtert war ich dann doch als ich im halbdunklen endlich wieder unten auf befestigten Wegen ankam. Ich versuche immer aus Wanderführern schwierige Stellen herauszufinden. Oft werden diese aber nicht erwähnt.

Abstieg durch das Grlo-Joch
Zwei Gämsen in der großen Felswand
So leichtfüssig hüpften die Gämsen hin und her
Gämsen machen sich das Revier streitig

Ich würde diese Tour auf jeden Fall wieder machen. Es war eine sehr abwechslungsreiche Tour mit etwa Überwindung. Zumindest für mich. Ein kleines Bergabenteuer mit einer Schlucht die druchwandert werden muss, dem Wasserfall Črna, hohe senkrechte Felswände, tolle Aussichten, viele Gämsen, einen Schotterhang und eine Drahtseil gesicherte Stelle. Eine interessante Tour, die durchaus auch für nicht ganz so schwindelfreie Menschen zu machen ist.

Mein absolutes Highlight waren die Gämsen!

TOURDATEN

  • Tourlänge: 13,9 km
  • Region: Kranjska Gora, Slowenien
  • Aufstieg: 960 m
  • Parkplatz: Planica Nordic Centre (Skicenter mit Sprungschanze) in Ratece
  • Einkehr: Berghütte Dom V Tamarju. Adresse: Rateche 168 Agrarna Skupnost Ratece Planica, Ratece, Kranjska Gora, 4283 Slowenien. Vom Parkplatz am Skicenter sind es etwa 45 Minuten zu Fuss, bis zur Berghütte.

Die Weite des Engbertsdijksvenen

Eine Wanderung durch dass Engbertsdijksvenen ist ein besonderes Erlebnis. Ich liebe es durch Moore zu wandern. Mich reizt einfach die etwas andere Landschaft. Wobei die Weite bei diesem Moor eine kleine Herausforderung für mich war. Normalerweise bin ich lieber auf kleinen, kurvigen, zugewachsenen und einsamen Pfaden unterwegs. Und der Wanderweg vom südlichen in den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen war recht lang und sehr geradlinig. Die Mitte des Moores ist nicht begehbar. Im Grunde genommen könnt ihr nur den südlichen und nördlichen Teil erkunden. Oder das Moor komplett umrunden. Wobei der Weg über die östliche Seite nur über ein sehr langes Stück Fahrradweg möglich ist.

Der südliche Teil des Engbertsdijksvenen
Viele große Wasserflächen
Überall im Moor tanzt Wollgras im Wind

WASSERFLÄCHEN, MOORGEBIETE UND HEIDELANDSCHAFTEN

Das Hochmoor befindet sich in der niederländischen Provinz Overijssel, direkt an der Grenze zu Deutschland. Die abwechslungsreiche Landschaft besteht aus Torfwäldern, großen Wasserflächen, Torfgruben, Heideflächen, sowie vielen Kanälen und Gräben. Das Engbertsdijksvenen ist mit einer Fläche von 1.000 ha sehr groß. Nur vereinzelt stehen mittig im Hochmoor ein paar Bäume. Der größere, nicht begehbare mittlere Teil, ist eingezäunt. Die Vegetation wird von grasenden Kühen, bzw. Jungbullen kurzgehalten. Wobei ich mich schon gefragt habe, was die Kühe dort fressen. Die Vegetation sah sehr karg aus. Da muss eine Kuh schon etwas mehr nach schmackhaftem Gras suchen :-).

Baumlose Weite
Auf dem Weg in den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen
Junge Bullen auf der großen eingezäunten Fläche
Die Kühe fressen Setzlinge und bewahren so die Offenheit des Naturschutzgebietes

KEIN SCHATTIGES PLÄTZCHEN

Ich habe das Moor im April besucht. Zu dieser Zeit ist es noch nicht zu warm für eine ausgedehnte Tour. Das Wetter war perfekt. Sonne, etwas Wind und ein paar Wolken am Himmel, die sich auf den vielen Wasserflächen spiegelten. Perfekt um einige beeindruckende Bilder zu machen. Im Engbertsdijksvenen gibt es so gut wie keinen Schatten. Nur am Anfang der Tour im südlichen Bereich geht es ein kleines Stück durch den schattigen Torfwald. Schon dort vielen mir die vielen weißen Wollgras-Büschel auf, die im Wind tanzten. Das Wollgras verteilte sich über das ganze Hochmoor.

Der nördliche Teil des Engbertsdijksvenen
Ein Erdwall im nördliche Teil des Engbertsdijksvenen

HOCHMOOR-RENATURIERUNG

In den Engbertsdijksvenen gibt es heute weniger verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren als zuvor. Das Hochmoor leidet unter Austrocknung und zu viel Stickstoff. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass genug Wasser im Engbertsdijksvenen vorhanden ist. Das Regenwasser muss zurückgehalten und der Grundwasserspiegel erhöht werden. Deshalb wurden einige Maßnahmen ergriffen um das Hochmoor zu erhalten. Ende 2018 wurde angefangen auf der Nord- und Ostseite Setzlinge, Büsche, Bäume und Birken zu entfernen. Junge Birken verbrauchen mehrere hundert Liter Wasser am Tag. Danach wurden die Arbeiten auf ungefähr 767 Hektar ausgeweitet. Um das Wassermanagement zu verbessern, wurden Erdwalle/Torfdämme repariert. Die Verwallung verhindert, dass Regenwasser aus dem Gebiet wieder abfliesst. Kleinere Bereiche der trockenen Heide wurden geschnitten und gemäht, um nährstoffreichen Boden zu entfernen. So haben die hoch spezialisierten Arten des Moores, auf dem nährstoffarmen Böden wieder eine Chance sich auszubreiten. Bis zum Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Vielleicht werden dann auch wieder mehr Wege zugänglich sein.

TIERE IM ENGBERTSDIJKSVENEN

Im Moor ist eine Vielzahl an Tieren zu beobachten: Schnepfe, Würger, Pieper, Sperber, Graugänse und Falke. Im Frühling und Sommer sind viele Singvögel zu sehen, wie Blaukehlchen, Rotkehlchen, Schwarzhalstaucher, Pirol und Gelbhammer. Unter den Amphibien und Reptilien könnt ihr Moor- und Laubfrösche, vivipare Eidechsen und Schlangen beobachten. Dieses Hochmoor ist für die Vipern ein Kerngebiet. In Wassernähe fliegen Libellen, Mücken und viele andere kleine Insekten. Es gibt viel zu entdecken!

Blick auf das Hochmoor, unterhalb der Beobachtungshütte
Wanderweg durch den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen
Ein Plätzchen für einen Baum 😉
Wassergraben im Engbertsdijksvenen

Die zum Teil riesigen Moore in den Niederlanden sind landschaftlich ein Traum! Ich habe schon mehrere Moore durchwandert und war jedes Mal begeistert von diesen einzigartigen Gebieten.

TOURDATEN

  • Tourlänge: Ca. 4 km im südlichen Engbertsdijksvenen. Umrundung des ganzen Engbertsdijksvenen um die 17 km. Im nördlichen Teil sind geschätzt, je nachdem wie die Wandertour geplant ist, bis zu die 8 km Länge möglich.
  • Region: Overijssel, Niederlande
  • Parkplatz im südlichen Teil: Oude Hoevenweg, 52°26‘40.3“N 6°40‘34.5“E

Weiterer Wandertipp in den Niederlanden

Nationalpark De Maasduinen – Europas längste Flussdünenlandschaft

Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan von den National- oder Naturparks in den Niederlanden. Große kilometerweite Flächen zum Wandern, naturbelassen, viele Wander- und Fahrradwege, meistens autofrei. Natur pur, mit freilaufenden Ziegen, Kühen, Rindern, Schafen oder Großwild. Und ich habe bis jetzt bei meinen Wanderungen immer Tiere gesehen! Im Nationalpark De Maasduinen haben ich schon einige Wanderungen unternommen und war jedes Mal von der einzigartigen Landschaft begeistert.

Weitläufige und offene Landschaft
Sandige Böden und viel Heide

Von Rhein und Maas geformt – Nationalpark De Maasduinen

Im Laufe der Jahrtausende haben Rhein und Maas Unmengen an Sand in die niederländische Provinz Limburg und an den Niederrhein transportiert und dort abgelagert. Wald, Moore, Wasserflächen, Heide und Flugsand – ein abwechslungsreicher Landstrich. Der Nationalpark De Maasduinen ist der längste Binnendünengürtel der Niederlande! Er schlängelt sich paralell zur Maas über 23 Kilometer von Nordwesten nach Südosten. Direkt hinter der deutschen Grenze, zwischen Nimwegen und Venlo. Er hat eine Fläche von 45 km ² und hat eine Breite von nur 2 – 4 km.

Vielfältige Landschaft von rauer Schönheit
Besenheide im Nationalpark De Maasduinen

Das Wandergebiet ist, wenn ihr aus dem Münsterland, weiter nördlich oder dem Ruhrgebiet kommt, mit dem Auto noch gut zu erreichen. Die Anfahrt für mich dauerte ca. 1,5 Stunden. Aber es lohnt sich, da ich meistens mehrere Stunden, einschließlich Fotopausen, auf meinen Wanderungen unterwegs bin. Solche Touren sind für mich immer eine wunderbare Abwechslung zum Alltag. Und in so einer traumhaft schönen Natur – ein wahres Entschleunigungsprogramm. Zur Heideblüte muss dass hier ein rosaroter Traum sein.

Ausgedehnte Tagestouren in atemberaubender Landschaft

Die Wege sind naturbelassen, sandig oder auch zugewachsen. Von schmalen Pfaden, die sich durch im Wind wiegende Gräser abgrenzen, bis zu breiteren Wegen. Fahrradwege kreuzen ab und zu die Wanderwege. Pausen auf den Holzbänken, die im Park verteilt sind, werden mit Ausblicken über die weitläufige Landschaft belohnt.

Eine Herde langhaariger Ziegen knabbern an Gräsern
Auch an den Nadelhölzern wird geknabbert

Freilaufende Ziegen, Schottische Hochlandrinder und Schafe

Selten kommen mir Menschen entgegen. Dafür konnte ich, wie so oft in den National- und Naturparks in den Niederlanden, wieder einige Tiere beobachten. Die riesigen Flächen sind eingezäunt. Da die Flächen so groß sind und der Zaun nicht immer sichtbar ist, hatte ich dass Gefühl freilebende Tiere zu beobachten. Stimmt ja auch irgendwie. Eine Herde langhaariger Ziegen knabberten am hohen Gras und reckten sich zu den grünen Blättern an den Baumästen hoch. Alle Tiere wirkten auf mich sehr ruhig und zufrieden. Wie in jedem Park in den Niederlanden: Abstand zu den Tieren halten! 25 Meter! Mir ist es auch schon auf einer Wanderung passiert, dass ich den Abstand zu den Tieren selber vergrößern musste. Eine kleine Herde Ziegen war sehr neugierig, kam zu mir und folgte mir mehrere Meter.

Wanderweg über sandigen Heideboden
Besenheide und Moos
Weg zum Aussichtsturm
Aussichtsturm im Nationalpark De Maasduinen bei untergehender Sonne

Blick von oben

Einen Aussichtsturm aus Holz gibt es hier auch. Von oben habt ihr einen grandiosen Ausblick über die weite Heidelandschaft. Auch auf die Schottischen Hochlandrinder, die sich im Gestrüpp der Heide gut verstecken können. Das braune Fell verschmolz regelrecht im wild wachsendem Gesträuch und der untergehenden Sonne. Einzelne Bäume auf freien Heideflächen und Totholz machen die Landschaft besonders reizvoll. Schöne Fotomotive findet ihr hier überall.

Blick vom Aussichtsturm auf den Wanderweg
Schottische Hochlandrinder
Auch Schafe laufen auf der riesigen Fläche

Ich kann diese Tour jedem empfehlen, der es ruhig mag, gerne Tiere beobachtet und viele Kilometer durch die Natur streifen möchte, ohne viel Menschentrubel.

Tourdaten

  • Tourlänge: 14,3 km
  • Region: Limburg, Niederlande
  • Parkplatz: Horsterbeekweg 14, Niederlande (Direkt an der Schlossruine Bleijenbeek bei Afferden gibt es ein paar wenige Stellplätze. Hierfür die Schotterstraße direkt neben der Ruine ein kurzes Stück fahren.)
  • Was kostet der Park? Parken und Eintritt sind umsonst.

Wandertour durch den Nationalpark De Maasduinen

Wanderparadies Millingerwaard – Natur pur

Ein Wander- und Naturhighlight für euch! Zumindest war und ist es immer noch eines für mich. Kilometerweit durch eine wunderschöne, weitgehend unberührte Natur wandern. Mit freilebenden Konik-Pferden und Galloway-Rindern die durch die weiten Grasflächen streifen, Bibern und vielen Wasservögeln. Die Millingerwaard ist auch ein geschätztes Winterquartier für die arktischen Wildgänse. Einem alten Fabrikgebäude und einem Weg der entweder begehbar oder überschwemmt ist. Eine traumhafte Flusslandschaft von Rhein und Maas geformt.

Die Milingerwaard ist ein großes Naturschutzgebiet in den Niederlanden
Fluss- und Auenlandschaft

700 Hektar schönste Natur, mit vielen Wasserflächen

Der Rhein dient für dass große Naturschutzgebiet als natürliche Barriere auf der einen Seite. Kleine Sandstrände mit bunten Steinen säumen hier das Gebiet. Fast wie am Meer! Große Schiffe fahren vorbei. Die Gräser wiegen sich im Wind. Die anderen Seiten der Millingerwaard sind eingezäunt. Die Fläche ist ausreichend groß für kilometerlange Wanderungen ohne Autolärm. In der Millingerwaard könnt ihr euch zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen. Für das Naturschutzgebiet müsst ihr keinen Eintritt zahlen und auch keine Parkgebühren. Parkplätze (direkt am Deich) sind ausreichend vorhanden. Ein wirklich lohnender Tagesausflug, direkt an der deutschen Grenze.

Konik-Pferde grasen an den Wasserflächen
Das Konik ist ein sehr robustes Pony das zur Erhaltung des Naturschutzgebietes beiträgt

Konik-Pferde und Galloway-Rinder beobachten

Die ganzjährig frei lebenden Wildpferde und Rinder durchstreifen das weitläufige Gelände. Ich habe auf meiner Wanderung mehrere Koniks und Galloways gesehen. Die Konik-Pferde sind nicht wirklich ängstlich und laufen auch nicht vor den Menschen weg. Sie wirkten aber auch nicht wirklich interessiert an den Menschen. So hatte ich das Glück, dass eine kleine Herde Junghengste meinen Weg kreuzte. Ich denke es ist unmöglich dort keine Tiere zu sehen. Auch am Eingang zum Naturschutzgebiet grasten zwei Konik-Pferde. Die Galloways waren gut verteilt, auf den großen Gras- und Wasserflächen anzutreffen. Oft liegend und recht versteckt im tiefen Gras. Davon habe ich wirklich viele gesehen und auch einen großen Abstand zu einem kleineren Bullen gehalten. Das Tier beobachtete mich, aber blieb am Wasser stehen. Ich weiß ja nicht wie die Tiere reagieren können. Zu den Tieren sollte ein Abstand von 25 m gehalten werden. Wie in allen anderen Naturschutzgebieten oder Nationalparks der Niederlande. Hunde müssen angeleint werden. Viele Biber sollen hier auch wieder leben. Leider habe ich keine gesehen.

Freilebende Konik-Pferde streifen durch die Millingerwaard
Eine Herde Koniks
Ein Wildpferd kreutzt den Wanderweg
Der junge Hengst läuft seiner Herde nach
Junger Galloway-Bulle
Galloway-Rinder Herde

Fahrrad- und Wanderweg unter Wasser

Es gibt viele, kleine und schmale Wanderwege die nicht für Fahrradfahrer geeignet sind. Wenn es länger geregnet hat, können die Wege schon recht matschig werden. Ich habe hier so manchen Wanderer mit Gummistiefeln laufen gesehen. Die Flusslandschaft ist wirklich abwechslungsreich. Weiden mit hohen Gräsern umranden kleinere Tümpel. Breitere Wanderwege führen durch große Wasserflächen. Einen Wander-, Fahrradweg fand ich besonders interessant. Der soll, laut einem Einheimischen, der mit seinem Fahrrad bei mir halt gemacht hat, sehr oft komplett überschwemmt sein. So, dass wenn man die große Runde mit dem Fahrrad fährt oder die Strecke wandert, notgedrungen wieder umkehren muss. Der Weg war schon leicht überflutet. Gut dass ich wasserdichte Schuhe an hatte. Der Niederländer meinte „Morgen ist der Weg nicht mehr begehbar. Ich bin hier regelmäßig und musste schon öfters wieder umkehren“. An diesem Tag hatte ich also Glück. Ich denke es hat auch etwas mit dem Wasserstand des angrenzenden Rheins zu tun.

Fahrrad- und Wanderweg der regelmäßig unter Wasser steht
Der Weg ist schon leicht überschwemmt
Leerstehendes Fabrikgebäude das nicht betreten werden kann

Millinger Theetuin (Teegarten)

Mitten im Naturschutzgebiet gibt es auch einen Teegarten, der nur zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Hier könnt ihr Frühstück, Lunch und Abendessen genießen oder einen klassischen „High Tea“. Der Millinger Teegarten ist vom Ende März bis Ende Oktober täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Teegarten ist leider nicht für Rollstuhlfahrer zu erreichen.

Sonnenuntergang in der Millingerwaard

Tourdaten

  • Tourlänge: 11 km
  • Region: Millingen am Rhein, Niederlande
  • Parkplatz: Botsestraat 100, 6579 JC Kekerdom, Niederlande

Weitere Informationen

www.millingerteegarten.de

Wandertour durch die Millingerwaard

Wandern auf den Gipfel des Krn in den Julischen Alpen

Schon länger habe ich den Gipfel des Krn ins Auge gefasst. War mir aber nicht so sicher wie schwer oder einfach dieser Berg zu ersteigen ist. Der Krn ist ein 2.244 m hoher Berg in den südlichsten Julischen Alpen, in Slowenien. Und der höchste Berg der Krn Bergkette. Der Gipfel war ein strategisch wichtiger Stützpunkt im Ersten Weltkrieg. Deshalb sind auf Wanderungen noch viele Überreste aus dem Ersten Weltkrieg zu finden, wie Schlachtfelder, Granatsplitter, Stacheldraht usw. Das Museum in Kobarid zeigt anschaulich die Zerstörung des Ersten Weltkrieges und das Leben während des Krieges.

Nach einigen Gesprächen mit meiner slowenischen Unterkunftsfamilie, aus dem kleinen gemütlichen Dorf Drežnica, habe ich mich dann doch auf zum Krn gemacht. Das malerische Dorf mit der bekannten Kirche des heiligen Justus aus dem 14.Jh., liegt direkt unterhalb des Krn. Ein tolles Fotomotiv! Vom Dorf ist der Weg zum Gipfel auch möglich, nur eben etwas länger.

Stärkung vor oder nach dem Aufstieg

Wie zuvor bei meiner Wanderung zum Bergsee Jezero v Lužnici bin ich von der Alm Planina Kuhinja losgewandert. Eine schmale kurvige Straße endet kurz vor den Grashängen, die steil vom Krn-Gebirge abfallen. Vom Parkplatz aus sind es nur ein paar Meter bis zur Hütte Koča na planini Kuhinja (1002 m). Hier gibt es übrigens eine sehr leckere Jota (slowenischer Eintopf). Die habe ich mir nach meinem Gipfelerfolg gegönnt. Mit slowenischer Cockta (Cola), soll besser sein als dass Original, laut der sehr netten Hüttenwirtin 😉 Selbst nach der anstrengenden Bergtour, halb ausgetrocknet, zauberte mir die Hüttenwirtin immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Ich durfte in der kleinen Küche in den Kochtopf schauen, um mir den selbst gekochten, slowenischen Eintopf zeigen zu lassen. Lecker … ich war sofort begeistert!

Blick vom Parkplatz
Blick vom Parkplatz
Kühe auf den steilen Grashängen
Wanderweg mit Blick auf den Parkplatz (Bildmitte links)
Wanderweg mit Blick auf den Parkplatz (Bildmitte links)

Über weite Grashänge in Serpentinen zur Krn-Hütte

Über saftig grüne Grashänge mit unzähligen bunten Blumen, ging es stetig in Serpentinen bergauf. Kühe grasten auf den steilen Hängen. Überall summte es. Die Insektendichte ist hier wirklich sehr hoch. Der Aufstieg im Sommer von der südlichen Seite ist sonnig und sehr heiß. Es gibt nur weit unten ein paar wenige Bäume die Schatten spenden. In warmen Sommern sind hier auch viele Schlangen zu sehen. Ich habe es mehrmals Zischen und Schlängeln gehört. Eine größere Kreuzotter konnte ich dann auch erfreulicherweise auf Bildern festhalten. Die anderen Kreuzottern waren zu schnell weg. Da hätte ich nur noch die Schwanzspitze auf dem Bild festhalten können.

Blick in die südliche Richtung
Über viele Serpentinen geht es stetig bergauf
Blick auf das kleine Dorf Drežnica
Die Grashänge sind teilweise sehr steil
Auch bei heißem Wetter sind auf der schattenlosen Seite des Krn mehrere Wanderer unterwegs

4 Stunden schwitzen

Selbst in heißen Sommern seid ihr nicht alleine auf dem Weg Richtung Gipfel. So einige Wanderer mit guter Kondition überholten mich. Die ganz Sportlichen LAUFEN den Berg hoch und auch wieder runter … unglaublich! Es gibt dann aber auch ein paar „gemütlichere“ Wanderer, die alle paar Meter Pausen eingelegt haben. Ist ja auch ganz nett zu sehen, dass hier nicht nur super trainierte Bergwanderer unterwegs sind. Der Krn ist laut den Einheimischen ein einfacher Berg. Ist er meiner Meinung nach auch, zumindest technisch. Auch wenn es im Sommer sehr schweißtreibend ist. Ich habe für den Aufstieg ca. 4 Stunden gebraucht. Das ist schon ein Geniesser-Wander-Tempo, mit einigen Trink-, Snack- und Fotopausen. Ihr könnt die Wanderung auch flotter zurücklegen. Unten, kurz vor der Berghütte Koča na planini Kuhinja, steht ein Schild – 3 Stunden bis zum Gipfel. Fand ich im nachhinein schon etwas sportlich. Zumal ich mich selber gefragt habe, warum ich bei diesem warmen, heißen, sonnigen Wetter, ohne Schatten, so eine Bergtour mache..

Überreste aus dem Ersten Weltkrieg unterhalb der Krn-Hütte
Ein fantastischer Ausblick von der Krn-Hütte
Die Krn-Hütte wird nicht bewirtschaftet

Kurz vor dem Gipfel steht die Krn Hütte und lädt Wanderer zur Rast ein. Von den Holzbänken habt ihr eine fantastische Aussicht in das Soča-Tal und die umliegenden Berge. Wichtig, ihr müsst genug Wasser mitnehmen. Die Krn-Hütte wird nicht bewirtschaftet! Ich hatte zu wenig Wasser mit und bekam beim Abstieg Kopfschmerzen. Ihr könnt in der Hütte euer Tourenbuch abstempeln oder ein Notlager aufschlagen.

Endlich, der Gipfel des Krn

Von der Krn-Hütte zum Gipfel braucht ihr etwa 10 Minuten. Der Weg wird etwas felsiger und an einigen Stellen auch abschüssiger. Das ist aber für die nicht 100 % Schwindelfreien unter uns, auch zu meistern. Erfahrung aus erster Hand, die meine 😉 Vom Gipfel geht ein Wanderweg Richtung Batognica, durch ein Schlachtfeld aus dem Ersten Weltkrieg. Hätte ich auch noch gerne gesehen, aber die Höhe des Gipfels, bzw. die abschüssigen Stellen reichten mir an diesem Tag schon aus. Vom Gipfel habt ihr einen tollen Ausblick auf den weiter unten liegenden Krn-See. Der größte Hochgebirgssee in Slowenien. Weit hinter dem See ist sogar der Triglav zu sehen. Mit einer Höhe von 2.864 m ist der Triglav der höchste Berg Sloweniens.

Der Weg zum Gipfel ist nur teilweise etwas abschüssig
Der Gipfel des Krn
Aus dem 1. Weltkrieg
Blick vom Gipfel des Krn
Unten ist der größte Hochgebirgssee, der Krn-See zu sehen, weiter hinten der höchste Berg, Triglav (höchste Bergspitze)

Nach der schönen Aussicht, der Abstieg

Den gleichen Weg ging es dann auch wieder den Berg runter. Es ist auch möglich eine Rundwanderung zu machen. Vom Gipfel weiter runter zum Schlachtfeld, Batognica, unterhalb des Gipfels Vrh nad Peski entlang oder den Gipfel auch noch mitnehmen und weiter zum kleinen Bergsee Jezero v Lužnici. Hier könnt ihr auch noch so einige Überreste aus dem Krieg finden. Weiter geht es über die Alm Planina Leskovca, bis zum Parkplatz. Das ist dann schon eine ordentliche Strecke zu wandern.

Wolkenverhangener Gipfel Krn

Die Wanderung zum Gipfel des Krn habe ich mir schon länger vorgenommen. Jedes Mal wenn ich mit dem Auto von Bovec Richtung Tolmin gefahren bin, streckte sich die markante Nase des Krn in den Himmel. Und jetzt stand ich auch auf dem Gipfel und konnte die tolle Rundum-Aussicht geniessen. Leider nicht ganz alleine. Auch im Sommer machen sich einige Wanderer auf den Weg zum Gipfel des Krn. Der Krn ist oft gegen Mittag schon wolkenverhangen, was die Orientierung erschwert. Deshalb ist ein frühzeitiger Aufstieg ratsam. Der Weg zum Gipfel ist gut ausgeschildert und leicht zu finden. Nur kurz unterhalb des Gipfels ist der Weg nicht mehr so leicht zu erkennen, da es dort sehr felsig ist.

Für mich war der Krn ein kleiner Erfolg – mein erster 2000er Gipfel!

Tourdaten

  • Berg: Krn 2.244 m
  • Region: Slowenien, Julische Alpen
  • Ausgangspunkt: Planina Kuhinja (991 m) 46,2413°N / 13,663°E
  • Gehzeit / Aufstieg: 3 Stunden und 30 Minuten
  • Schwierigkeit: einfach markierter Weg
  • Höhenunterschied: 1.253 m
  • Einkehr Berghütte: Koča na planini Kuhinja (1002 m)

Weitere Wandertouren in der Umgebung

Historischer Lehrpfad von Kobarid
Bergwanderung von der Planina Kuhinja zum Jezero v Lužnici
Bergwanderung zum Krn-See und dem kleineren Duplje-See
Tolminer Klammen

Weitere Informationen

www.kobariski-muzej.si
www.soca-valley.com/de/sehenswurdigkeiten/der-erste-weltkrieg/

Wandertour zum Gipfel des Krn

Historischer Lehrpfad von Kobarid

Das kleine Ort Kobarid ist eingerahmt von den majestätischen Gipfeln der Julischen Alpen. Kobarid ist bekannt geworden durch die Isonzo-Schlachten (Isonzo: ital. Name der Soča) im Ersten Weltkrieg, der größten Gefechte auf slowenischem Boden.

Blutige Schlachten

Zwischen 1915 und 1917 war das Soča-Tal Schauplatz blutiger Schlachten zwischen der italienischen und der österreich-ungarischen Armee. Am 23. Mai 1915 hatte Italien, Österreich-Ungarn den Krieg erklärt. Hunderttausende Soldaten kämpften im Hochgebirge. In den zwölf  Schlachten an der 90 km langen Isonzofront, sind bis zu 400.000 Soldaten gestorben. Zahlreiche Festungen, Kavernen, Schützengräben, Nachlässe und Friedhöfe wurden durch die heftigen Kämpfe in der Umgebung von Rombon, Bovec-Tal, Ravelnik, Krn-Gebirges und den Hügeln oberhalb des Tolmin-Beckens und Kobarid zurückgelassen. Oberhalb von Kobarid auf dem Bergrücken von Kolovrat ist der Berg von Schützengräben durchzogen. Bei einer Wanderung zum kleinen Bergsee Jezero v Lužnici habe ich einige Überreste aus dem Krieg gesehen – Teile von Granaten, Stacheldraht, Munitionsreste und viele andere Relikte.

Italienisches Beinhaus mit den Überresten von 7.014 bekannten und unbekannten gefallenen italienischen Soldaten

Auf den Tafeln stehen die Namen der gefallenen Soldaten

Italienisches Beinhaus – Soldatenfriedhof der Gefallenen im Ersten Weltkrieg

Unterhalb der Kirche des Heiligen Anton, ist das Beinhaus in Form eines Achtecks mit drei konzentrischen Kreisen gebaut worden

Aussicht vom Beinhaus, Sacrario dei Caduti di Caporetto

Blick vom Beinhaus in das Soča-Tal

Historischer Lehrpfad von Kobarid – Spuren der 12. Isonzo-Schlacht

Der 5 km lange Rundwanderweg verbindet in Kobarid / Karfreit historische sowie kulturelle Naturdenkmäler. Ein Beinhaus für tausende im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten und einem kleinen Gebäude mit einer privaten Museumssammlung, die steinzeitliche Ausgrabungsstätte Tonocov Grad, eine Hängebrücke die über die smaragdgrünen Soča führt, weiter entlang der Soča bis zur Napoleonbrücke und vorbei am Museum Karfreit. Den Abstecher zum Wasserfall Slap Kozjak habe ich ausgelassen, weil ich dort schon zweimal war. Der Wasserfall fällt 15 Meter tief, in eine Grotte. Über einen Holzsteg könnt ihr direkt in die Grotte gehen. Im Sommer kann dort recht viel los sein. Der Slap Kozjak ist wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert! Auch das Kriegsmuseum Karfreit (Kobariški Muzej), welches ich schon ein Jahr zuvor besucht habe, ist sehr interessant und erschreckend zugleich.

Historischer Lehrpfad mit Blick auf die Berge

Die steinzeitliche Ausgrabungsstätte Tonocov grad liegt auf einem 412 m hohen Hügel

Die Zisterne der Ausgrabungsstätte wurde teilweise rekonstruiert

Schützengraben aus dem Ersten Weltkrieg

Über eine Hängebrücke geht es über die türkisblaue, glasklare Soča

Der Name Napoleonbrücke entstand als Napoleons Truppen Richtung Predel marschierten

Blick von der Napoleonbrücke auf die engste Schlucht der Soča bei Kobarid

Auf dem Weg zurück nach Kobarid

Mit Fischen dekorierte Wand

Das Museum von Kobarid zeigt den Krieg und das Leben während des Krieges in Texten, Fotografien, Landschaftsmodellen und vielen Ausstellungsstücken wie Waffen, Uniformen, Munition und Alltagsgegenständen

Kobarid

 

Weitere Informationen

https://www.kobariski-muzej.si/deu/

 

Rundwanderung – Historischer Lehrpfad von Kobarid

 

Monte Matajur – Aussichtsberg mit Gipfelkapelle

Der Monte Matajur (1642 m) ist ein toller Aussichtsberg, mit Blick auf die Julischen Alpen und dem Krn. Der Krn liegt im Soča-Tal und ist einer der südlichsten Berge der Julischen Alpen. Das Wetter war an diesem Tag nicht so gut zum Wandern, aber mit den dramatischen Wolkenhimmel wirklich toll für einige Bilder. Ich liebe es wenn die dunklen Wolken vorbeiziehen und ich den Regen beobachten kann, wie er aus den Wolken fällt.

Wanderweg zum Gipfel des Monte Matajur, mit Blick auf die markante Nase des Berges Krn

Da es schon später Nachmittag war, habe ich mich für eine kleine Wandertour am Monte Matajur entschieden. Von meiner Unterkunft, dem kleinen Dorf Drežnica, dass direkt unterhalb des Krn liegt, sind es nur ein paar Kilometer bis zur italienischen Grenze. Von Kobarid aus bin ich über eine schmale kurvige Straße auf die italienische Seite gefahren, hoch zum Rifugio Alpino G. Pelizzo. Von hier aus ist es ein Katzensprung bis zum Gipfel.

Der Monte Matajur (ital. Monte Mataiur) liegt an der Staatsgrenze zu Slowenien und Italien. Vom 1642 m hohen Gipfel habt ihr einen fantastischen Ausblick auf den slowenischen Norden und sein Soča-Tal und südlich in das italienische Hügelland um Udine, bis zur Adria. Zum Meer sind es nur 45 km. Der Monte Matajur ist nicht sehr hoch, aber der Ausblick lohnt sich allemal!

Schlechtes Wetter am Berg

Dank des schlechten Wetters habe ich auf dem Monte Matajur auch nur zwei Wanderer angetroffen. Durch den Regen war der Aufstieg matschig und rutschig. Oben an der Gipfelkapelle angekommen der herrliche Ausblick auf die Julischen Alpen. Sogar die Adria war bei diesem Wetter aus der Ferne noch zu erkennen. Ich war bestimmt ein halbe Stunde auf dem Gipfel um die Aussicht zu genießen. Viele dunkle Wolken zogen vorbei. Heftige Schauer vielen vereinzelt aus den Wolken und ab und an durchdrangen ein paar Sonnenstrahlen die dunkle dicke Wolkendecke. Da die Wolken immer bedrohlicher aussahen und es auch schon dämmrig wurde, musste ich mich schnell auf den Rückweg machen. Durch ein kleines Felsenmeer und einen letzten Blick auf den Krn, ging es bergab Richtung Rifugio Alpino G. Pelizzo, wo ich mein Auto geparkt habe.

Unterhalb des Gipfels des Krn (Berg ganz links) liegt das kleine Dorf Drežnica

Von der Gipfelkapelle aus, ist weit hinten die Adria zu sehen

Schlechtes Wetter auf dem Gipfel des Monte Matajur

Immer wieder fällt Regen aus den Wolken

Sonnenstrahlen drangen ab und zu durch kleine Wolkenlücken

Blick auf die Julischen Alpen und die heranziehenden dunklen Wolkenfronten

Die 12. Isonzoschlacht

Auf dem Gipfel des Monte Matajur befand sich im 1. Weltkrieg eine strategisch wichtige befestigte Stellung der italienischen Armee. In der 12. Isonzoschlacht am 26. Oktober 1917 wurde diese Stellung von deutschen Infanterieeinheiten unter Erwin Rommel gegen eine italienische Übermacht in einem schnellen Sturmangriff erobert. Die kleine Gipfelkapelle erinnert an die gefallenen Soldaten der 12. Isonzoschlacht. Heute wird das Gebiet rund um den Gipfel für die Almwirtschaft genutzt.

Die kleine Kapelle erinnert an die Gefallenen der Zwölften Isonzoschlacht

Abstieg durch ein kleines Felsenmeer, mit Blick auf den Krn

Bei meinem nächsten Slowenienbesuch möchte ich gerne die größere Runde über den langen Bergkamm wandern.

 

Meine Wandertour auf den Aussichtsgipfel Monte Matajur

Eingebettet im Gebirge – Kaprun Hochgebirgsstauseen

Schon zum zweiten Mal bin ich zu den Hochgebirgsstauseen in Kaprun gefahren, weil mich die Größe der Staumauern und der Berge sehr beeindruckt haben. Die Stauseen sind schon ein großer Touristenmagnet. Leider ist man hier oben nicht alleine, zumindest wenn ihr euch in der Nähe der Staumauern aufhält. Wie es eben überall in touristischen Gegenden ist, die direkt mit dem Auto oder Bus zu erreichen sind. Zu den Stauseen selber werdet ihr quasi hingebracht, mit dem Postbus, der durch mehrere recht enge und dunkle Tunnel rauscht. Der Bus fährt oft schnell und haarscharf an den steinigen Tunnelwänden entlang, je nach Busfahrer. Wahrscheinlich geht es deshalb hier selber nicht mit dem Auto hoch. Logistisch gesehen können so mehr Touristen an das Ziel gebracht werden. Wenn jeder selber fahren würde, wäre das Chaos auf den schmalen Straßen wohl perfekt.

Grösster offener Schrägaufzug Europas

Genügend Parkplätze stehen am Kesselfallhaus zur Verfügung. Von dort aus geht es zu Fuß weiter um sich ein Ticket zur kaufen, um danach mit dem Bus zum Lärchenwand Schrägaufzug zu fahren. Ein bisschen beengend ist es in dem offenen Schrägaufzug schon etwas. Hier passen 185 Personen rein. Und der Aufzug wird auch ordentlich mit Menschen befüllt und die werden wiederum auch vernünftig abgezählt … es muss sich ja schließlich lohnen. Der Plattformwagen hat eine Fläche von 9 x 5,4 Metern. Der Aufzug, mit einer Spurweite von 8, 2 Meter, ist das größte personenbefördernde Schienenfahrzeug der Welt. Trotzdem recht eng mit den vielen Touristen, zumindest für mich freiheitsliebenden Menschen. Die Fahrt selber dauert ca. 5 Minuten. Danach geht es wieder mit dem Postbus über kurvige, hohe Straßen und mehrere schmale Tunnel, hoch zu den Stauseen.

Am Ziel angekommen, ein unglaubliches Bergpanorama und ein tolles Erlebnis über die gewaltigen Staumauern zu gehen. Die Fahrt hier hoch lohnt sich auf jeden Fall. Ich selber konnte mich hier ein paar Stunden gut beschäftigen um die Gegend zu erkunden und viele Fotos zu machen. Viele unterschiedliche Blumen und Insekten gibt es hier auch zu entdecken.

Mit dem Postbus geht es auf kurvigen Straßen zu den Hochgebirgsstauseen

Der Stausee Mooserboden liegt auf 2036 m

Die zwei Speicherseen, Wasserfall- und Mooserboden

Der Stausee Mooserboden hat eine Länge von 3 Kilometern. Die Staumauer Moosersperre ragt fast senkrecht 107 m in die Höhe. Die Sperrmauer spannt sich auf 494 m zwischen die Felsen. Zwischen der Moosersperre und der Drossensperre, die direkt dahinter liegt, führt ein Wanderweg von 2040 m auf die 2108 m hohe Höhenburg. Von hier oben habt ihr einen tollen Rundumblick auf beide Stauseen, Mooserboden und Wasserfallboden. Der Stausee Wasserfallboden ist immerhin auch noch 2,7 km lang. Die Drossensperre ist 112 m hoch und 357 m lang.

Aussicht von der Höhenburg auf den Stausee Wasserfallboden

Höhenburg auf 2108 m Höhe

Steinmännchen am Wanderweg zur Höhenburg

Blick vom Wanderweg der Höhenburg auf die Drossensperre und den Stausee Mooserboden

Die Drossensperre ist 112 m hoch und 357 m lang

Für die Drossensperre wurde 335.000 m³ Beton verbaut

Ein Teil des Besucherzentrums Erlebniswelt Strom

Verhungern müsst ihr hier oben natürlich auch nicht. Es gibt das Bergrestaurant Mooserboden und am Besucherzentrum Erlebniswelt Strom gibt es einen Kiosk wo es kleinere Mahlzeiten, Snacks, Eis, leckeren Kuchen, sowie Getränke zu kaufen gibt.

Und was bestimmt auch total interessant ist – eine Staumauerführung. Nicht auf der Mauer, sondern in der Mauer, quasi im Innenleben des Bauwerks. Werde ich bei meinem nächsten Besuch mitmachen. Alle guten Dinge sind ja drei 😉 Für diesen Tag war es leider schon zu spät.

Zwischendurch noch ein Grollen aus einer Bergflanke … für mich ein kleines Erlebnis, einen Steinschlag beobachten zu können.

Klettern in der Klettersteigarena Höhenburg, mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden für Anfänger/Einsteiger und Profis

„Aus Arbeit und Opfer ein Werk“ – Denkmal für die verunglückten Bauarbeiter

Stausee Mooserboden v. l. Schwarzköpfl, Schattseitköpfl, Karlinger Kees, Hohe Riffl

Was ich euch noch empfehlen kann, um den Bergen ganz nah zu sein, mit so richtig tollen Ausblicken, einer frischen, steifen Brise, und nur ein paar Meter von den Stauseen entfernt: das Kitzsteinhorn. Ein Schnee- und Naturerlebnis auf 3.000 Metern! Auch ein Ausflug zu der Siegmund-Thun-Klamm, die in der Nähe liegt, lohnt sich!

Weitere Informationen

www.verbund.com/de-de/ueber-verbund/besucherzentren/kaprun

Zwischen mächtigen Felswänden – Die Sigmund-Thun-Klamm

Heute habe ich wieder eine Klamm besucht. Davon gibt es in Österreich ja recht viele. Und die begeistern mich immer wieder. Bei mir zu Hause, auf dem flachen Land, gibt es so ein schönes Naturschauspiel leider nicht.

Am Anfang der Sigmund-Thun-Klamm

Kleiner Wasserfall in der Sigmund-Thun-Klamm

Eine kleine Klamm, aber auf jeden Fall empfehlenswert. Die Sigmund-Thun-Klamm liegt am Rand des kleinen Touristenorts Kaprun. Durch die 320 m lange Klamm führen Holzstege und Brücken direkt über und am tosendem Wasser entlang. Die Klamm ist an einigen Stellen wirklich sehr schmal. Die Felswände ragen bis zu 32 m empor. An einem Wasserfall ist ein kurzer Abschnitt des Holzstegs überdacht. Trotzdem wurde ich etwas nass und musste meine Kamera verstauen.

Es gibt keinen Gegenverkehr, die Klamm kann nur in eine Richtung durchlaufen werden. Zum Fotografieren ein großer Vorteil. An diesem Tag war recht wenig los. Mein Glück! Vielleicht auch weil die Klamm zu den kleineren gehört und schneller zu durchlaufen ist. Zurück zum Eingang geht es über einen Weg oberhalb der Klamm.

Das Wasser der Ache formt die Klamm

Am Wasserfall ist ein kurzes Stück des Holzstegs überdacht

Vom Eintrittspreis wird die laufende Pflege und jährliche Instandhaltung des Holzstegs finanziert

An einigen Stellen etwas nass

Entlang der Sigmund-Thun-Klamm

Klammhexe und Klammgeist

Kurz vorm Ausgang der Klamm verabschieden mich die Klammhexe und der Klammgeist. Schilder weisen auf die beiden Felsformationen hin. Dafür braucht man nicht einmal viel Fantasie um die beiden zu entdecken! Am Ausgang habe ich über einen Lehr- und Wanderweg den schönen Klammsee umrundet. Von hier aus ist sogar die Staumauer vom Wasserfallboden zu sehen.

Der Klammsee mit Blick auf die Limbergsperre vom Wasserfallboden

Die Kapruner Ache – Ein Gebirgsfluss im Kapruner Tal

Zur Entstehung der Sigmund-Thun-Klamm: Ein großer Gletscher bewegte sich vor etwa 14.000 Jahren langsam durch das Kapruner Tal. Als der Gletscher abschmolz hinterließ er den besonderen Taleinschnitt. Die Kapruner Ache entspringt unterhalb des Kaprunertörl (2639 m) und erreicht nach etwa 1 km den Stausee Mooserboden. Die Hochgebirgsstauseen Kaprun sind auf jeden Fall einen Besuch wert! Ich war schon zwei Mal dort. Vom Stausee Mooserboden fällt die Kapruner Ache steil ab zum Kesselfall (Alpenhaus) und erreicht kurz vor Talende den kleineren Stausee, den Klammsee und dann die Sigmund-Thun-Klamm. Der Gebirgsfluss hat sich bis zu 32 Meter tief in den Fels eingeschnitten und die Sigmund-Thun-Klamm geformt.

Weitere Informationen

www.klammkaprun.at

Willkommen 2019 – Silvester am Stadthafen I in Münster

An Silvester mit dem Drahtesel zum Hafen und das Silvesterfeuerwerk bestaunen. Ein schönes Plätzchen ausgesucht, Stativ rausgeholt, Kamera startklar gemacht … und aufpassen das man nicht von einer Rakete abgeschossen wird. Auf geht´s 😉

Blick auf den Stadthafen I in Münster

Links ist ein Teil vom Lokal „Wolters im Speicher“ zu sehen

Silvester direkt vor der Nase, im Hintergrund das Lokal „Wolters im Speicher“

Schön bunt

Auf der Schillerstraßen-Brücke wurde das neue Jahr begrüßt

Naturschauspiel Kitzlochklamm in Taxenbach

Die Kitzlochklamm liegt mitten im Salzburger Land, am Rande des Nationalparks Hohe Tauern. Regen und Schmelzwasser formten die Klamm über viele Tausend Jahre. Das Wasser der Rauriser Ache rauscht durch den Kalkschiefer und formt bis heute die senkrechten Felswände und Wassertröge. Die Rauriser Ache mündet später in die Salzach. Holzstege und Brücken führen die Besucher durch die Klamm. Die Schlucht selber ist 1.500 m lang. Besucher bewältigen einen Höhenunterschied von 100 m über gut gesicherte Holzstege. Der Rundweg führt auch durch den Ritzstollen, der schon 1553 auf der Suche nach Gold in den Berg geschlagen worden ist.

Wasserfall am Anfang des Rundweges

Schmale Wege mit zum Teil überhängenden Felsen führen durch die Kitzlochklamm

Holzstege führen durch die Schlucht

Über viele Stufen geht es in den oberen Teil der Kitzlochklamm

Es ist nicht einfach die Größe der Kitzlochklamm und die gewaltigen Felswände auf Bildern festzuhalten. In echt wirkt die Klamm viel gewaltiger. Der Blick in die Schlucht ist fantastisch. Von weit oben wirken die Besucher auf den Holzstegen wie kleine wuselnde Ameisen.

Ein toller Ausblick von oben auf einen Teil der Kitzlochklamm

Oberhalb der Stege ist der Kitz Klettersteig zu sehen

Eine Hohe Brücke zwischen den senkrechten Felswänden

Kitz Klettersteig – Highlight für Kletterer

Eine sportliche Herausforderung in der Kitzlochklamm ist der 300 m lange Kitz Klettersteig, der auf der gesamten Länge sehr ausgesetzt ist. Der Höhenunterschied beträgt 150 m. Der Klettersteig ist durch seine vielen steilen Quergänge sehr kräfteraubend und nur für geübte Kletterer geeignet! Schwierigkeitsgrad: Stellen D, meistens C. Die Variante Höhlensprint ist extrem schwer und mit E/F bewertet. Der Höhlensprint gehört derzeit zu den schwersten Klettersteigmetern in Salzburg. Der Durchstieg dauert ca. 2 – 3 Stunden. Ich fand es schon sehr beeindruckend wie sich die Kletterer in der großen Wand bewegten. Nur bei genauerem Durchsuchen der senkrechten Felswand habe ich überhaupt die Menschen entdeckt.

Die Kletterer sind in der senkrechten Wand des Kitz Klettersteigs schwer zu finden

Weitere Informationen

www.taxenbach.at

Großglockner Hochalpenstraße – 48 km hochalpines Fahrvergnügen

Mit einem Ford Ka über die Großglockner Hochalpenstraße – ja das geht! Es war an diesem Tag  dass kleinste Auto auf der Straße, aber Spaß macht es auch mit einem kleinen wendigen Flitzer. Übrigens sagten mir Slowenien das mein Ford Ka für die kleinen kurvigen Schotterpisten in Slowenien zu den Almen hoch, perfekt ist! Kann ich nur bestätigen. Aber es geht jetzt und hier um die berühmte Panoramastraße zum Großglockner.

Großglockner Hochalpenstraße

Felsformation im Bereich der Hexenküche zwischen Hochmais und Edelweißwand

48 km durch hochalpine Regionen

Die Großglockner Hochalpenstraße zählt mit zu den schönsten Panoramastraßen Europas und führt mitten in den Nationalpark Hohe Tauern hinein. Entlang der Straße gibt es Ausstellungen, Themenwanderwege, Stauseen, Wasserfälle, mehrere Gasthöfe und die wunderschöne Natur mit 30 Dreitausendern! Am Ende der Straße ist die Kaiser-Franz-Josef-Höhe auf einer Höhe von 2.369 m mit Blick auf den größten Berg Österreichs, den Großglockner und die Pasterze. Die Pasterze ist mit einer Länge von ca. 8 km der größte Gletscher Österreichs. An der Kaiser-Franz-Josef-Höhe gibt es ein Parkhaus, indem auch Alpenkrähen brühten, eine Ausstellung, Glockner-Kino, Großglockner-Panoramaraum, Nationalpark Infostelle und natürlich auch ein Souvenir Shop. Dort habe ich mir Schokoberge gekauft. Also nicht Berge an Schokolade, sondern Nuss Schokolade Berge, in klein ;-). Schmeckten sehr gut! Und waren auf dem Rückweg auch schnell verputzt.

Hinter jeder Kurve beeindruckende Berglandschaften – links ein Teil des Fuscher Törls

Die Edelweißspitze (2.571 m) – Höchster Punkt der Großglockner Hochalpenstraße

Kurz vor dem Fuscher Törl geht es links auf einen Parkplatz, des Restaurants Fuschertörl. Und von dort eine schmale kurvige Straße zur Edelweißspitze hoch. Ich habe mein Auto unten geparkt und bin bis zur Edelweißspitze hochgelaufen. Der Weg ist recht steil, aber als ich oben war, war ich recht froh, weil der Parkplatz hier oben mehr als voll war. Außerdem hatte ich die Möglichkeit viele schöne Bilder zu machen. Oben auf der Edelweißspitze hatte ich auch noch das Glück einen Greifvogel zu beobachten. Unglaublich schön, wie elegant das Tier über die Berge kreiste. Auf der Edelweißhütte gibt es leckere einheimische und bezahlbare Gerichte. Kann ich wirklich empfehlen. In der Hütte war es nicht einmal voll im Gegensatz zum Parkplatz. Und hier wird man wirklich schnell bedient. Neben der Edelweißhütte gibt es auch Chalets zu mieten, direkt am Hang, mit einem atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Wirklich ein Traum … ja, ich liebe die Berge!

Auf dem Weg zur Edelweißspitze hat man einen perfekten Blick auf das Fuscher Törl

Zwischen dem Fuscher Törl und Fuscher Lake gibt es die Informationsstelle Greifvögel, auf einer Höhe von 2.320m. Hier wird auf mehreren Schautafeln die Welt der Greifvögel in den Alpen erklärt und auch die unterschiedlichen Greife vorgestellt, die hier in der Region leben.

Greifvogel von der Edelweißspitze fotografiert

Ausblick von der Edelweißspitze auf die Großglockner Hochalpenstraße und das Fuscher Törl

Direkt an der Großglockner Hochalpenstraße ist der Nassfeldspeicher mit einer kleinen Staumauer und mehreren Wasserfällen

Der Margaritzenstausee speichert das Wasser vom Gletscher Pasterze und des Leiterbaches

Blick auf den Margaritzenstausee (hinten) und den Sandersee (vorne)

Großglockner und Pasterze

Das Highlight der Straße ist der höchste Berg Österreichs, der 3.798 m hohe Großglockner und der längste Gletscher der Ostalpen, die Pasterze. Die Pasterze ist ca. 8 km lang und verliert jedes Jahr um die 10 m. Deshalb verändert sich der Wanderweg bis zum Gletscher auch jedes Jahr. Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gibt es eine Gletscherbahn hinunter zur Pasterze. Die Gletscherbahn fährt täglich von 10:00 – 16:00 Uhr. Es gibt auch eine 300 m lange Treppe die zum Gletscher führt. Eigentlich hatte ich eine Rundwanderung vom Pasterzen Schrägaufzug zum Sandersee und Margaritzenstausee geplant. Leider war es zeitlich schon etwas spät für die große Runde. Parkmöglichkeiten gibt es hier genug im Parkhaus. Was ich total witzig fand, die Straße entlang der Franz-Josef-Höhe, stehen Schilder mit dem Hinweis dass unten weiter Murmeltiere leben. Und es stimmt wirklich! Da wo ein Schild steht gibt es auch wirklich Murmeltiere zu sehen. Und auch recht viele! Überall pfeifft es 😉

Wolkenverhangener Gipfel des Großglockners (Mitte im Bild)

Gletscherbahn rechts und die lange Treppe die zur Pasterze hinunterführt

Panoramabild (leicht gebogen da aus mehreren Bildern zusammengesetzt), Großglockner (Mitte, etwas rechts) und die Pasterze, die kurz vor dem Sandersee endet

Der größte Gletscher Österreichs, die Pasterze – im Hintergrund der 3.453 m hohe Johannisberg

Die Großglockner Hochalpenstraße hat von Anfang Mai bis Anfang November geöffnet. Im Jahr 2018 kostete eine PKW-Tageskarte 36,50 Euro. Viel Spaß bei der Fahrt!

Weitere Informationen

www.grossglockner.at

Durch das Felbertal zum Naturdenkmal Hintersee

Wanderung zum Hintersee (1313 m) bei zum Teil sehr schlechtem Wetter. Immer wieder hat es geregnet. Aber wie sagt man, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Und da ich auf den Wegen nicht klettern musste, hatte ich auch noch eine Hand für den Regenschirm frei. Der war allerdings bei den Windböen nicht oft im Einsatz.

Schlechtes Wetter im Felbertal

Los geht´s

Gestartet bin ich vom Schösswendklamm-Parkplatz, der kurz nach einer Abzweigung, einer großen Linkskehre der Felbtauernstraße, liegt. Es ist ein kleiner Parkplatz. Erst am Ziel der Wanderung, den Hintersee, habe ich gesehen dass fast direkt am See ein großer Parkplatz ist. Für viele ein Vorteil, für manche eher ein Nachteil. Denn wenn jeder direkt am Ziel parken kann, ist dort auch viel los. An diesem Tag ging es … das Wetter war ja recht durchwachsen.

Abwarten bis es weniger regnet

Die Schösswendklamm ist eine kleine Klamm, über die eine Brücke führt. Die Brücke ist bei Regen sehr rutschig! Hier bin ich … schwups … auf meinem Allerwertesten gelandet. Das tosende Wasser kann über eine kleine Aussichtsplattform beobachtet werden. Es ist bis jetzt die kleinste, zumindest einsehbare Klamm, die ich in Österreich besucht habe. Deshalb muss für die Klamm auch kein Eintritt bezahlt werden :-). Über schmale matschige Wanderwege geht es am Felberbach entlang. Nach ca. 3 km gibt es den ersten wunderschönen Ausblick auf den Hintersee, die Hinterseealm mit die umliegenden schroffen steilen Bergflanken. Das tolle in den Bergen sind für mich immer wieder diese unglaublich weiten Aussichten über die Täler und Berge. Ein für mich unglaubliches Gefühl der Freiheit.

Ausblick auf die umliegenden Berge des Hintersees

Ein Parkranger steht an einem der vielen Wasserfälle die teilweise unter dem Eis fliessen

Das Eis ist mit Erde überdeckt

Naturgewalten lassen den Hintersee entstehen

Der Hintersee entstand 1495 durch ein Erdbeben, dass einen gewaltigen Erdrutsch auslöste. Gesteinsmassen stauten das Wasser des Hintersees auf, der durch Regen- und Schmelzwasser der umliegenden Berge, der Hohen Tauern, gespeist wird. 1933 wurde der Hintersee als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.

Der Hintersee ist ca. 300 m lang, 200 m breit und 70 m tief

Am Trogschluss des Felbertals fallen zahlreiche hohe Wasserfälle über die steilen Berghänge ins Tal. Etwas weiter, auf der linken Seite hinter der Gamsblickhütte, fällt der Schleierfall 80 m tief. Leider zerschneiden Hochspannungsleitungen den schönen Ausblick auf den Schleierfall und die Berge.

Der 80 m hohe Schleierfall

Eine Herde Ziegen unterhalb des Schleierfalls

Blick vom Schleierfall

Der Hintersee ist auch Ausgangspunkt für eine Wanderung zum Plattachsee (2200 m) und zur St. Pöltner Hütte (2481 m). Diese Tour möchte ich auf jeden Fall auch noch machen. Oben weiter wird es ja immer schöner und auch einsamer 😉

Die Wanderung zum Hintersee kann ich euch empfehlen. Einfach begehbare Wege z. T. auch Straße ohne steile Anstiege. Also eine Wanderung für die ganze Familie, auch bei schlechtem Wetter machbar. Herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und die vielen Wasserfälle. Auf den Almen können auch schon einmal Kühe mitten auf dem Weg stehen. Einkehr in der Gamsblickhütte möglich, die von Mitte Mai bis Anfang Oktober bewirtschaftet wird. Wem die Wanderung zu einfach ist, der geht die Tour über den Trassensteig zum Plattachsee. Die ist etwas anspruchsvoller.

Weißsee Gletscherwelt – Wandern in imposanten Bergpanoramen

Ich verfalle immer mehr der schönen Bergwelt. Die Umwanderung des Weißsees, mit einen kurzen Abstecher zum Gletscher Sonnblickkees, war bis jetzt meine schönste Wanderung in Österreich, die ich jederzeit gerne wiederholen würde. Die Landschaft ist abwechslungsreich und wunderschön. Selbst im Sommer sind hier noch Schneefelder zu überqueren. Eine sehr angenehme Temperatur zum Wandern.

Mit der Seilbahn geht es an vielen kleinen Wasserfällen vorbei, hoch zum Weißsee

Der Gebirgsstausee Weißsee wird hauptsächlich vom Schmelzwasser des Sonnblickkees gespeist

Der Berg ruft oder doch der See

Der Weißsee liegt im Nationalpark Hohe Tauern, im südlichen Stubachtal, unterhalb der Granatspitze auf 2.300 m Höhe. Der Name Stubach stammt von »stäubenden Wasser«. Das Stubachtal soll zu den landschaftlich schönsten Tauerntälern gehören. Es ist ca. 17 km lang hat 18 Seen, 25 Gletscher und 25 Almen.

Von Uttendorf, dem Eingang zum Stubachtal, geht es über die Panoramastraße mit ihren 13 Kehren bis zum Enzingerboden (1.480 m). Ich bin direkt von der Talstation Enzingerboden mit der Seilbahn zum Weißsee und Berghotel Rudolfshütte hochgefahren. Für die Berg- und Talfahrt habe ich 21,50 Euro bezahlt. Es ist auch möglich von der Talstation bis zum Weißsee zu wandern. Dafür bracht man ungefähr 2,5 Stunden. Einen Tag zuvor bin ich bis zum Grünsee gewandert, der auf dem Weg zum Weißsee und Berghotel Rudolfshütte liegt. Es gibt auch die Möglichkeit mit der Seilbahn, von der Mittelstation Grünsee, hoch zum Weißsee zu fahren. Ihr könnt die Strecke so etwas abkürzen, natürlich auch die Höhenmeter. Der Rundweg, mit Abstecher zum Sonnblickkees, ist fast 6 km lang. Es müssen 270 Höhenmeter bewältigt werden. Wobei nur der Weg kurz nach der Staumauer recht steil ist. Schwindelfrei sollte man für dieses Stück besser doch sein.

Über die Staumauer und Leitern kann der Weißsee umrundet werden – der einfachere Gletscherweg führt links am See entlang

Das Berghotel Rudolfshütte liegt direkt am Weißsee und ist nur über die Seilbahn oder zu Fuß zu erreichen

Auf geht´s

Das Wetter war recht durchwachsen. Aber ich mag es, wenn die dunklen Wolken an den Bergen vorbeiziehen. Am Anfang der Wanderung hat es sogar etwas geregnet, was den steilen Aufstieg über die Leitern erschwerte. Ja, bei dieser Wanderung musste ich mich wieder überwinden, mit meiner Höhenangst, die aber immer besser wird. Also, an der Stelle mit den Leitern und Seilen nicht so oft zurückschauen, sondern nach vorne! Wahrscheinlich empfand ich die Wanderung auch deshalb so schön. Jetzt kann ich wieder ein bisschen mehr Stolz auf mich sein 😉

Es war sehr angenehm, dass hier nur wenige Menschen unterwegs waren. Ich habe damit gerechnet das hier oben mehr los ist, auch schon wegen des Berghotels. Vielleicht lag es am schlechten Wetter oder dass im Sommer einfach weniger Wanderer unterwegs sind, als im Winter Skifahrer.

Wanderweg zum Gletscher Sonnblickkees

Ein wunderbarer Ausblick auf die umliegenden Berge

Ist der Aufstieg erst einmal geschafft, geht es fast schon gemütlich weiter, über den steinigen Wanderweg und ein paar Schneefelder, bis zum Gletscher Sonnblickkees. Übrigens, mein erster Gletscher, der durch die immer höheren Temperaturen leider auch immer mehr zurückgeht. Vom Sonnblickkees bin ich noch etwas weiter rechts zum zweiten Gletschersee gewandert um Fotos zu machen und die Aussicht zu geniessen.

Der leichtere Gletscherwanderweg, mit mehreren Informationstafeln, führt links an den Weißsee vorbei. Der Weg ist ohne Leitern und einfach zu begehen. Über den gleichen Weg geht es dann aber auch wieder zurück. Die Landschaft mit den 3.000er Gipfeln  hat mich wirklich beeindruckt. Überall kleinere Wasserflächen in denen sich die Landschaft und Wolken spiegeln.

Das Stubacher Sonnblickkees

Sonnblickkees mit Gletschersee

Ca. 200 m weiter rechts ist ein weiterer Gletschersee

Ein guter Eindruck wie groß die Bergkulisse ist – eine Gruppe Wanderer auf dem Schneefeld (kleine Punkte, oberes Schneefeld, Mitte)

Auf der linken Seite ist der zweite Gletschersee zu sehen, rechts hinter dem Felsen ist das Sonnblickkees

Sonnblickkees

Brücke über den Gletscherfluss

Weißsee mit Rudolfshütte

Meine Wanderung um den Weißsee

Weitere Informationen

www.gletscherwelt-weissee.at

www.alpinzentrum-rudolfshuette.at

Zauberhaft mystisch – Das Felsenmeer Hemer

Wochenende und schönes Wetter – wo soll es dieses Mal hingehen? Ich gebe euch einen kleinen Ausflugstipp: Das beeindruckende Felsenmeer Hemer. Das Surfbrett muss aber zu Hause bleiben! Hohe Wellen gibt es hier nicht.

Das Felsenmeer liegt im Sauerland und ist eines der bedeutendsten Geotope in Deutschland. Beeindruckende Felsformationen – Schluchten, Spalten, kleine Höhlen in denen Fledermäuse leben – verteilen sich auf einer Länge von 700 m und einer Breite von 100 – 200 m. Wanderwege führen durch den größtenteils schattigen Buchenwald. Das Felsenmeer steht unter Naturschutz. Die Wanderwege dürfen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt nicht verlassen werden. Das Gebiet ist in drei Teile eingeteilt, das „Große Felsenmeer“, das „Kleine Felsenmeer“ und das „Paradies“. Südlich des Felsenmeeres befindet sich die Heinrichshöhle. Die Tropfsteinhöhle kann mit einer Führung besichtigt werden. Die Höhle ist durch ihre reichhaltigen Knochenfunde eiszeitlicher Tiere wie z.B. Höhlenbär, Mammut, Riesenhirsch, Höhlenhyane, Wollhaarnashorn bekannt geworden. Eine Besonderheit der Höhle ist das lebensechte Modell eines 2,35 Meter langen Höhlenbärenskelettes.

Kirchturm von der Stadt Hemer

Der Wanderweg 8 A führt zur Heinrichshöhle, die besichtigt werden kann und durch das Felsenmeer

Große Felsbrocken, die oft mit Moos bewachsen sind, verteilen sich im Naturschutzgebiet

Das Gestein vom Felsenmeer ist vor etwas 385 Millionnen Jahren entstanden. Zu dieser Zeit verlief ein großes tropisches Korallenriff von Wuppertal über Hagen und Iserlohn, bis ins Hönnetal. Noch heute sind Versteinerungen von den Riffbewohnern zu erkennen. Im Laufe der Zeit löste das durchströmende Wasser einen Teil des Kalks auf. Vor 20 – 30 Millionen Jahren entstand eine Karstlandschaft mit einem ausgedehnten Höhlensystem. Seit dem 9. Jahrhundert wurden zusätzlich von den Menschen Eisenerze abgebaut. Menschliche Nutzung und geologische Vorgänge haben das Felsenmeer zu dem gemacht, was es heute ist.

Die Holzbrücke führt über das „Kleine Felsenmeer“

Das unwegsame Gelände kann über einen Panoramaweg begangen werden. Die 62 m lange freischwebende Brücke ermöglicht einen beeindruckenden Blick über das „Kleine Felsenmeer“. Die Felsen selber dürfen nicht betreten werden.

Der Panoramaweg geht durch das „Kleine Felsenmeer“

Der Blick von oben

Das „Kleine Felsenmeer“

Von der geschwungenen Brücke geht es auf den unteren Holzsteg

Direkt zu den Felsen

Vorbei an wuchtigen Gesteinsformationen

Immer wieder schöne Lichtungen im Buchenwald

Ein naturbelassener Abschnitt mit viel Totholz, indem zahlreiche Tiere ihren Lebensraum gefunden haben

Kalkhaltiger Untergrund sorgt für stattliche Einzelbäume

Die Aussichtsplattform über dem „Große Felsenmeer“

Blick von der Aufsichtsplattform auf das „Große Felsenmeer“