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La Gomera – wild, grün, ursprünglich – eine Vulkaninsel im Atlantik

Inhaltsverzeichnis

La Gomera – eine Insel zum Verlieben!

La Gomera ist die zweitkleinste Insel der Kanaren, mit wildromantischen Landschaften und genauso wie die anderen Inseln vulkanischen Ursprungs. Das kannst du gut an den Vulkanschloten (Roques) erkennen, die du auf der Insel finden kannst. Die „wildeste“ Insel der Kanaren ist ungefähr 12 Millionen Jahre alt und aufgrund der Morphologie mit etwa 50 Schluchten (Barrancos) übersät. Und das auf einer relativ kleinen Fläche von 369 km²! La Gomera ist fast tortenrund und hat einen Durchmesser von 25 km. Fast 80 % der 100 km langen Küste besteht aus Steilküste. Dementsprechend gibt es nur wenige Strände. Die meisten davon bestehen aus grobem Kies. Auf der Insel leben ca. 25.000 Einwohner. Angenehm ist die ganzjährige Durchschnittstemperatur von 22 Grad.

Ich habe die Insel zum ersten Mal besucht und bin mehr als begeistert! Eine wunderschöne und abwechslungsreiche Natur, die ich so nicht erwartet hätte. Ich bin sowieso für abwechslungsreiche Wanderungen und versuche meine Touren auch in Deutschland immer dementsprechend spannend zu planen. Auf La Gomera ist das überhaupt kein Problem. Hier ist jede Ecke sehr reizvoll. Die Fotomotive reihen sich wie glänzende Perlen auf einer Kette aneinander. Einfach nur wunderschön. Die ständig wechselnden Landschaften und spektakulären Aussichten in tiefe, wüstenähnliche Schluchten, Vulkanfelsen in verschiedensten Farbtönen und Steinformationen sind einfach unglaublich.

Schluchten, Berge, Nebelwald und viele Bananen

Strahlenförmig fallen die Schluchten von der Mitte der Insel bis zum Meer ab. Ich empfand die Schluchten teilweise als riesig. Beeindruckend fand ich die Guarimiar-Schlucht. Dort führt ein gesicherter Weg entlang eines Felsbandes direkt an der senkrecht abfallenden Felswand durch die atemberaubende, mehrere hundert Meter tief eingeschnittene Schlucht.

Guarimiar-Schlucht
Guarimiar-Schlucht

In der Mitte der Insel thront der 1.487 m hohe Alto de Garajonay. Ja, ich weiß, das hört sich nicht hoch an. Aber glaube mir, für die kleine Insel ist das schon ein ordentlicher Berg. Längere Wanderungen haben somit einige Höhenmeter! Oder sind dementsprechend lang. Du kannst eine Tour nicht einfach abkürzen, weil immer eine tiefe Schlucht dazwischen ist, eine senkrechte Felswand, oder du den nächsten Berg wieder 200 m hoch musst. Es gibt viele Wanderwege, aber eben nicht so viele, wie in meiner Gegend, in Deutschland. Dagegen ist der Teutoburger Wald mit Wegen durchsiebt!

Nationalpark Garajonay
Wanderweg im Nationalpark Garajonay

Viel Grün, viele Bananen, Hermigua

In meinem Urlaubsort Hermigua ist das größte Bananenanbaugebiet La Gomeras. Im ganzen Tal bis zum Meer verteilen sich die grünen Bananenstauden. Weiter oben wachsen Avocados, Mangos, Papayas, Orangen und vereinzelt sogar Weinreben. Allerdings waren im November 2021 viele Weinreben sehr vertrocknet. Das Tal von Hermigua gehört zu dem Grünsten, weil sich Passatwolken zwischen den Bergflanken stauen und die Pflanzen mit Wasser versorgen. Das viele Grün verdankt Hermigua, auch den Bach El Cedro, der sich im oberen Tal über eine 100 m hohe Klippe in die Tiefe stürzt. Der höchste Wasserfall auf der Insel.

Bananenplantage grenzt direkt am Strand von Hermigua
Bananenplantage grenzt direkt am Strand von Hermigua

Flora und Fauna auf der Insel La Gomera

Die Landschaft ist von steinig, karg bis Bananenblattgrün, gespickt mit Kakteen. Der Norden ist wegen der Passatwolken, die an den steilen Hängen emporsteigen, mit üppigem Grün gesegnet.

In den grünen Tälern sind einige Vögel zu beobachten. Im Tal von Hermigua konnte ich regelmäßig Turmfalken bei der Jagd beobachten. Die Fauna besteht hauptsächlich aus Vögeln und Reptilien. Vögel konnten die Insel alleine erobern. Häufig kannst du Kohlraben, Turmfalken, Blaumeisen, Möwen, Sperber und Kanarienvögel und weitere Singvögel entdecken. Die Lorbeertaube gibt es nur auf den Kanarischen Inseln und ist im Nationalpark Garajonay (Parque Nacional Garajonay) zu Hause. Die verschnörkelten Äste des 1000 Jahre alten Lorbeerwaldes im Nationalpark Garajonay sind mit unterschiedlichsten Moosen behangen.

Aufgrund der Lage La Gomeras haben es die meisten Säugetiere nicht geschafft, die Insel zu erreichen. Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die die Insel von alleine besiedelten. Andere Tiere wie Ziegen, Kaninchen, Ratten und Mäuse kamen mit dem Menschen.

Mehrere Arten von Eidechsen leben auf der Insel. Der Kanarenskink, Westkanareneidechse und der Gomera-Gecko sind fast überall auf der Insel zu finden. Die kleinen Echsen bringen sich beim Vorbeigehen blitzschnell zwischen den Steinen in Sicherheit. Nur ein einziges Mal habe eine kleine Echse mit meinem Smartphone erwischt. Und das direkt vor der Haustür. Es gibt etwa 1000 wirbellose Tiere auf La Gomera. Einige davon sind endemisch und leben nur im Nationalpark Garajonay.

Im Atlantik tummeln sich einige große Tiere wie Delfine, Wale und die Unechte Karettschildkröte. Mit einer Bootstour kannst du Fleckendelfine, Streifendelfine, Große Tümmler, Rauzahndelfine und Grindwale beobachten. Wenn du Glück hast, dann siehst Pottwale, Finnwale, Minkwale, Seiwale, Schnabelwale und Brydewale.

Im sonnigen Süden ist es etwas wärmer und trockener. Hier wachsen trockenresistente Sukkulenten wie Dickblatt- und Wolfsmilchgewächse. In den dickeren Blättern können die Pflanzen über einen längeren Zeitraum Wasser speichern. In den Tälern prägt die Kanarische Dattelpalme die Landschaft.

Anreise – Wie komme ich auf die Insel La Gomera?

Anflug Teneriffa Süd
Anflug Teneriffa Süd

La Gomera hat einen Flughafen (Gemeinde Alajeró), aber keinen internationalen! Die 1.500 m lange Start- und Landebahn ist für die großen Maschinen zu kurz. Der Flughafen wird nur für Inlandsflüge genutzt. Er ist der jüngste der Kanarischen Inseln. Du musst einen kleinen Umweg über Teneriffa nehmen, um nach La Gomera zu kommen. Von Deutschland mit dem Flieger (4,5 bis 5 Stunden Flugzeit) zum Flughafen Tenerife Sur (Teneriffa Süd). Von dort aus fährst du mit dem Bus oder Taxi zum Hafen von Los Cristianos. Ab hier setzen mehrmals täglich die Fähren von Fred Olsen und Naviera Armas über. Die Fähren fand ich überraschenderweise sehr groß. Du kannst mit den Fähren sogar dein Auto von Teneriffa nach La Gomera mitnehmen. Das ist nicht einmal so teuer.

Pauschalurlaub oder individuell buchen?

Ich habe mich wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal für einen Pauschalurlaub entschieden. Normalerweise stelle ich mir meinen Urlaubswunsch selber zusammen und buche alles separat und individuell oder direkt vor Ort. So war es einmal auch ganz bequem. Ich bin vom Flughafen Münster/Osnabrück zum Flughafen Tenerife Sur geflogen. War sehr angenehm, weil der Flughafen Münster/Osnabrück sehr klein ist und somit viel weniger Menschen. Im Reisepaket war der Flug, Taxifahrt zum Hafen (18,6 km), den Bus habe ich abends leider verpasst, Überfahrt mit der Fähre und eine Ferienwohnung in Hermigua. Die Taxifahrt zur Ferienwohnung musste ich selber zahlen. Da der Hafen an der Hauptstadt San Sebastián liegt, kannst du ohne Probleme auch noch abends um 21 Uhr mit dem Taxi fahren. Der letzte Bus Richtung Hermigua fährt unter der Woche um 20:30 Uhr.

Für die Anreise, Flug, Taxi, Fähre, Wartezeiten und alles, was sonst noch dazu gehört, habe ich 12 Stunden gebraucht.

Fortbewegung auf La Gomera – Wie kann ich am besten die Insel erkunden?

Straßen auf La Gomera sind kurvenreich und hoch
Straßen auf La Gomera sind kurvenreich und hoch

Wenn du so wie ich die ganze Insel erkunden möchtest, dann brauchst du ein Auto! Ich habe die Insel im November 2021 besucht. Während der Pandemie wurden auf den Kanaren viele Mietwagen verkauft, weil die Urlauber ausblieben. Auf La Gomera waren seit Juni (2021) alle Autos ausgebucht. Ich habe einiges versucht, um einen Mietwagen zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Um doch noch viel von der Insel sehen zu können, habe ich meine Beine, Taxi und Bus miteinander kombiniert. So gut es eben ging 😉 Und es ging eigentlich relativ gut. Ab und zu bin ich einfach mit dem Taxi zum Startpunkt meiner Wanderung gefahren und bis zu meinem, mit Bananenpflanzen übersäten Urlaubsort, Hermigua zurückgewandert. Durch Hermigua fahren am Tag nur 5 Busse! Sonntags und an Feiertagen nur zwei Busse! Immer die gleiche Strecke, von San Sebastián bis nach Vallehermoso und wieder zurück.

Bus und Taxi auf La Gomera

Hermigua liegt genau zwischen der Hauptstadt San Sebastián und Vallerhermoso. Die Abfahrtszeiten von Hermigua musst du ungefähr schätzen. Ja, richtig gelesen, schätzen! Auf den Busfahrplänen werden nur die Abfahrtszeiten von San Sebastián und Vallehermoso angezeigt. Irgendwann hast du es dann raus 😉 Wenn der Bus in San Sebastián losfährt ist er ungefähr in 30 Minuten in Hermigua. Geschätzt wohlgemerkt! Je nachdem wie viele Menschen mit dem Bus fahren, ist der fahrbare Untersatz früher oder später an der Haltestelle. Morgens ist in den Bussen etwas mehr los. Besser du stellst dich 10 – 15 Minuten früher an die Haltestelle. Sicher ist sicher. Es fahren ja nicht so viele Busse durch Hermigua. Von Vallehermoso braucht der Bus auch ungefähr 30 Minuten bis nach Hermigua. Nicht jede Haltestelle hat ein sichtbares Häuschen. Ein Blick auf die Straße hilft da oft weiter, um eine Haltestelle zu erkennen.

Der Hund vom gegenüberliegenden Geschäft wartet an der Bushaltestelle
Der Hund vom gegenüberliegenden Geschäft wartet an der Bushaltestelle

Einen großen Vorteil hast du, wenn du so wie ich das Glück hatte, mit einer sehr ortskundigen und an der Insel interessierten Taxifahrerin fahren kannst. So erfährst du noch einiges mehr über La Gomera und das Leben der Menschen. Übrigens musste ich auch die Erfahrung machen, dass das Taxameter nicht immer so genau zu sein scheint. Ich habe festgestellt, dass bei einem Taxifahrer die Fahrten um ein paar Euro teurer waren. Normalerweise steht das Taxameter bei der Abfahrt auf 3,50 Euro. Bei einem Fahrer stand es auf 7 Euro. Und nein, er hatte keine Anfahrt. Die Fahrt selber war dann auf die Kilometer gerechnet auch teurer als bei anderen Taxifahrern. So etwas fällt natürlich nur auf, wenn du öfters mit dem Taxi gefahren bist. Das war aber anscheinend nur eine Ausnahme. Die anderen Taxifahrer waren ehrlich.

Die Fahrt mit dem Bus oder Taxi hat einen großen Vorteil. Du kannst deine Wanderungen komplett anders planen. Der Start- und Zielpunkt müssen nicht zwingend gleich sein. Du musst keine Rundwanderungen planen. Du kannst einmal quer über die Insel wandern und siehst viele unterschiedliche Landschaftsformen! Oder du wanderst vom höchsten Berg (Garajonay 1.487 m), der genau in der Mitte liegt, bis runter zum Meer und musst nicht wieder zurück zum Auto laufen. Auto, Bus, Taxi, alles hat seine Vor- und Nachteile.

Preisvergleich Taxi und Bus (Stand 2021)

Busfahren auf La Gomera ist sehr günstig! Auch eine Taxifahrt ist um einiges günstiger als in Deutschland. Eine Taxifahrt von San Sebastián nach Hermigua kostet 28 Euro (ca. 19 km). Mit dem Bus bezahlst du nur 2,50 Euro pro Nase! Von Vallehermoso bis nach Hermigua (ca. 19 km) habe ich für das Taxi 25 Euro bezahlt und für den Bus 3 Euro. Manche Taxifahrer sind sehr kulant und verlangen ein paar Euro weniger. Hatte ich einen sehr gesprächigen Taxifahrer, der mir noch viel Interessantes über La Gomera und das Leben auf der Insel erzählt hat, dann habe ich gerne um ein paar Euro aufgerundet. Vielen Dank noch einmal, an den sehr netten Taxifahrer Cristian aus Hermigua!

Tipp für das Busfahren! Die App Moovit, Routenplaner für öffentliche Verkehrsmittel

In der App Moovit kannst du deinen aktuellen Standort verfolgen (Blauer Punkt)
In der App Moovit kannst du deinen aktuellen Standort verfolgen (Blauer Punkt)

Es war nicht immer so einfach herauszufinden, an welcher Bushaltestelle ich genau aussteigen musste und wo überhaupt Bushaltestellen sind. Oder wenn ich eine Wanderung geplant habe, ob es am Startpunkt überhaupt eine Bushaltestelle gibt? Eine bessere Orientierung bietet dir dafür die App Moovit. Dir wird in der App angezeigt, wann die Busse fahren und wo Bushaltestellen sind. Nicht immer so genau, aber besser als nichts in der Hand zu haben. Wenn du im Bus sitzt, kannst du während der Fahrt den aktuellen Standort verfolgen und rechtzeitig den Haltestopp-Knopf drücken, um an der gewünschten Haltestelle aussteigen. Das war schon sehr hilfreich.

Buslinien und Fahrplan (Stand 2021)

  • Linea 1: Valle Gran Rey – San Sebastián
  • Linea 2: Vallehermoso – San Sebastián
  • Linea 3: Alajeró – San Sebastian
  • Linea 4: Vallehermoso – La Dama
  • Linea 5: Vallehermoso – Alojera
  • Linea 6: Aeropuerto (Flughafen) – Valle Gran Rey
  • Linea 7: Aeropuerto (Flughafen) – San Sebastián
  • Linea 8: Vallehermoso – Valle Gran Rey
Busfahrplan für La Gomera
Busfahrplan für La Gomera

Mietwagen auf La Gomera

Am einfachsten ist es natürlich mit einem Mietwagen. Wenn du keine Probleme mit den kurvigen Straßen und tiefen Abgründen hast. Ich hatte teilweise im Bus schon etwas Probleme, als mein Blick durch so einige Schluchten ging, die direkt bis an den Straßenrand reichten.

Ein kleiner schicker Fiat 500, ich mag das Auto einfach, kannst du für 35 Euro am Tag mieten (Stand 2021). Du kannst das Auto direkt am Hafen von San Sebastián mieten, abholen und damit zu deiner Unterkunft fahren. Du kannst das Auto bei der Abreise auch in einem anderen Ort wieder abgeben.

Autovermietung am Hafen von San Sebastián

Hafen von San Sebastián
Hafen von San Sebastián

Direkt am Hafen sind mehrere Anbieter für Mietwagen. Du hast sogar die Möglichkeit, mit der Fähre einen Mietwagen von Teneriffa nach La Gomera mitzunehmen. Falls kein Auto auf La Gomera zur Verfügung steht oder du dich evt. für Inselhopping entschieden hast. Informiere dich aber vorher, ob der Anbieter erlaubt, dass Auto auf andere Inseln mitzunehmen. Ich meine gehört zu haben, dass es auf Teneriffa auch nicht so einfach war, ein Auto zu mieten (Stand 2021).

Die Autostrecke von San Sebastián bis zum Valle Gran Rey quer über die Insel kann schon 1 – 1,5 Stunden dauern. Mit dem Auto kannst du meisten nur 50 km fahren. Eigentlich bestehen die Straßen fast nur aus Kurven, die sich durch die tiefen Schluchten und an steilen, fast senkrechten Felswänden entlang schlängeln. Die Straßen sind schon ein Erlebnis für sich. Es gibt mehrere Haltebuchten an unterschiedlichen Hotspots (Mirador) der Insel, um schöne Fotos zu machen.

Anbieter für einen Mietwagen sind unter anderem:

https://www.cicar.com/de/mietwagen-la-gomera
https://www.autosmulagua.com/de/zuhause

Fähren von Teneriffa nach La Gomera

Fred Olsen: https://www.fredolsen.es/en
Naviera Armas: https://www.navieraarmas.com/en/horarios-ferry

Die Überfahrt von Teneriffa (Hafen von Los Cristianos) nach San Sebastián (La Gomera) dauert ca. 1 Stunde.

Geld und Bezahlung auf La Gomera

Ich selber reise immer mit einer Visa Kreditkarte. Leider konnte ich mit dieser Karte nur an den Automaten der Bank BBVA Geld abheben. Alle anderen Banken, bzw. Automaten haben die Karte nicht akzeptiert! Obwohl das laut meiner Bank möglich sein sollte. In Supermärkten und Restaurants konnte ich problemlos mit meiner Visa Kreditkarte zahlen. Außer sehr kleine Restaurants. Da ist nur Bezahlung per Bargeld möglich.

Wanderwege auf der Insel La Gomera

Die Wanderwege sind meistens gut ausgeschildert. Die touristischen Wege sind teilweise gesichert. Es gibt aber noch genug abenteuerliche, schmale, steinige, abschüssige Pfade, die nicht gesichert sind. Falls du Höhenangst hast, solltest du versuchen, dich vorher zu informieren, wie die Wegbeschaffenheit ist. Ich bin auf so manchen Wegen an meine persönliche Grenze und auch darüber hinaus gekommen. Falls du keine Angst vor abschüssigen Pfaden und tiefen Schluchten hast, … ja, du Glückspilz, kannst einfach nur die spektakulären Aussichten genießen! Auf dem Wanderweg GR-132 kannst du die ganze Insel umrunden. Einen Inselumrunder habe ich auf einer Wanderung sogar getroffen. Immer wieder spannend, was Wanderer so erleben und alles sehen.

Wanderweg Richtung San Sebastián, links Barranco del Cabrito und rechts Barranco de la Guancha
Wanderweg Richtung San Sebastián, links Barranco del Cabrito und rechts Barranco de la Guancha

Auf den meisten Wanderungen bist du alleine unterwegs. Eine unglaubliche Ruhe auf den Wegen durch die einzigartige Natur und vielen Schluchten. Unbeschreiblich schön! An den touristischen Hotspots triffst du auf andere Wanderer und Urlauber. Es ist aber nicht überlaufen, wie es auf anderen Inseln schon eher üblich ist. La Gomera ist nicht mit Teneriffa zu vergleichen. Ich finde La Gomera sehr ursprünglich und ruhig. Selbst auf den kurvigen Straßen sind wenige Autos unterwegs. Alle Einheimischen, denen ich begegnet bin, sind sehr nett und hilfsbereit. Auch wenn ich kein Spanisch verstehe, waren alle immer sehr bemüht, mir auch ein fünftes Mal alles auf Spanisch zu erklären. Meine bessere Hälfte versteht auch kein Spanisch, aber konnte anhand der Gestik dann doch irgendwie ALLES verstehen.

Plane deine Wandertouren selber

Ich rate dir auch selber Touren zu planen. Suche dir ein paar Highlights aus, die du unbedingt sehen möchtest und verknüpfe diese zu deiner eigenen grandiosen Wandertour. Ich habe selber Touren geplant, die nicht in den üblichen Wanderführern vorgestellt werden. Und ich war positiv überrascht! Vielversprechende Touren aus Wanderführern waren teilweise sogar enttäuschend. Geschmäcker sind eben doch verschieden. Ich persönlich bin der Meinung, dass du die Insel auf eigene Faust erkunden und erwandern kannst. Dafür brauchst du keinen Guide. Natürlich musst du vorsichtig sein und solltest, wenn möglich nicht alleine unterwegs sein. Viele Wege sind ausgesetzt!

Wanderweg durch den Naturpark Majona Richtung San Sebastián
Wanderweg durch den Naturpark Majona Richtung San Sebastián

Wandertouren auf La Gomera

Es folgen noch 11 Wanderungen auf der schönen Insel La Gomera. Ich muss nur noch etwas Zeit finden, die Touren für dich zu schreiben und schöne Bilder rauszusuchen. Ich habe wie immer zu viele Bilder gemacht. Neben dem Wandern mein liebstes Hobby.

  1. Tour: Durch das grüne Tal von Hermigua bis zum Playa de la Caleta
  2. Tour: Beschauliche Höhenbummelei – Hoch über Agulo zum Mirador de Abrante

Natürlich gibt es viel mehr Highlights auf der wilden und immergrünen Insel, als du auf der Karte siehst. Die Karte habe ich individuell für meine Website und Blogbeiträge über La Gomera erstellt. Auf der Karte siehst du, wo ich überall die Insel erkundet habe und was ich als sehenswert empfinde.

Karte der Insel La Gomera

Einige Highlights La Gomeras

  • Alto de Garajonay: Der höchste Gipfel La Gomeras (1.487 m).
  • Nebelwald El Cedro: Ein immergrüner Lorbeerwald im Nationalparks Garajonay. Hier stürzt sich auch der Chorro del Cedro (100 m), der höchste Wasserfall La Gomeras in die Tiefe.
  • Mirador de Abrante: Eine 7 Meter lange Aussichtsplattform, die 600 m über dem Ort Agulo ragt. Der sandige Boden abseits der Aussichtsplattform ist rot. Wie auf dem Mars.
  • Naturpark Majona: Grüner dichter Wald, Berg- und Schluchtenlandschaft, farbige Gesteinsformationen und tolle Aussichten.
  • Cumbre de Chijeré: Höhenbummelei mit schönen Aussichten auf die Steilküste der Nordwestspitze La Gomeras.
  • Castillo de Mar: Ein wunderbarer Lost Place. Eine ehemalige Bananenverladestation. Später eine Bühne für Künstler im Atlantik. Leider ist das Castillo seit mehreren Jahren geschlossen.
  • Steinhäuser von Tacalcuse: Die verlassenen Häuser unter einer Felswand sind nur über eine längere Wanderung zu erreichen. Ca. 1 km weiter ist die verlassene Siedlung Morales.
  • Barranco de Guarimiar: Mehrere Hundert Meter tiefe Schlucht im Süden La Gomeras. Der Wanderweg führt mitten durch eine Steilwand.
  • Los Órganos (Orgelpfeifen): Eine Naturschönheit auf ca. 175 m Breite und einer Höhe von 80 m, zahlreiche Basaltsäulen die aus dem Meer emporragen. Leider nur mit dem Boot zu besichtigen. Die Boots-Tour startet vom Hafen im Valle Gran Rey.
  • Delfine und Wale beobachten: Zu sehen gibt es Fleckendelfine, Streifendelfine, Große Tümmler, Rauzahndelfine und Grindwale. Seltener sind Großwale zu sehen, wie Pottwale, Finnwale, Minkwale, Seiwale, Schnabelwale und Brydewale. Die Touren starten vom Valle Gran Rey und Playa Santiago.

La Gomera von oben

Für die tierlieben Menschen unter uns!

Ich habe mich als Flugpatin angemeldet. Damit unterstütze ich Tierschutzorganisationen vor Ort und nehme im Flugzeug einen Hund oder eine Katze mit nach Deutschland. Ich habe mit der Tierschutzorganisation (https://www.waldhundeteneriffa.de/) auf der Insel Teneriffa gesprochen. Eigentlich sollte ich einen Hund, der natürlich schon vermittelt wurde, mit nach Deutschland nehmen. Leider wurden zu dieser Zeit keine Tiere im Frachtraum transportiert. Der Hund durfte in der Kabine mitfliegen, darf aber nicht über 8 kg wiegen. Bruno war mit seinen etwas über 8 kg leider zu schwer um mitzufliegen.

Es ist leider immer noch so, dass viele Hunde auf Teneriffa ein schlechtes Leben haben und auch grenzwertig gehalten oder behandelt werden. Viele verhungern oder verdursten. Auf der Insel Teneriffa gibt es keine Bäche oder Flüsse wie in Deutschland. Das Leben der Hunde auf den Straßen ist nicht mit dem unserer Haustieren zu vergleichen. Das bekommen die meisten Pauschaltouristen nicht mit, oder sie möchten es einfach nicht wissen. Das, was mir am Telefon erzählt wurde, war wirklich schlimm. Zum Teil grausam.

Katze an einer Futterstselle in San Sebastián: Da der Kater so gut aussieht, weiß ich nicht ob er nicht doch ein Zuhause hat
Katze an einer Futterstselle in San Sebastián: Da der Kater so gut aussieht, weiß ich nicht ob er nicht doch ein Zuhause hat

Falls du eine Tierschutzorganisation als Flugpate/in unterstützen möchtest, melde dich auf dieser Website an:

https://www.flugpate.com/

Auf der Website https://www.flugpate.com/ haben mehrere Tierschutzorganisationen Zugriff und melden sich bei Bedarf bei dir. Die Tierschutzorganisationen kümmern sich um alles! Dir entstehen keine zusätzlichen Kosten. Du übernimmst das Tier am Flughafen. Am Zielflughafen wird das Tier schon sehnsüchtig erwartet.

Ich wurde per E-Mail und telefonisch kontaktiert und mir wurden alle Fragen vor dem Flug beantwortet. Hier noch ein paar Infos zur Flugpatenschaft:
https://www.waldhundeteneriffa.de/flugpatenschaft.html

Falls du Anregungen oder Fragen zu meinen Wandertouren oder Bildern haben solltest, frag gerne nach. Ich freue mich. Für weitere Tipps habe ich immer offene Ohren. Es kann gut sein, dass ich La Gomera noch einmal besuchen werde. Die Insel ist für mich ein Wanderparadies, ein Stück Freiheit und eine wunderbare Kulisse für fantastische Bilder!

Slowenien – ein Land für Naturliebhaber

Ich reise gerne und oft bin ich am Überlegen welches Land auch mit kleinem Budget bereist werden kann. Meine bessere Hälfte wollte unbedingt zu einem Metalfestival nach Slowenien und er fragte mich ob ich nicht mitkommen wollte. Sofort habe ich mich im Internet nach dem kleinen Land, was für viele nur als Durchreiseland zu Kroatien bekannt ist, informiert. Ich war sofort von der großartigen unberührten Natur begeistert. Ich liebe die Natur und bin sehr gerne draußen. Und Slowenien ist sehr grün, ein Paradies für Wanderer, Radsportler und Wassersport-Freaks, die sich auf der smaragdgrünen Soča tummeln. Jedes fünfte Auto was einem entgegenkommt hat ein Kajak, Kanu oder Schlauchboot auf dem Dach.

Anreise

Da wir im Urlaub immer mobil sein möchten, haben wir uns entschlossen mit unserem kleinen, 15 Jahre alten Auto (ja, das hat super funktioniert), die 1075 km bis in die Region Goriska zu fahren. Da ich die ganze Strecke alleine fahren musste, sind wir schon einen Tag früher losgefahren, um nicht die ganzen Kilometer in eins durchfahren zu müssen. Es ging freitags direkt nach der Arbeit los. Bis zur Übernachtungsmöglichkeit, in Wiesent, eine Gemeinde im oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern, haben wir wegen mehreren Staus 8 Stunden gebraucht. Gut das wir in dieser Unterkunft auch nachts ankommen konnten. Ich habe so etwas schon geahnt und mich um eine Unterkunft gekümmert, zu der man zu jeder Zeit anreisen kann, auch für nur eine Nacht. Das ist in der Hauptsaison nicht immer so einfach etwas passendes zu finden. Ich hatte Glück, es war das letzte freie Zimmer im Haus. Der Zimmerschlüssel wurde an ein abgemachtes Plätzchen gelegt. Und ich bin um 1:30 Uhr tot ins Bett gefallen. Am nächsten Tag, gut ausgeschlafen und ordentlich gefrühstückt, ging es über Österreich und Italien nach Slowenien. Am besten in Österreich noch einmal volltanken. Dort ist es am günstigsten! Ich ziehe es meistens vor kleinere Straßen zu fahren um mehr von der Landschaft zu sehen und auch anhalten zu können um zu fotografieren. Von Wiesent nach Bovec, etwa 450 km – je nachdem wie man fährt, sind wir noch einmal 8 Stunden unterwegs gewesen. Aber wie gesagt, es waren auch viele kleinere Straßen dabei, die wir gefahren sind. Von Italien, durch den Ort Tarvisio, ging es über den schmalen Predilpass Richtung Bovec. Der Predilpass ist 1156 m hoch. Der Ausblick auf die Berge ist traumhaft. Endlich wieder Berge!

Bovec – im Tal der Soča

Bovec liegt im Nordwesten von Slowenien in den Julischen Alpen, direkt am Triglav Nationalpark. Der Ort lebt hauptsächlich vom Tourismus. Es gibt hier viele Unterkünfte und Zeltplätze. Im Sommer werden Wander-, Kajak-, und Rafting Touren angeboten. In den Sportgeschäften kann alles gekauft werden, was für die Outdoor-Aktivitäten gebraucht wird.

In der ersten Woche hatte ich eine kleine Ferienwohnung (für nur 130 €/8 Tage, für eine Person in der Hauptsaison!) in Čezsoča. Meine bessere Hälfte hat sich auf dem MetalDays in Tolmin ausgetobt. Die nächste Woche hatten wir dann zusammen eine Ferienwohnung im Hauptort Bovec. In Bovec tummeln sich die Outdoor Freaks. Alle sehen sportlich aus und sind auch sportlich gekleidet. In der Gegend um Bovec wurden sogar einige Szenen vom Film „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ gedreht. Das Flusstal von Bovec sieht landschaftlich ähnlich aus wie Neuseeland, wo auch einige Teile des Films gedreht wurden.

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Soča-Rinnen

Die Soča (liegt direkt an der Ortschaft Čezsoča) ist der schönste Fluss den ich je gesehen habe. Glasklar, smaragdgrün, wild und ursprünglich. Mal zwängt sich das Wasser durch enge Schluchten, mal ist das Flussbett breit und geschwungen. Die Quelle des Flusses entspringt im Trenta Tal in den Julischen Alpen. Auf den Weg in den Süden hat die Soča viele Klammen und Schluchten geformt. Über zahlreiche zum Teil abenteuerliche Hängebrücken kann der Fluss überquert werden. In einigen ausgeformten Trögen habe ich sogar die Soča-Forelle gesehen.

Auch einige Bergseen sind sehr beeindruckend. Meine erste mittelschwere Bergwanderung ging zum Krn-See. Der See ist nur zu Fuß zu erreichen. Ist der etwas anstrengende Aufstieg erst einmal geschafft, belohnt der schöne Ausblick in die Bergwelt und ihre Seen. Der kleinere Duplje-See, etwas versteckt und über einen schmalen Pfad zu erreichen, hat mir persönlich besser gefallen als der größere Krn-See.

Wanderwege auf dem Gebiet von Bovec

* Soča-Weg (Soška pot)
* Weg des Friedens (Pot miru)
* Alpe Adria Weg (pot Alpe Adria)
* Mangart
* Krn-See (Krnsko jezero)
* Karster Felsplateau Kriški podi
* Triglav

slowenien-piran-altstadt

Meine Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

* Vršič-Pass
* Quelle der Sava
* Soča
* Krn-See (Krnsko jezero)
* Wasserfall Kozjak
* Wasserfall Boka
* Tolminer Klammen
* Vintgar-Klamm
* Piran

Mirador de Abrante

Beschauliche Höhenbummelei – Hoch über Agulo zum Mirador de Abrante

Eine große Attraktion von La Gomera sind die hohen Aussichtspunkte, wie der Mirador de Abrante, Steilküsten und atemberaubenden Schluchten.

Hoch über Agulo gibt es eine faszinierende Landschaft. Wie auf dem Mars. Oder so wie ich mir den Mars vorstelle. Eine in Rot getauchte, felsige Hochebene, garniert mit grünen Büschen.

Blick zur Nachbarinsel Teneriffa und dem Vulkan Pico del Teide
Blick zur Nachbarinsel Teneriffa und dem Vulkan Pico del Teide

In der Luft schweben – Mirador de Abrante

Das absolute Highlight hier oben – eine gläserne Aussichtsplattform – der Mirador de Abrante. Die Plattform ist nur was für mutige und schwindelfreie Menschen. Also nichts für mich 😉 Der Mirador de Abrante liegt 600 m über dem Meeresspiegel und ragt 7 m über eine Klippe. Eine spektakuläre Aussicht! Von hier aus hast du einen unglaublichen schönen Blick über die Berglandschaft La Gomeras, den kleinen Ort Agulo, den Atlantischen Ozean und die Nachbarinsel Teneriffa mit seinem imposanten Vulkan Pico del Teide.

Die Höhenstraße GM-1 von Agulo Richtung Vallehermoso
Die Höhenstraße GM-1 von Agulo Richtung Vallehermoso

Falls du nicht so gut zu Fuß bist, kannst den Mirador de Abrante auch mit dem Auto erreichen. Von Agulo fährst du über die Höhenstraße GM-1 ein kurzes Stück Richtung Vallehermoso weiter und biegst links Richtung Las Rosas ein. Ab hier fährst du Richtung Besucherzentrum Juego de Bolas. Vom Besucherzentrum ist der Mirador de Abrante ausgeschildert. Es geht noch etwa 2,3 km über eine kleine Straße bis zur Aussichtsplattform.

Der Mirador de Abrante liegt 600 m über dem Meeresspiegel
Der Mirador de Abrante liegt 600 m über dem Meeresspiegel

Auf dem gegenüberliegenden Felsen gibt es eine zweite Marslandschaft. Das Plateau ist ein Geheimtipp von einer Einheimischen. Leider habe ich es nicht mehr geschafft mir das anzusehen.

Agulo – Das „Sahnetörtchen“ La Gomeras

Der kleine Ort Agulo ist umgeben von steilen roten Felswänden, die bis zum Mirador de Abrante hochragen. Agulo liegt in einem Talkessel, 250 m über dem Meeresspiegel auf einer Hochfläche. Der Ort soll mit zu den schönsten La Gomeras gehören und wird auch als „Sahnetörtchen bezeichnet. Ein malerischer Ort mit weiß, gelb, rot getünchten Häusern, kopfsteingepflasterten, engen Gassen, umgeben von fruchtbaren Terrassenfeldern und einem traumhaften Meerblick. Eine Sehenswürdigkeit mitten im Ort ist die kleine Kirche Iglesia de San Marcos mit ihren fünf weißen Kuppeln, die im maurischen Stil erbaut wurde. Auch Agulo hat eine alte Bananenverladestation (Pescante de Agulo), so wie Hermigua (Pescante de Hermigua). Wie in Hermigua sind nur noch die Betonpfeiler zu sehen, die aus dem Wasser ragen. Früher war auf den Betonpfeilern ein Ausleger mit Schienen. Die Bananen sowie andere Waren wurden auf kleinen Loren bis an das Ende des Auslegers transportiert und dann auf Boote verladen.

Das „Sahnetörtchen“ Agulo
Das „Sahnetörtchen“ Agulo
Nur noch die Betonpfeiler der alten Bananenverladestation sind zu sehen (Pescante de Agulo)
Nur noch die Betonpfeiler der alten Bananenverladestation sind zu sehen (Pescante de Agulo)
Im maurischen Stil erbaut, Iglesia de San Marcos in Agulo
Im maurischen Stil erbaut, Iglesia de San Marcos in Agulo

Besucherzentrum Juego de Bolas

Etwa 2,3 km vor dem Mirador de Abrante ist das Besucherzentrum Juego de Bolas. Hier kannst du viel über die Entstehung La Gomeras erfahren, das Klima, Flora und Fauna, den berühmten immergrünen Lorbeerwald. Es gibt ein kleines völkerkundliches Museum, du erfährst interessantes über die Silbo-Pfeifsprache und den gomerischen Trommeltanz. Um das Haus herum ist der Botanische Garten angelegt, mit einem majestätischen Drachenbaum, viele Farne und Dickblattgewächse. Vom Besucherzentrum Juego de Bolas werden geführte Wanderungen in den Nationalpark Garajonay angeboten.

Landschaft am Mirador de Abrante
Landschaft am Mirador de Abrante
Die Strasse GM-1 und der Wanderweg Richtung Agulo
Die Strasse GM-1 und der Wanderweg Richtung Agulo

Zur Wandertour

Ich habe einen gemütlichen Auf- und Abstieg gewählt. Der direkte Aufstieg von Agulo bis zum Mirador de Abrante geht natürlich auch. Der Weg führt über viele Kehren steil bergauf bis zur Aussichtsplattform. Habe ich mir dieses Mal erspart. Meine Tour hat nicht so viele Höhenmeter, dafür geht es dann aber 840 m bergab! Muss ja nicht immer nur bergauf gehen 😉

Da ich während meines ganzen Aufenthalts auf der Insel La Gomera keinen Mietwagen bekommen habe, ging es wieder mit dem Taxi bis zum Startpunkt, kurz vor dem Besucherzentrum Juego de Bolas. Der Wanderweg führt über Terrassen und geht stetig bergauf. Immer wieder mit wunderschönen Ausblicken. An verlassenen Häusern vorbei, bis auf die hohen roten Klippen und weiter zum Mirador de Abrante, mit Blick auf das kleine Dorf Agulo und dem Atlantischen Ozean.

Höher fliegen oder La Gomera von oben

Dieses Mal habe ich meine kleine Drohne mitgenommen. Damit habe ich sowieso immer die schönsten Aussichten. Oder besser gesagt, andere Ansichten. Als ich etwas über die Klippe geflogen bin, um den Ort Agulo zu fotografieren, wurde mir schon leicht schwindelig. Und ich stand in sicherer Entfernung! Bestimmt 100 m vom Abgrund entfernt! Fand es trotzdem etwas gruselig, über die Klippe zu fliegen und den Abgrund zu sehen. Ja, ich weiß, mein Leben war nicht in Gefahr. Es ging trotzdem verdammt tief runter.

Blick über die Klippe auf den malerischen Ort Agulo
Blick über die Klippe auf den malerischen Ort Agulo
Wanderweg und Strasse
Wanderweg und Strasse
Strasse und Wanderweg vom vorherigen Bild
Strasse und Wanderweg vom vorherigen Bild

Ein Spanier hatte mit seiner Drohne weniger Glück. Die ist irgendwo abgestürzt und er war verzweifelt auf der Suche, um seine Technik wiederzufinden. Bei dem Gelände nicht unbedingt einfach. Wenn dann noch die Verbindung zum Fluggerät flöten geht. Ich musste selber schon bei so einigen Ausflügen schwitzen. Nebel, Wind (!), zu weit geflogen oder ein schlechtes, bis gar kein Signal. Alles blöd um zu fliegen. Bis jetzt hatte ich immer noch Glück! Fast auf der ganzen nördlichen Insel ist es möglich oder besser gesagt erlaubt, mit der Drohne zu fliegen. Natürlich nicht im Nationalpark Garajonay oder in der Nähe vom Flughafen, der im Süden liegt. Und auch nicht über Orte oder Naturschutzgebiete.

Wanderweg über Terrassenfelder
Wanderweg über Terrassenfelder
Wanderweg
Wanderweg
Überall auf La Gomera sind verlassene Häuser
Überall auf La Gomera sind verlassene Häuser
Verlassenes Haus am Wanderweg
Verlassenes Haus am Wanderweg
Wanderweg Richtung Agulo
Wanderweg Richtung Agulo
Abschüssiger Wegabschnitt
Abschüssiger Wegabschnitt

Die Wandertour geht ein kurzes Stück den gleichen Weg zurück. Weiter bis durch den kleinen Ort Agulo, Lepe und zum Strand Santa Catalina in Hermigua.

Vom Wanderweg weit über der kleinen Siedlung Piedra Gorda, kannst du bei schönem Wetter die Nachbarinsel La Palma sehen. Auf meinem Bild ist sogar noch die Aschewolke vom Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja zu sehen, der vom 19. September bis zum 25. Dezember aktiv war. Da der Flugverkehr nach La Palma eingeschränkt war, sind jeden Tag mehrere Fähren von Teneriffa nach La Palma gefahren. Wahrscheinlich auch viel Vulkan-Tourismus.

Aschewolke vom Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf der Insel La Palma
Aschewolke vom Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf der Insel La Palma

Die Wanderwege dieser Tour sind relativ leicht begehbar. Teilweise sogar gesichert. Aufmerksam solltest du immer sein. Auch hier könntest du auf einigen Wegen abrutschen. Die Wege sind teilweise hoch, aber recht breit. Eine leicht ausgesetzte Stelle gibt es auf der Tour (siehe Bild).

Strasse Richtung Agulo
Strasse Richtung Agulo
Wanderweg Richtung Agulo
Wanderweg Richtung Agulo

Allgemeine Informationen über La Gomera findest du hier:

https://www.lichtwolken.de/la-gomera-wild-gruen-urspruenglich-eine-vulkaninsel-im-atlantik/

Tourdaten

  • Tourlänge: 9,35 km
  • Bergauf: 210 m
  • Bergab: 840 m
  • Region: Agulo, Nordküste La Gomeras mit Blick nach Teneriffa.
  • Besonderheiten: Mirador de Abrante
  • Schwierigkeit: Mittel, festes Schuhwerk, Trittsicherheit
  • Einkehr: Restaurant im Mirador Abrante, Restaurant Juego de Bolas, Agulo, Hermigua

Falls du Anregungen oder Fragen zu dieser Wandertour oder den Bildern haben solltest, frag gerne nach. Ich freue mich. Für weitere Tipps habe ich immer ein offenes Ohr.

Blick auf Hermigua

Durch das grüne Tal von Hermigua bis zum Playa de la Caleta

Erst einmal: Wandern ohne Höhenmeter, das gibt es auf der Insel La Gomera nicht. Es sei denn du machst einen kürzeren Städtetrip durch San Sebastián, Valle Gran Rey oder einem anderen Ort. Ins Schwitzen kommst du auf der Vulkaninsel auf jeden Fall. Sei es durch die Anstiege, die abschüssigen Wege oder die wärmeren Temperaturen im Süden. Der letzte Vulkanausbruch liegt ungefähr 3 Millionen Jahre zurück. Da wird hoffentlich nichts mehr Explosives passieren.

Allgemeine Informationen über La Gomera findest du im Einleitungsartikel, den ich geschrieben habe.

Wanderweg mit Blick auf das Tal von Hermigua
Wanderweg mit Blick auf das Tal von Hermigua

Von Hermigua zum Strand Playa de la Caleta

Jetzt komme ich zum „gemütlichen“ Teil: Meine allererste Erkundungstour auf der wilden Insel La Gomera! Wie im Einleitungsartikel beschrieben, habe ich während der Pandemie leider keinen Mietwagen bekommen. Deshalb startete meine erste Tour direkt vom Urlaubsort Hermigua. Die Wandertour führt über schmale, teils steile Pfade, über etwas Straße und zum Verschnaufen ein kleines Stück Schotterpiste bis runter zum Strand Playa de la Caleta und wieder zurück nach Hermigua.

Hermigua, eingebettet inmitten einer grünen Berglandschaft

Das Tal von Hermigua soll das Grünste der Insel sein. Die Bananenpflanzen reichen bis zum Meer. Das größte Bananenanbeigebiet La Gomeras ist im Tal von Hermigua. Die Bananenstauden wachsen hauptsächlich weiter unten im Tal. Hermigua ist eine Art Streusiedlung. Die Häuser verteilen sich über das ganze Tal, teilweise bis hin zu den Berghängen hinauf. Hermigua selbst ist ein ruhiger Ort und optimaler Ausgangspunkt für Wanderungen. Das obere Tal grenzt direkt am Nationalpark Garajonay.

Einige Restaurants gibt es hier natürlich auch. Absolut zu empfehlen ist das kleine Restaurant El Faro im Ortsteil Santa Catalina, kurz vor dem Meer. Ich habe dort oft gegessen. Für den Abend solltest du einen Tisch reservieren. Das kleine Restaurant ist gut besucht. Von der Dachterrasse hast du einen herrlichen Blick über das Meer bis hin zur Nachbarinsel Teneriffa! Im November kann es auf der Dachterrasse allerdings etwas windig werden. Auch so, dass es ungemütlich wird.

Knackiger Anstieg zur Kammhöhe Mirador de la Orilla

Straße zum Playa de la Caleta
Straße zum Playa de la Caleta

Etwa 200 m vom Strand von Hermigua entfernt, vor der Abzweigung zum Naturschwimmbecken El Pescante, führt ein schmaler Pfad fast 200 Höhenmeter den ersten Berg hinauf. Bis zur Kammhöhe Mirador de la Orilla und einer Straßengabelung. Ich sag ja, ohne Höhenmeter geht hier nichts. Du durchläufst eine wunderschöne bergige Landschaft mit Blick auf das Tal von Hermigua und den Atlantik. Auf der anderen Seite des Bergkamms geht es etwas seichter wieder bergab. Die steinige Landschaft ist mit einigen Kakteen dekoriert. Von hier aus hast du einen herrlichen Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa und die kurvige Straße, die zum Playa de Caleta führt. An der Straße angekommen, gibt es nur die Möglichkeit, der Straße zu folgen. Ein Wanderweg führt nicht bis zum Strand. Die Straße wird aber wenig bis gar nicht befahren.

Playa de la Caleta, einer der schönsten Strände im Norden La Gomeras

Der Playa de la Caleta ist steinig und ca. 180 m lang
Der Playa de la Caleta ist steinig und ca. 180 m lang
Vom Playa de la Caleta ist die Insel Teneriffa mit dem höchsten Berg Spaniens zu sehen, dem Pico del Teide (3.715 m)
Vom Playa de la Caleta ist die Insel Teneriffa mit dem höchsten Berg Spaniens zu sehen, dem Pico del Teide (3.715 m)

Der Playa de la Caleta soll mit zu den schönsten Stränden an der Nordküste La Gomeras gehören. Der Strand selber ist etwa 180 m lang oder besser gesagt kurz und ist von hohen Klippen eingefasst. Die meisten Strände auf der Insel sind relativ klein und steinig. Hat aber den Vorteil, dass sich an den Stränden nur wenige Menschen aufhalten. Der Playa de la Caleta besteht aus grobem Kies. An einigen Stellen ist feiner, schwarzer Sand zu sehen. Direkt am Strand ragt ein Felsfinger aus dem Wasser. Vom Strand aus schaust du direkt auf die Nachbarinsel Teneriffa mit dem höchsten Berg Spaniens. Dem Pico del Teide (3.715 m). Das Strandrestaurant am Playa de la Caleta hat seit einigen Jahren geschlossen.

Tja, der Kaktus passt nicht auf meine Fensterbank
Tja, der Kaktus passt nicht auf meine Fensterbank 😉

Ein paar wenige Strände La Gomeras, wie im Valle Gran Rey, bestehen aus wunderschönem, schwarzen, glitzerndem Sand. Nachteil, den Strand hast du nicht für dich alleine! Das Valle Gran Rey ist schon wesentlich touristischer als die Gegend rund um Hermigua.

Playa de la Caleta ohne schweißtreibende An- und Abstiege

Du kannst den Playa de la Caleta von Hermigua mit dem Auto in 15 Minuten über eine kurvenreiche Straße erreichen. Vor dem Strand gibt es einen kleinen Parkplatz.

Für die tierlieben Menschen unter uns

Gefreut habe ich mich über eine Futterstelle für Katzen direkt am Strand. Mit einem Zettel in deutscher Sprache, einem kleinen Sack Katzenfutter und einem Kanister mit Wasser. Und der Bitte, den leeren Napf mit Futter und den zweiten Napf mit Wasser aufzufüllen.

Blick auf den Playa de la Caleta – rechts im unteren Drittel des Bildes ist der Küstenweg Punta San Lorenzo zu sehen
Blick auf den Playa de la Caleta – rechts im unteren Drittel des Bildes ist der Küstenweg Punta San Lorenzo zu sehen

Küstenweg Punta San Lorenzo

Ich empfehle dir noch den abenteuerlichen Weg zur Landspitze Punta San Lorenzo. Du kannst den Weg vom Parkplatz aus sehen. Der Küstenweg ist mit einem Geländer gesichert und führt bis zur 2,7 km entfernten alten Schiffsanlegestelle (Punta San Lorenzo). Ich habe den Weg zur Landspitze leider nicht mehr geschafft, ansonsten hätte ich im Dunklen zurückwandern müssen. Und das ist auf teilweise abschüssigen Wegen nicht ratsam.

Schmaler Wanderweg
Schmaler Wanderweg
Ab hier wird der Weg abschüssig
Ab hier wird der Weg abschüssig

Abschüssiger Wegabschnitt!

Zurück geht es über eine staubige Straßenpiste und teilweise schmalen Wanderwegen. Ab Kilometer 7 – 7,5 kommt noch ein abschüssiger Wegabschnitt. Es sind geschätzt so ungefähr 500 m. Im Nachhinein kommt mir das etwas lang vor. Ich habe dort nur ein Foto gemacht und kann dir nicht mehr so genau sagen, ob es wirklich 500 m abschüssiger Weg waren. Für dieses Stück solltest du schwindelfrei sein. Der Pfad ist teilweise sehr schmal. Ich hatte auf diesem Abschnitt schon etwas mit mir zu kämpfen und war froh als der Weg wieder breiter wurde und durch flaches Gelände führte.

Blick über die Bananenplantage von Hermigua
Blick über die Bananenplantage von Hermigua

Ein Treppenweg führt wieder in das Tal von Hermigua zurück und weiter an Häusern vorbei. Hunde bellen fast an jeder Ecke. In dieser Gegend habe ich keine freilaufenden Hunde gesehen. So mancher Hund kann sich schon etwas bedrohlich anhören. Viele Grundstücke sind eingezäunt und videoüberwacht.

Siesta auf einer Mauer in Hermigua
Siesta auf einer Mauer in Hermigua
Anhand der Heckscheibe kannst du erkennen, dass es auf La Gomera Schotterpisten gibt
Anhand der Heckscheibe kannst du erkennen, dass es auf La Gomera Schotterpisten gibt
Wanderweg mitten durch die Bananenplantage
Wanderweg mitten durch die Bananenplantage

Weiter geht es mitten durch die Bananenplantage und wieder zurück bis zum Ortsteil Santa Catalina von Hermigua.

Der Anbau von Bananen ist heute nicht mehr rentabel
Der Anbau von Bananen ist heute nicht mehr rentabel
Sonnenuntergang am Playa de Hermigua, mit Blick auf den Teide von Teneriffa – vor den Felsen ist die Bananenverladestation „El Pescante“ zu sehen (Betonpfeiler, die aus dem Wasser ragen)
Sonnenuntergang am Playa de Hermigua, mit Blick auf den Teide von Teneriffa – vor den Felsen ist die Bananenverladestation „El Pescante“ zu sehen (Betonpfeiler, die aus dem Wasser ragen)

Tourdaten

  • Tourlänge: 9,7 km
  • Höhenmeter: 570 m
  • Region: Hermigua, Nordküste La Gomeras mit Blick nach Teneriffa.
  • Besonderheiten: Playa de la Caleta (schwarzer Lavastrand), wunderbare Aussichten auf das Tal von Hermigua und die Nachbarinsel Teneriffa.
  • Schwierigkeit: Mittel, festes Schuhwerk, Trittsicherheit und für einen Wegabschnitt sollte Schwindelfreiheit vorhanden sein.
  • Einkehr: Die kleine Bar am Playa de la Caleta ist seit Jahren geschlossen. Ein Picknickplatz ist vorhanden. Für Katzen gibt es hier eine Futterstelle. Bitte die Näpfe mit Futter und Wasser auffüllen. In Hermigua empfehle ich das kleine Restaurant El Faro. Für den Abend einen Tisch reservieren. Adresse: El Faro, Camino de La Playa Santa Catalina 15, Hermigua, Tel. 0034 – 922 – 880 062. Eine Website gibt es nicht!

Falls du Anregungen oder Fragen zu dieser Wandertour oder den Bildern haben solltest, frag gerne nach. Ich freue mich. Für weitere Tipps habe ich immer ein offenes Ohr.

HInter dem Hinanger Wasserfall

Hinanger Wasserfälle im Oberallgäu – eine Wandertour, die auch bei schlechtem Wetter sehenswert ist

Was macht man bei schlechtem Wetter, tief hängenden Wolken, Regen und trüben Aussichten? Wandern! Ja, genau, Wandern! Das geht auch ohne Sonnenschein. Es kann doch auch langweilig werden, immer blauer Himmel, eine leichte Brise und die wärmende Sonne auf der Haut. Ja, ok, ist auch ganz nett. Aber nicht heute und nicht auf dieser Tour. Auf dieser Tour wird es etwas nasser als sonst. Also mache ich das Beste daraus. Übrigens zeigt sich die Natur bei Nieselwetter auch von seiner schönsten Seite. Du musst nur genau hinschauen.

Fischen im Allgäu
Fischen im Allgäu

Von Fischen im Allgäu zu den Hinanger Wasserfällen

Für einen kurzen Urlaub bin ich ins wunderschöne Allgäu gefahren. Natürlich mit der Absicht, um mir die Berglandschaft und Natur anzusehen. Endlich wieder eine Tour in den Bergen! Auch wenn diese an diesem Tag nicht zu sehen waren. Tiefhängende Wolken verdeckten die schöne Bergkulisse. Das Oberallgäu ist ein Wanderparadies. Ich habe mir eine Unterkunft im kleinen beschaulichen Ort Fischen im Allgäu ausgesucht. Hier ist es etwas ruhiger als im bekannten Oberstdorf.

Bei schlechtem Wetter ist es natürlich nicht ratsam, eine Bergtour zu starten. Es ist einfach zu gefährlich. Die Wege zu rutschig. Deshalb zeige ich dir eine kleine Tour, die auch bei schlechtem Wetter machbar ist. Die Wege sind zwar immer noch rutschig, aber du kannst nicht an einem steilen Hang abstürzen.

Falls du jetzt in Fischen im Allgäu bist, die Umgebung etwas erkunden möchtest und evt. sogar noch das Wetter schlecht ist, dann ist die Tour optimal für dich 😉 Die Wanderung ist natürlich auch bei schönem Wetter wunderbar.

Die Iller ist ein 147 km langer Fluss
Die Iller ist ein 147 km langer Fluss

Wem vor oder nach der Tour der Magen knurrt und in Fischen im Allgäu etwas essen möchte, sollte früh genug einen Tisch reservieren!

Auf dieser Tour bin ich einfach drauf losgelaufen. Ohne große Planung einfach nur raus und die Landschaft erkunden. Ein großer Vorteil bei schlechtem Wetter, es sind wenige Menschen unterwegs. Im Allgäu selber ist schon relativ viel los. Zur Hauptsaison sowieso. In Fischen im Allgäu halten sich mehr Gäste als Einheimische auf. Fast jeder Einheimische bietet eine oder mehrere Ferienwohnungen an. Die ganze Region lebt vom Tourismus.

Ein bisschen lästig waren die Restaurantbesuche. Mir wurden von Gästen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, geraten, schon morgens einen Tisch für den Abend zu reservieren. Meine Gastgeberin hat das bestätigt. Ist nicht so meins, weil ich sehr spontan bin und der Tag anders enden kann als geplant. Meistens sogar sehr oft. Der Ort Fischen ist sehr klein und die zum Teil wenigen Tische, die sich draußen vor den Restaurants befinden, schnell reserviert. So mancher Gastwirt versucht dann doch noch irgendwie hungrige Gäste unterzubringen. Oft dann aber im Restaurant und nicht draußen. Im Sommer sitzt es sich draußen natürlich gemütlicher.

Da ich sehr gerne italienisch esse, kann ich das Restaurant La Grotta in Fischen empfehlen. Der Außenbereich ist sehr klein. Im Sommer also auf jeden Fall einen Tisch reservieren! Oder die Gastwirte nett anlächeln und um einen Tisch betteln 😉 Da mein Mann und ich uns nie lange im Restaurant aufhalten, haben wir den letzten Platz im Restaurant dankend angenommen.

Wasser von allen Seiten – neben, hinter und direkt unter den Hinanger Wasserfällen

Im Nieselregen geht es los durch den kleinen Ort Fischen im Allgäu. Bei schlechtem Wetter ist im Ort nur wenig los. Der Wandertour führt durch den Ort am Minigolfplatz vorbei durch einen kleinen Wald und dann entlang der Iller. Eigentlich ein schöner, klarer Fluss, der sich vom vielen Regen in einen braunen reißenden Strom verwandelt hat.

Bewohnerin von Hinang balanciert auf einem Zaun
Bewohnerin von Hinang balanciert auf einem Zaun
Der Regen hat der Glückskatze nichts ausgemacht
Der Regen hat der Glückskatze nichts ausgemacht

Vom kleinen idyllischen Ort Unterhalthofen geht es weiter nach Hinang und den gleichnamigen Wasserfällen, die Hinanger Wasserfälle. Klein, aber fein und nass. Der Wanderweg ist nur wenige Zentimeter vom tosenden Wasser, das durch das Flussbett des Hinanger Bachs fließt, entfernt. Über Treppen, Stege und Brücken geht es durch einen wunderschönen Tobel stetig bergauf zu den Wasserfällen. Der erste Wasserfall versprüht einen feinen Wasservorhang und kann von der Brücke aus bewundert werden.

Durch den Tobel am Hinanger Bach entlang
Durch den Tobel am Hinanger Bach entlang

Du überquerst die Brücke direkt neben dem Hinanger Wasserfall, der sich 12 Meter in die Tiefe stürzt. Irgendwie kam mir das wesentlich höher vor. Ein paar Meter weiter streckt sich eine Felswand senkrecht empor. Teilweise überhängend. Die Wasserfälle fallen über die lange Felskante. Da es sowieso den ganzen Tag geregnet hat, machte mir das bisschen Wasser von den Hinanger Wasserfällen auch nichts mehr aus. Nass war ich sowieso schon. Der Wanderweg ist tatsächlich direkt unter einen Wasserfall. Zum Glück kam dort nicht so viel Wasser von oben runter. Der Regenschirm war trotzdem sehr hilfreich. Wieder ein paar Meter weiter geht es hinter einem Wasserfall her. Ich bin mir nicht sicher, ob die beiden kleineren Wasserfälle in regenärmeren Zeiten auch zu sehen sind.

Brücke am ersten Hinanger Wasserfall, mit einer Fallhöhe von 12 m
Brücke am ersten Hinanger Wasserfall, mit einer Fallhöhe von 12 m
Wanderweg am Felsen
Wanderweg am Felsen
Hier wird es etwas nass
Hier wird es etwas nass
Mit Regenschirm unter einem kleinen Wasserfall her
Mit Regenschirm unter einem kleinen Wasserfall her
Wanderweg hinter einem Wasserfall
Wanderweg hinter einem Wasserfall
Wanderweg mit überhängenden Felsen
Überhängende Felsen
Wanderweg am Felsen entlang
Wanderweg am Felsen entlang

Ich muss schon sagen, die Wasserfälle waren das Highlight auf dieser Wandertour. Der eigentliche Weg durch den Tobel zu den Wasserfällen ist nicht lang, aber auf jeden Fall sehenswert. Eintritt musst du nicht für die Besichtigung bezahlen. Vom Weg aus hast du noch einen tollen Ausblick auf die Hörnerkette und den Oberstdorfer Berge. Ich konnte leider nichts sehen. Es hat ja den ganzen Tag geregnet und kein einziger Berg wollte sich zeigen.

Wald im Nebel
Es hat den ganzen Tag geregnet

Über Bergwiesen mit grasenden Allgäuer Kühen

Nach den Hinanger Wasserfällen und durch ein kleines Wäldchen geht es mitten über eine große Wiese mit waschechten Allgäuer Kühen. Die Wiesen können bei nassem Wetter an einigen Stellen schon etwas schlammig sein. Schnüre dir wasserfeste Schuhe an die Füße. Imprägnieren ab und zu nicht vergessen. Da bin ich leider doch etwas nachlässig. Und das merke und fühle ich dann natürlich blöderweise immer wieder auf so einer Wandertour.

Zu den Kühen solltest du immer Abstand halten! Mir ist bis jetzt noch nichts passiert, aber vor den Kuhwiesen weisen meistens Schilder auf dein korrektes Verhalten gegenüber den Tieren hin.

Tiefhängende Wolken verdecken die Bergkulisse
Tiefhängende Wolken verdecken die Bergkulisse
Der Wanderweg führt mitten über eine riesige Wiese mit Kühen
Der Wanderweg führt mitten über eine riesige Wiese mit Kühen

Einige Abschnitte führen durch Wald, was bei Regen sehr angenehm ist. Im Großen und Ganzen ist diese Tour sehr einfach nachzuwandern. Einige verwurzelte Wege sind bei Regen etwas rutschig und die Wiesen können teilweise etwas schlammig sein. Aber bei schlechtem Wetter auf jeden Fall machbar. Du kannst hier nicht abstürzen, es sind einfache, begehbare Wege mit einer leichten Steigung oder Gefälle. Schwindelfrei musst du für diese Wandertour auch nicht sein.

Die Wurzeln sind bei Nässe rutschig
Die Wurzeln sind bei Nässe rutschig
Durch den veregneten Wald
Durch den veregneten Wald
Große Sterndolde
Große Sterndolde

Es folgen noch weitere Touren durch die wunderschönen Allgäuer Hochalpen. Mit besserem Wetter und murmeligen Tiersichtungen!

Falls du Fragen haben solltest, kannst du gerne fragen oder einen Kommentar schreiben.

Meine bessere Hälfte hat ein Video von dieser Tour erstellt. Schau doch einfach vorbei 😉

Tourdaten

  • Tourlänge: 12,3 km
  • Höhenmeter: 280 m
  • Region: Fischen im Allgäu, Oberallgäu, Bayern
  • Besonderheiten: Hinanger Wasserfälle
  • Schwierigkeit: leicht, festes Schuhwerk
  • Einkehr: Fischen im Allgäu, Hinang
  • Parken: Ich habe direkt vor der Ferienwohnung geparkt. Hilft dir jetzt nicht weiter, ich weiß 😉 Es gibt genug Parkmöglichkeiten in Fischen im Allgäu, allerdings nicht gratis. Es sei denn du hast eine Allgäu-Walser-Card. Mit dieser Karte kannst du allerdings nur bis zu zwei Stunden parken. Eigentlich ist das Parken überall in der Region eine kostspielige Sache. Parkgebühren bis zu 10 Euro sind keine Seltenheit. Und es wird regelmäßig kontrolliert! Durch die vielen Touristen in dieser Region sind Parkplätze in einigen Orten oder in der Nähe von Sehenswürdigkeiten echte Mangelware. Es gibt die Möglichkeit, über eine App Parkplätze zu bezahlen. Hätte ich besser machen sollen. So mancher Automat hat mir den letzten Nerv geraubt! 10 Euro in Münzen, nein Geldscheine hat der Automat nicht genommen!

Unterkünfte finden

Hier habe ich meine Unterkunft gefunden: https://www.hoernerdoerfer.de/fischen

Lama-Fohlen mit Muttertier

Panoramawanderung Richtung Anden – So schön ist der Teutoburger Wald

Wieder war ich auf der Suche nach einer schönen, interessanten und abwechslungsreiche Wandertour. Auf der es viel zu entdecken gibt. Und ich wurde tatsächlich fündig! Dieses Mal im Teutoburger Wald bei Borgholzhausen! Meine erste Wanderung mit wirklich vielen fantastischen Aussichten! Aussichten deshalb, weil der Teuto teilweise wegen kaputter Bäume sehr ausgedünnt worden ist. An wenigen Stellen war regelrechter Kahlschlag. Ist ja leider in einigen Ecken vom Teutoburger Wald so. Der Vorteil, Fernblicke bis zum Horizont und neue junge Bäume bekommen ihre Chance, ganz groß zu werden.

Seidiger Glanzrüssler
Seidiger Glanzrüssler
Blutroter Schnellkäfer
Blutroter Schnellkäfer
Zitronenfalter
Zitronenfalter
Zwerg am Hermannsweg
Zwerg am Hermannsweg

Schlucht, Panoramen, Insekten und viele Lamas

So was gibt es Schönes zu sehen auf dieser Tour? Erst einmal fantastische Aussichten. Eine Burg! Zur richtigen Jahreszeit und Wetter, Insekten, viele Insekten! Machen sich immer gut auf Bildern. Wenige Menschen. Eine kleine Schlucht, die den Namen Clever Schlucht trägt. Und Lamas, ganz viele Lamas! Ok, als ich da war, exakt 30 goldige und aufgeweckte Lamas. Groß, klein, machohaft, zweifarbig oder gepunktet … alles vertreten. Und so zuckersüß. Kann es nicht anders sagen. Seit dieser Tour bin ich lamaverliebt. Du musst dich nur ein paar Minuten an den Zaun stellen und die haarigen Andenbewohner beobachten. Es ist schnell um dich geschehen.

Clever-Schlucht in Borgholzhausen
Clever-Schlucht in Borgholzhausen
Clever-Schlucht
Clever-Schlucht
Felsen in der Clever-Schlucht
Felsen in der Clever-Schlucht

Auf gehts zur Clever Schlucht und dem Barenberg

Etwa 500 m von der Burg Ravensberg gibt es zwei Parkplätze. Von dort aus geht es leicht ansteigend durch den Teuto, zum ersten Highlight, die Clever Schlucht. Die Schlucht ist nicht mit Schluchten in Österreich oder Slowenien zu vergleichen. Wir sind im Teuto! Aber die kleine Schlucht kann sich sehen lassen. Leicht gebirgig, felsig, der Boden ist mit Totholz und Farn bedeckt. Aus der Schlucht heraus führt der Wanderweg oberhalb der Schlucht weiter an vielen Insekten vorbei, bis auf den 269 m hohen Barenberg. Von hier aus hast du eine tolle Aussicht auf den Ort Hesseln und das Umland. Eine kleine wackelige Sitzgelegenheit steht mitten auf dem Gipfel des Barenbergs. Ich denke, es dauert nicht mehr so lange bis zum kompletten Zerfall.

Wanderer auf dem Hermannsweg
Wanderer auf dem Hermannsweg
Blick Richtung Hesseln, Ortsteil der Stadt Halle
Blick Richtung Hesseln, Ortsteil der Stadt Halle
Wanderweg zum Barenberg (269 m)
Wanderweg zum Barenberg (269 m)
Sitzgelegenheit auf dem Gipfel des Barenbergs (269 m)
Sitzgelegenheit auf dem Gipfel des Barenbergs (269 m)

Wunderbare Fernsichten vom Hermannsweg

Vom Barenberg führt ein kleiner Pfad teilweise sehr steil, wieder auf den eigentlichen Wanderweg. Besser ist, du gehst wieder ein paar Meter auf den eigentlichen Wanderweg zurück. Der kleine Pfad ist recht zugewachsen. Vom Weg hast du einen Blick auf das weit entfernte Asphaltmischwerk. Weiter geht es durch das Hesseltal, an Fischteichen und der Hessel vorbei bis zum Hermannsweg der über den Kamm führt. Immer wieder mit wunderschönen Panoramen, zum Teil auf beiden Seiten. Ich war noch nie auf einer Tour unterwegs, mit so vielen Panoramen. Einfach nur herrlich! Ich konnte mich nicht daran sattsehen. Immer weiter ging es durch den Teutoburger Wald, bergauf und bergab. Die Sonnenstrahlen blitzten durch das Blätterdach der Baumkronen. Und irgendwann stand ich zwischen mehreren Lamas.

Das Asphaltmischwerk in weiter Ferne
Das Asphaltmischwerk in weiter Ferne
Einer der schönen Ausblicke in die nördliche Richtung
Einer der schönen Ausblicke in die nördliche Richtung
Und noch ein wunderschöner Ausblick vom Hermannsweg in die nördliche Richtung
Und noch ein wunderschöner Ausblick
Hermannsweg mit freier Sicht auf das Umland
Hermannsweg mit freier Sicht auf das Umland
Kleiner Pfad durch den Teutoburger Wald
Kleiner Pfad durch den Teutoburger Wald
Einsamer Wanderweg
Einsamer Wanderweg

Lamas, die haarigen Highlights der Tour!

Ein kleines Paradies für die Andenbewohner. Über mehrere Wiesen verteilt, stehen oder liegen die Lamas im hohen Gras. Mit zum Teil interessanten Fellzeichnungen. Von ein- bis zweifarbig, gefleckt oder mit Punkten übersät. Was ich an den Lamas besonders mag, die putzigen hohen Laute, die die Tiere von sich geben. Und die Ohren. Puschelig und leicht nach innen gebogen.

Ich hatte an diesem Tag Glück. Eine Ausbilderin des AATLA „Animal Assisted Therapy with Llamas and Alpacas“ hat gerade eine kleine Herde Junghengste von einer Wiese geholt. Die Ausbilderin war sehr freundlich und hat einiges über die Lamas und die Arbeit mit den Tieren erzählt. Erst einmal sind Lamas schlauer als Alpakas. Und männliche Lamas sind totale Machos. Da musste ich schmunzeln. Das wurde mir wirklich so gesagt. Und ich konnte es selber beobachten. Als die Junghengste auf eine andere Wiese getrieben wurden, haben sich die haarigen Machos auf der gegenüberliegenden Wiese in Pose geschmissen und rumgeschnaubt.

Die männlichen Lamas schauen gespannt auf die Nachbarwiese
Die männlichen Lamas schauen gespannt auf die Nachbarwiese
Lamas leben eigentlich in den südamerikanischen Anden
Lamas leben eigentlich in den südamerikanischen Anden
Mit den Ohren können Lamas Gefühle ausdrücken
Mit den Ohren können Lamas Gefühle ausdrücken

Da in den Anden die Gräser wesentlich magerer sind, müssen die Mägen der Lamas an unser fettes und nährstoffreiches Gras jedes Jahr wieder neu gewöhnt werden. Deshalb bleiben die Tiere nicht den ganzen Tag auf den Wiesen. Eine Wiese weiter stehen die Fohlen mit den Muttertieren. Die Kleinen sind genauso neugierig und aufgeweckt wie die erwachsenen Lamas.

Die Tiere sind Therapie-Lamas, um traumatisierte Menschen zu therapieren oder um Therapeuten auszubilden. Hier leben 30 Lamas.

Wiese mit Fohlen und Muttertieren
Wiese mit Fohlen und Muttertieren

Die Arbeit mit den Lamas

Die Lamas sind Therapie-Lamas, um traumatisierte Menschen zu therapieren und auch um Therapeuten auszubilden. Auch wenn die Lamas noch so zuckersüß aussehen, bitte nicht anfassen oder streicheln! Das ist wichtig für die Therapie. Die Tiere müssen weiterhin die notwendige Distanz zu den traumatisierten Menschen halten. Außerdem dürfen die Tiere nicht gefüttert werden. Die Mägen der Lamas vertragen kein Obst, Brot, Gemüse, Sträucher oder andere Pflanzen. Nein, auch keine Mohrrüben. Davon können die Tiere ernsthaft krank werden!

AATLA „Animal Assisted Therapy with Llamas and Alpacas“: https://www.aatla.de

Burgmauern der Höhenburganlage Burg Ravensberg
Burgmauern der Höhenburganlage Burg Ravensberg

Die kleine Burg Ravensberg

Von den Lama-Wiesen geht es am Asphaltmischwerk vorbei Richtung Burg Ravensberg. Auf dem Weg zur Burg roch es überall nach Kräuterbrot. Der ganze Waldboden war mit Bärlauch bedeckt.

Die Burg Ravensberg steht mitten im Wald und ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region OWL. Die Burg sowie Burggaststätte, ist wegen Corona zur Zeit leider geschlossen (Stand 29. Mai 2021). Ich hatte an diesem Tag wieder Glück und das Tor zur Burg stand offen. Somit hatte ich die Burg für mich ganz alleine. Natürlich konnte ich die Höhenburg nur von außen bewundern. Ein kleiner Rundweg führt um die Burg herum, auf dem du sanierte Burgmauern entdecken kannst.

Terrasse der Burg Ravensberg
Terrasse der Burg Ravensberg

Auf der Höhenburganlage finden regelmäßig Führungen und Veranstaltungen statt. Auf einer einstündigen Burgführung kannst du das Brunnenhaus besichtigen und einen der tiefsten mittelalterlichen Burgbrunnen in Deutschland sehen (ca. 100 m). Im Brunnenhaus und im Brunnen haben verschiedene Fledermäuse wie die Zwergfledermaus und das Braune Langohr ihren Ruheplatz. Deshalb sind von Ende Oktober bis Mitte April nur eingeschränkte Besuche möglich, um die Tiere nicht im Winterschlaf zu stören.

Weitere Informationen, Öffnungszeiten und Veranstaltungen: https://www.burg-ravensberg.de/

Burggaststätte mit Burgturm
Burggaststätte mit Burgturm
Sonnenuntergang in Borgholzhausen
Sonnenuntergang in Borgholzhausen

Mir hat die Tour sehr gut gefallen. Sehr abwechslungsreich, mit tollen Aussichten und vielen Tieren. Und wenn du später unterwegs bist, gibt es noch den Sonnenuntergang gratis oben drauf!

Falls du Fragen haben solltest, kannst du gerne fragen oder einen Kommentar hinterlassen.

Meine bessere Hälfte hat ein Video von dieser Tour erstellt. Schau doch einfach vorbei 😉

Tourdaten

  • Tourlänge: 15,6 km
  • Höhenmeter: 440 m
  • Region: Borgholzhausen, Kreis Gütersloh in Ostwestfalen-Lippe
  • Besonderheiten: Abwechslungsreiche Wanderung durch den Teutoburger Wald mit vielen Aussichten, Clever Schlucht, Burg Ravensberg, Lamas
  • Schwierigkeit: mittel
  • Hunde: Tour ist für Hunde gut geeignet. Bei den Lamas musst du deinen Hund unbedingt anleinen.
  • Einkehr: Burg Ravensberg
  • Parken: ca. 500 m vor der Burg Ravensberg gibt es zwei Parkplätze.

Bohlensteg im Het Buurserzand

Schön benebelt – Wandern im Het Haaksbergerveen und Het Buurserzand

Kilometerweites Wandern in wunderschöner Natur. Direkt hinter der deutschen Grenze, in den Niederlanden. Die großen Nationalparks und Moore – ein Wanderparadies! Ich kann das Nachbarland für kurze und lange Wandertouren nur empfehlen.

Wanderweg durch ein kleines Wäldchen im Het Haaksbergerveen
Wanderweg durch ein kleines Wäldchen im Het Haaksbergerveen

Mystisch erscheint und verschwindet die Natur im Nebel

Heute war ein besonderer Tag. Das erste Mal war ich bei Nebel in einem Moor unterwegs. Sehr mystisch und teilweise gespenstisch zeichneten sich die Konturen der Bäume und Gräser im Nebel ab und verschwanden dann wieder. Was der Nebel auf einigen Metern freigab, wurde später wieder verschluckt. Im Nebel wirken selbst gewohnte Wege und die Natur ganz anders.

Wald unter Wasser
Wald unter Wasser
Spinnennetz
Spinnennetz
Das Het Haaksbergerveen ist 600 Hektar groß
Das Het Haaksbergerveen ist 600 Hektar groß

Zu dieser Jahreszeit ist das Moor nicht so trocken wie im Sommer. Es sind entstehen viele Wasserflächen. Einige Wege waren komplett überschwemmt oder sehr schlammig. Unbedingt wasserdichte Schuhe anziehen! Ich habe mich früh morgens auf den Weg zu den Mooren Het Haaksberveen und Het Burserzand gemacht. So früh sind wenige Menschen unterwegs. Gegen Nachmittag hat sich der zum Teil dichte Nebel verzogen und die Sonne strahlte vom blauen Himmel.

Flora und Fauna Het Haaksbergerveen

Het Haaksbergerveen gehört mit seiner Größe von 600 Hektar mit zu den schönsten Hochmoorgebieten in den Niederlanden. Für Naturliebhaber hat das Moor aber noch einiges mehr zu bieten! Die Vielfalt der Flora und Fauna ist beeindruckend.

Tote Baumstämme ragen aus dem Wasser
Tote Baumstämme ragen aus dem Wasser
Torfmoose wachsen in nährstoffarmen und sauren Habitaten
Torfmoose wachsen in nährstoffarmen und sauren Habitaten
Hochmoore wie das Haaksbergerveen werden ausschließlich regenwasserernährt
Hochmoore wie das Haaksbergerveen werden ausschließlich regenwasserernährt

Ich habe an diesem Tag leider nur zwei Graugänse auf‘s Bild bekommen. Ich bin zur Zeit mit meinem Smartphone unterwegs und lasse meine Kamera wegen des Gewichts zu Hause. Ohne Teleobjektiv bin ich bei der Motivwahl etwas eingeschränkter. Aber du kannst einiges mehr entdecken. Es gibt hier 30 verschiedene Libellenarten wie die Kleine Binsenjungfer, Torf-Mosaikjungfer und Mond-Azurjungfer. Zu den Graugänsen gesellen sich Schwarz- und Blaukehlchen, Wasserralle sowie Zwergtaucher. Die Kreuzotter gibt es, wie in anderen Mooren auch hier. Ich selber habe bis jetzt noch keine einzige Kreuzotter in einem Moor gesehen. Dafür aber auf meinen Touren in Slowenien gleich mehrere Kreuzottern!

Damit das Moor nicht austrocknet, müssen sich die Niederschläge über das Jahr gleichmäßig verteilen
Damit das Moor nicht austrocknet, müssen sich die Niederschläge über das Jahr gleichmäßig verteilen
Im Hochsommer blühen Glocken- und Besenheide
Im Hochsommer blühen Glocken- und Besenheide
Das nährstoffarme Wasser wird zum größten Teil von der Vegetation gespeichert
Das nährstoffarme Wasser wird zum größten Teil von der Vegetation gespeichert
Nebel im Het Haaksbergerveen
Nebel im Het Haaksbergerveen

Unter den botanischen Besonderheiten kannst du im Haaksbergerveen, Moorlilie, Weißem Schnabelried, Lugenenzian und Sonnentau finden. Im Hochsommer verwandeln Glocken- und Besenheide das Gebiet in ein wunderschönes rosafarbenes Blütenmeer.

Eine Besonderheit ist der 500 m lange Bohlenweg, der durch das Moor führt. Auf meiner Tour war der lange Bohlenweg leider nicht begehbar bzw. die Bohlen komplett weg. Der Steg wird aber wieder instand gesetzt.

500 m langer Bohlensteg im Het Haaksbergerveen
500 m langer Bohlensteg im Het Haaksbergerveen
Zwei Graugänse fliegen über das Moor
Zwei Graugänse fliegen über das Moor

Flora und Fauna Het Buurserzand

Der Buurserzand ist ein abwechslungsreiches und beliebtes Wandergebiet. Das Schutzgebiet ist 455 Hektar groß. Die weitläufige Landschaft liegt zwischen Buurse und Haaksbergen. Die offene Heidelandschaft wechselt sich mit Wasserflächen, Wacholderbüschen, Heidekraut, Mischwäldern und sandigen Flächen ab. Im Buurserzand gibt es Heidefelder mit 150 Jahre alten Wacholdersträuchern! Im Spätsommer blüht auch hier die Besen- und Glockenheide in einem prachtvollen Pink.

Das Schutzgebiet Het Buurserzand ist 455 Hektar groß
Das Schutzgebiet Het Buurserzand ist 455 Hektar groß

In den Graslandschaften fühlen sich viele Rehe und Hirsche wohl. Die beste Gelegenheit, um die Tiere zu beobachten, ist früh morgens oder gegen Abend bei Sonnenuntergang. Auch Waldeidechsen, Schwarzkehlchen, Pirol und Grünspechte haben hier ihr Zuhause. Da die Flächen wiedervernässt wurden, konnten sich seltene Pflanzen wie der Sonnentau, Lungenenzian und die Moorlilie wieder ausbreiten.

Viele Rad- und Wanderwege führen durch den Buurserzand. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es die Möglichkeit vom Infocentre De Wakel, mit einem Förster im Wakelexpress-Elektrowagen die Landschaft zu erkunden.

Kurzer Bohlensteg im Buurserzand, im Sommer ist keine Wasser unter dem Steg
Kurzer Bohlensteg im Buurserzand, im Sommer ist keine Wasser unter dem Steg
Viel Wasser im Moor – Vor meiner Wanderung hat es über mehrere Tage geregnet
Viel Wasser im Moor – Vor meiner Wanderung hat es über mehrere Tage geregnet
Wasser staut sich auf den Mineralböden
Wasser staut sich auf den Mineralböden

Rustpunt Buurserzand – Gemütlich am Buurser Beek eine heiße Schokolade trinken

Ein weiterer schöner Wanderweg führt am Buurser Beek entlang. Am dahin plätschernden Buurser Beek ist es sehr ruhig und idyllisch. Direkt an der Buurse gibt es einen Rustpunt. Holzstühle stehen zum gemütlichen Einkehren bereit, mit direktem Blick auf das Wasser.

Was soll ich noch sagen, äh schreiben 😉 Eine Wandertour durch die schönen Moore der Niederlande lohnt sich immer! Wer gerne in der Natur ist, Tiere beobachten möchte, ist hier bestens aufgehoben. Du kannst auch eine kleinere Tour planen. An einem Tag das Haaksbergerveen und an einem anderen Tag den Buurserzand. Es müssen ja nicht sofort 21 km sein. Hauptsache ist doch, dass es Spaß macht!

Tipps

Einfach mal eine Pause an einem Rustpunt machen. Rustpunt heißt übersetzt Rastplatz. Die unterschiedlichen Rustpunts in den Niederlanden sind oft liebevoll eingerichtet und können sehr gemütlich sein. Es gibt Rustpunts in kleinen Holzhütten oder Anhängern. Mit Selbstbedienung, das Geld wird einfach in eine Kasse gelegt oder mit netten Menschen, die den Rustpunt betreiben. Die Zwischenstopps liegen direkt an Rad- oder Wanderwegen. Je nachdem wie der Rustpunt ausgestattet ist, kannst du dein E-Bike aufladen, deinen Reifen selber reparieren, an einem schönen Bach die Aussicht mit einem Cappuccino genießen, dich mit einem Stück Kuchen für den nächsten Streckenabschnitt stärken oder einfach selber dein Brötchen schmieren. Es gibt um die 600 Rustpunts die sich in Overijssel, Gelderland, Groningen, Utrecht, Friesland, Drenthe, Niederholland und Westfriesland (NH) befinden. Du kannst also deine Tour so planen, dass du nicht verhungern musst.

Der Rustpunt Buurserzand, direkt am Buurser Beek
Der Rustpunt Buurserzand, direkt am Buurser Beek

Weitere Informationen zu den Rustpunts kannst du hier finden:

https://www.rustpunt.nu/

Wenn du es lieber etwas einsamer auf deiner Tour magst, fange früh morgens mit deiner Wanderung an. Gegen Mittag sind ein paar mehr Menschen unterwegs. Im Buurserzand etwas mehr als im Haaksbergerveen. Ich habe auf dieser Tour viele Mountainbiker gesehen. Für die Mountainbiker gibt es viele kurvige Trails, die extra ausgeschildert sind.

Tourdaten

  • Tourlänge: 21 km
  • Region: Twente
  • Besonderheiten: Abwechslungsreiche Wanderung durch das Het Haaksbergerveen und Burserzand, am Buurser Beek entlang. Das Highlight für mich war der Bohlensteg im Burserzand. Im Sommer ist häufig kein Wasser unter dem Steg. Und der 500 m lange Bohlensteg im Haaksbergerveen.
  • Schwierigkeit: leicht
  • Hunde: Tour ist auch für Hunde gut geeignet. Wegen der Tiere in den Mooren musst du deinen Hund anleinen.
  • Einkehr: Rustpunt Buurserzand
  • Parken: Am Ende der Straße Wennewick (nur ein paar Meter vor der niederländischen Grenze) gibt es Möglichkeiten dein Auto am Straßenrand abzustellen.

Weitere Informationen

Infocentrum De Wakel, Stendermolenweg 9, 7481 PR Haaksbergen (OV)

https://www.natuurmonumenten.nl/natuurgebieden/buurserzand/informatiepunt/de-wakel-het-buurserzand

Ems in der Nähe der Bockholter Berge

Schnee in den Bockholter Bergen – Wandern durch eine weiß gezuckerte Landschaft

Wenn du Wanderungen am Wasser liebst, dann wird dir diese Tour gefallen. Es gibt viel Wasser zu sehen … versprochen! Gellenbach in den Bockholter Bergen, Baggerseen, Dortmund-Ems-Kanal und die Ems! Und sogar eine Kanalüberführung über die Ems! Sehr interessant, wie die großen Schiffe durch den Kanal und über die Ems fahren.

Endlich, es hat geschneit. Ich konnte es gar nicht glauben. Selten schneit es in Münster und Umgebung. Und wenn die weiße Pracht vom Himmel fällt, bleibt diese leider nicht lange liegen. Also schnell raus, um durch ein bisschen Schnee zu stapfen, bevor alles wieder wegschmilzt.

Der Gellenbach schlängelt sich durch die Bockholter Berge
Der Gellenbach schlängelt sich durch die Bockholter Berge

Schnee, Schnee, Schnee im Münsterland

Einen Tag zuvor habe ich akribisch meine drei Wetterapps studiert. Ja, ich habe wirklich drei unterschiedliche Apps. Und oft wird mir auch unterschiedliches Wetter angezeigt 🙁 In der Nacht ist schon Schnee gefallen. Und als ich morgens früh aus dem Bett purzelte und aus dem Fenster schaute, musste ich einfach raus! Beim Frühstück habe ich mich dann für diese Route entschieden. Wegen der Glätte auf den Straßen wollte ich auch nicht ganz so weit fahren. Also ging es auf in die Bockholter Berge. Berge hört sich jetzt hoch und verschneit an. Nein, ganz so ist es leider nicht. Hier im Münsterland ist es recht platt! Und die Berge sind keine Berge, eher seichte Hügel. Aber trotzdem sehr schön!

Vierbeinige Rasenmäher in den Bergen

Die Bockholter Berge sind ein ca. 60 ha großes Naturschutzgebiet. Hier gibt es zwei eingezäunte, kleinere Gebiete. Bentheimer Landschafe halten hier die Heidelandschaft offen. Ich war schon oft in den Bockholter Bergen, nur die vierbeinigen Rasenmäher habe ich leider noch nie gesehen. Vielleicht stehen die Schafe nur eine kurze Zeit hier? Oder sind auch woanders im Einsatz? Jährlich schickt die NABU-Naturschutzstation Münsterland seine Schäfchen für die Arbeit auf die Heideflächen. Der NABU bietet sogar eine Schafpatenschaft an (http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/mitglied-werden/patenschaften/). Ich finde, das ist eine schöne Idee! Ohne die wolligen Landschaftspfleger würden die Bockholter Berge verbuschen.

Verschneite Heidelandschaft in den Bockholter Bergen
Verschneite Heidelandschaft in den Bockholter Bergen

Bockholter Berge, oft gut besucht

Ein Geheimtipp ist die Gegend hier leider nicht. Ich war schon um kurz nach 8 Uhr am Parkplatz. Bin eigentlich keine Frühaufsteherin, aber habe mich heute extra früh aus dem Bett gequält 😉 Beim ersten Blick aus dem Fenster auf die winterlich schöne Landschaft wurde ich dann richtig wach! Ein Vorteil, morgens so früh aufzustehen: Es ist so herrlich ruhig. Ich muss es wirklich so sagen, die kleinen Berge mit dem Heidegebiet sind nicht nur bei mir beliebt. Vormittags und nachmittags kann hier schon einiges los sein. Morgens waren nur wenige Wanderer mit ihren Hunden unterwegs. Auf dem Rückweg meiner Tour zum Parkplatz war schon einiges mehr los. Also entweder sehr früh morgens oder gegen Abend durch das Gebiet streifen.

Durch die Bockholter Berge schlängelt sich der wildromantische Gellenbach

Am Anfang meiner Tour bin ich am Gellenbach entlang gewandert. An einigen Stellen kommst du nah an das sandige Bachufer ran. Am Gellenbach habe ich schon viele schöne Fotos gemacht. Das Flussbett ist sandig und das Wasser glasklar. Der wildromantische Gellenbach ist der perfekte Lebensraum für den Eisvogel. Ich hoffe, dass ich den blau funkelnden Vogel hier irgendwann auch noch einmal beobachten kann.

Mit etwas Glück können am glasklaren Gellenbach Eisvögel beobachtet werden
Mit etwas Glück können am glasklaren Gellenbach Eisvögel beobachtet werden

Baggersee in den Bockholter Bergen

Vom Gellenbach geht es weiter durch den Wald Richtung Baggersee. Am Baggersee gibt es einen kleinen und sehr schönen Pfad. Direkt am Wasser entlang. Ich habe am Ufer mehrere scheue Fischreiher wegfliegen sehen. Es war sogar ein Silberreiher dabei. Leider war ich wieder einmal viel zu langsam, um Bilder von den Tieren zu machen. Ich wundere mich jedes Mal, wie viele Tiere zu sehen sind. Im Schnee haben einige Tiere ihre Spuren hinterlassen. Auf dem Wanderweg sogar eine recht lange Strecke. Die muss ein Wasservogel, vermutlich ein Teichhuhn zurückgelegt haben. Graugänse, Stockenten und Teichhühner hielten sich in der Mitte des Sees auf. Im See ist das Baden und Schwimmen verboten! Vorsicht! Im Sommer können am Baggersee in den versteckten Buchten auch ein paar nackte Menschen rumliegen.

Am Baggersee in den Bockholter Bergen halten sich einige Fischreiher auf
Am Baggersee in den Bockholter Bergen halten sich einige Fischreiher auf
Wanderweg am Ufer des Baggersees
Wanderweg am Ufer des Baggersees
Blick auf den Bockholter Baggersee
Blick auf den Bockholter Baggersee
Tierspuren führen zum Baggersee
Tierspuren führen zum Baggersee
Hier hat ein Wasservogel eine lange Strecke über den Wanderweg zurückgelegt
Hier hat ein Wasservogel eine lange Strecke über den Wanderweg zurückgelegt
Landzungen ragen in den Baggersee
Landzungen ragen in den Baggersee
Gemeine Schafgarbe mit Schneekristallen
Gemeine Schafgarbe mit Schneekristallen
Leicht verschneiter Wanderweg
Leicht verschneiter Wanderweg

Kanalüberführung Münster-Gelmer

Ein weiterer interessanter Wegabschnitt befindet sich an den zwei Wasserstraßen, die sich in Gelmer kreuzen. Der Dortmund-Ems-Kanal und die Ems. Die alte Kanalüberführung (Alte Fahrt) wurde 1939 durch eine neue ersetzt, damit noch größere Schiffe den Kanal passieren können. 1990 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt. Die „Neue Fahrt“ wurde ca. 160 m weiter nordwestlich gebaut. Auf meinem Bild ist die „Neue Fahrt“ zu sehen, die die Ems überführt. Und weil die Schiffe immer größer werden, wird seit 2015 die „Neue Fahrt“ ausgebaut. Das neue Kanalbett soll 4 m tief werden. Bis die neue Überführung fertig ist, wird es noch ein paar Jahre dauern.

Sperrtor am Dortmund-Ems-Kanal in Münster-Gelmer
Sperrtor am Dortmund-Ems-Kanal in Münster-Gelmer
Die Kanalüberführung „Neue Fahrt“ führt über die Ems
Die Kanalüberführung „Neue Fahrt“ führt über die Ems
Blick von der Kanalüberführung auf die Ems
Blick von der Kanalüberführung auf die Ems
Zweites Sperrtor am Dortmund-Ems-Kanal
Zweites Sperrtor am Dortmund-Ems-Kanal
Verschneiter Wanderweg
Verschneiter Wanderweg
Gemeine Schafgarbe am Ufer der Ems
Gemeine Schafgarbe am Ufer der Ems

Der Weg direkt an der Ems entlang bis zur Straße zum Landhaus Oeding, ist jetzt auch begehbar. Das war vor einiger Zeit noch nicht möglich.

Wanderweg an der Ems entlang
Wanderweg an der Ems entlang

Wahrscheinlich war das meine einzige Wanderung im Schnee für die nächsten Monate oder Jahre. Schnee ist hier eine Seltenheit. Ich hoffe dir gefällt die Tour. Wenn ja, viel Spaß beim Nachlaufen. Du kannst mir gerne dein Feedback hinterlassen. Vielleicht hast weitere Tipps oder Vorschläge? Immer her damit!

Tourdaten

  • Tourlänge: 9,1 km
  • Region: Münsterland zwischen Gimbte und Gelmer
  • Besonderheiten: Abwechslungsreiche Wanderung an Baggerseen, Kanal, Fluss und Bach entlang. Kanalüberführung Münster-Gelmer, die wieder ausgebaut wird.
  • Schwierigkeit: leicht
  • Hunde: Tour ist auch für Hunde gut geeignet. Ein kleines Stück der Tour führt eine Straße entlang. In den Bockholter Bergen müssen Hunde wegen bodenbrühtender Vögel und Eidechsengelege angeleint werden.
  • Einkehr: https://www.landhaus-oeding.de/
  • Parkplatz: Wanderparkplatz an der Straße Guntruper Berge und am Landhaus Oeding.

Weitere Informationen zur NABU-Naturschutzstation Münsterland, den Bockholter Bergen und den Schafpatenschaften

http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/naturgenussroute/naturgebiete/naturgebiete-bockholter-berge.html

Schaf- und Weidetierpatenschaft: http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/ueber-uns/patenschaften.html

Weitere Wandertipps an der Ems

Die Hessel ist ein 40 km langer Nebenfluss der Ems. Der Fluss mündet bei Einen in die Ems.

Wandern am Wasser – Ems, Ems-Hessel-See und die Kottruper Seen

Wenn ich die Natur genießen möchte und aus zeitlichen Gründen nicht so weit fahren kann, zieht es mich zum Wandern immer wieder an den Fluss Ems. Es gibt dort einige sehr schöne Wanderwege.

Die Ems ist ein 371 km langer Fluss, der in der Senne im Ortsteil Stukenbrock-Senne entspringt und in Emden mündet. Der Anfang ist sehr unscheinbar, eine Sickerquelle. Ich stand bei einer meiner Wanderungen schon selber staunend davor. Ich konnte einfach nicht glauben, dass das der Anfang der Ems sein soll. Ein Quellbereich, der langsam zu einem seichten und klaren Bach heranwächst und erst später nach einem richtigen Fluss aussieht. Ich sehe bei meinen Wanderungen fast immer das dicke Ende der Ems oder besser gesagt die mittelfette Mitte 😉

Die Emsauen gehören zu den ökologisch wertvollsten und landschaftlich beeindruckendsten Naturschutzgebieten des Münsterlands. Wenn die Lichtverhältnisse gut sind wie bei Sonnenuntergang, können hier sehr schöne Bilder entstehen. Für das Auge mit der Kamera oder dem Handy. Das Farbenspiel am Himmel ist einfach zauberhaft! Schon alleine wenn die Spiegelungen der Wolken auf der Wasseroberfläche tanzen. Und Wanderungen am Wasser liebe ich sowieso.

Der 40 km lange Fluss Hessel mündet bei Einen in die Ems
Der 40 km lange Fluss Hessel mündet bei Einen in die Ems
Die Bäume am Ems-Hessel-See und der Hessel leuchten gelbrot bei untergehender Sonne
Die Bäume am Ems-Hessel-See und der Hessel leuchten gelbrot bei untergehender Sonne
Fläche neben der Hessel wird der Natur überlassen
Fläche neben der Hessel wird der Natur überlassen

Wanderwege an der Ems im Sommer und Winter

Die Wanderwege sind noch nicht so überlaufen. Je nachdem, wo du an der Ems wanderst. Auf den Wegen in der Nähe von Städten oder Dörfern ist oft etwas mehr los. Die Gebiete sind einfacher für die Menschen zu erreichen. Hier gibt es auch bessere Möglichkeiten, das Auto zu parken. Aber abseits von Wohngebieten wird es sehr ruhig und menschenleer.

Einige schmale Pfade sind im Winter besser zu begehen. Im Sommer können die Wanderwege zum Teil sehr zugewachsen sein. So, dass kein Weg mehr zu erkennen ist. Ich musste schon oft total zugewachsene Wege weiträumig umgehen. Brennnesseln können sehr hoch sein 😉 Und Dornen sind auch nicht so angenehm. Viele Zecken können während der warmen Jahreszeit im hohen Gras unterwegs sein. Manchmal frage ich mich, wie Hundehalter dass machen? Wenn ich einen zugewachsenen Weg hinter mir gelassen habe, suche ich meine Wanderhose nach Zecken ab. Ich finde dann oft mehr als eine Zecke auf meiner Hose. Hunde müssen da noch viel schlimmer dran sein.

Reiterin an der Hessel
Reiterin an der Hessel
Der Flusslauf der Hessel wurde hier leider auch begradigt
Der Flusslauf der Hessel wurde hier leider auch begradigt

Ich habe das große Glück, dass die zum Teil sehr geradlinige Ems an vielen Abschnitten im Münsterland wieder renaturiert wird. An manchen Stellen sieht die Ems wieder sehr natürlich aus. Alte Emsarme werden wieder reaktiviert. Die Ems schlängelt sich wieder in Schleifen durch die Landschaft. Im Auenbereich sind viele Wasservögel zu beobachten. Oft grasen Koniks oder Heckrinder an den Ufern der Ems. Die Tiere sind für die Landschaftspflege zuständig.

Der Wanderweg führt durch einen kleinen Wald
Der Wanderweg führt durch einen kleinen Wald
Untergehende Sonne blitzt durch die Bäume
Untergehende Sonne blitzt durch die Bäume
Tannenzapfen liegen auf dem Waldboden
Tannenzapfen

Angeln am Ems-Hessel-See

Ein wichtiges Nebengewässer der Ems ist die 40 Kilometer lange Hessel. Das Flussbett der Hessel ist direkt neben dem Wanderweg. Wie die Hessel in die Ems mündet, kannst du am Anfang der Wanderung von der Brücke aus beobachten. Direkt neben der Hessel liegt der Ems-Hessel-See. Der ehemalige Baggersee ist, soweit ich das weiß, nicht begehbar. Die Natur und Fischbestände werden von den Vereinsmitgliedern des Angelsportverein Einen e.V. bewirtschaftet. Aus Naturschutzgründen ist nur der westliche Teil von der Nordspitze bis kurz vor der Südspitze beangelbar. Für Gäste gibt es keine Angelkarten. Im Ems-Hessel-See leben viele wichtige mitteleuropäische Fischarten wie Aal, Barsch, Brassen, Hecht, Karpfen, Rotauge, Rotfeder und Zander. Vom Wanderweg aus ist der Ems-Hessel-See leider nicht richtig zu sehen. Bäume und Sträucher verdecken den Blick auf den ca. 11,0 ha großen See.

Der Ems-Hessel-See bei Einen im Kreis Warendorf liegt direkt neben der Hessel und der Ems
Der Ems-Hessel-See bei Einen liegt direkt neben der Hessel und der Ems
Blick von der Brücke auf die begradigte Ems
Blick von der Brücke auf die begradigte Ems

Farbentanz an den Kottruper Seen

Nach 2 – 3 Kilometern durch einen kleinen Wald und an landwirtschaftlichen Flächen vorbei, überquert eine Holzbrücke die Ems. Von hier aus sind es nur ein paar Hundert Meter bis zu den Kottruper Seen. An diesem Tag hatte ich wirklich Glück mit dem Wetter. Auf der Wasseroberfläche spiegelten sich die Farben des Sonnenuntergangs und der Wolken in Rosa, Gelb und Rot wieder. Es war nur ein kurzes Zeitfenster, um den Farbentanz mit der Kamera einzufangen. Danach wurde es schnell dunkel. Die letzten 1,5 km ging es dann im Dunklen zurück bis zum Auto.

Sonnenuntergang am Kottruper See
Sonnenuntergang am Kottruper See
Eine schmale Landzunge trennt den Kottruper See von der Ems
Eine schmale Landzunge trennt den Kottruper See von der Ems
Die Baumkronen am Kottruper See und der Ems werden von der untergehenden Sonne angestrahlt
Die Baumkronen am Kottruper See und der Ems werden von der untergehenden Sonne angestrahlt
Der Kottruper See auf der linken Seite und die Ems auf der rechten Seite
Der Kottruper See auf der linken Seite und die Ems auf der rechten Seite

Die Emsauen sind und bleiben für mich eines der schönsten Wandergebiete in meiner unmittelbaren Nähe. Die Ems ist perfekt, um kürzere oder längere Rundwanderwege zu planen. Es gibt immer irgendwo eine Brücke, um auf die andere Seite der Ems zu kommen. Nicht immer sind die Wege direkt am Fluss. Oft muss eine Wandertour über kurze Straßenabschnitte oder weitere Feldwege geplant werden. Diese Wanderung führt nur über ca. 500 Meter Straße, die nicht viel befahren wird. Ich versuche meine Touren so wenig wie möglich über Straßen zu planen. So viel Natur wie eben geht.

Viel Spaß beim Nachwandern!

Wanderweg am Kottruper See
Wanderweg am Kottruper See
Rosafarbene Wolken am Kottruper See
Rosafarbene Wolken am Kottruper See
Sonnenuntergang am See
Sonnenuntergang am See

Tourdaten

  • Tourlänge: 9,36 km
  • Region: Kreis Warendorf zwischen Einen und Warendorf
  • Besonderheiten: Abwechslungsreiche Wanderung an Flüssen und Seen. Entlang der Hessel, Ems und den Korttruper Seen, durch Wald und an Feldern entlang.
  • Schwierigkeit: einfach
  • Weitere Tipps: Für den Herbst und Winter festes Schuhwerk anziehen. Es kann auf kurzen Abschnitten nass und schlammig werden. Für den Sommer empfehle ich wegen des hohen Grases, Brennnesseln, Dornen und Zecken eine lange Hose anziehen. Die Wege direkt an der Hessel und Ems sind meistens frei und leicht begehbar.
  • Hunde: Wanderung ist für Hunde geeignet. An der Hessel sind ab und zu Reiter unterwegs. Auf der ganzen Wanderung sind ca. 500 m Asphalt, also Straße, die nicht viel befahren ist.
  • Parkplatz: Ca. 200 Meter vor der Ems-Hesselmündung (von Einen aus) gibt es auf der rechten Seite eine Parkmöglichkeit zwischen den Bäumen. Hier können aber nur wenige Autos abgestellt werden.

Weiterer Wandertipp an der Ems

Radweg im Nationalpark Drents-Friese Wold

6 Wander Tipps für Anfänger

Du möchtest mit dem Wandern anfangen? Weil du die Natur liebst, einen Ausgleich zum Alltag oder stressigen Arbeitsleben brauchst. Vielleicht möchtest du auch ein paar Kilogramm abnehmen 😉 Dafür ist Wandern bestens geeignet!

Ich bin mit dem Wandern angefangen, weil ich über einen längeren Zeitraum ein anstrengendes Arbeitsleben hatte. Am Anfang bin ich kürzere Strecken bis zu 5 km gewandert. Mittlerweile kann ich ohne Probleme 20 Kilometer wandern. Und es fühlt sich einfach nur gut an! Um da hinzukommen, habe ich auch etwas länger gebraucht. Vor allen Dingen, bis ich gemerkt habe, dass mir die Bewegung an der frischen Luft durch zum Teil menschenleere Landschaften einfach nur gut tut. Meine Wander Tipps sind jetzt nicht für die Alpen oder das Hochgebirge geeignet. Ich bin aus dem Münsterland und hier ist es sehr flach. Natürlich gibt es hier den Teutoburger Wald in der Nähe. Den zähle ich aber nicht zu den richtigen Bergen. Schön ist er trotzdem!

1. Langsam mit dem Wandern anfangen

Du musst nicht sofort 10 Kilometer Touren machen. Fang ganz langsam an. Dafür aber regelmäßig. Ich bin am Anfang mehrmals die Woche, 5 – 7 Kilometer gewandert. Je nachdem, wie ich Zeit hatte. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich am Anfang nach einer 7 km Tour schon meine Beinen gespürt habe. Heute sind 7 km ein Klacks für mich.

Im Gegensatz zu anderen Menschen gehe ich auch sehr gerne alleine Wandern. Ich führe keine Gespräche und bin voll und ganz bei der Natur und mir. Es macht mir auch alleine sehr viel Spaß. Wahrscheinlich aber auch deshalb, weil ich in einer Stadt lebe. Hier ist ja schon genug los. Jeder Mensch hat natürlich auch seine eigene Geschwindigkeit beim Wandern. So kann ich mein eigenes Wohlfühltempo gehen. Fang einfach an und gehe so, wie du es für dich richtig findest. Es soll ja auch Spaß machen! Lass dich nicht von anderen Menschen verunsichern oder beeinflussen. Mach es einfach so, wie du möchtest. Und wenn du nur 3 km gehst. Egal! Hauptsache, du bewegst dich und dir macht es Freude.

Sanddüne im Nationalpark Drents-Friese Wold in den Niederlanden
Sanddüne im Nationalpark Drents-Friese Wold

2. Was soll ich beim Wandern anziehen?

Für den Anfang kannst du in normaler Kleidung je nach Wetter wandern gehen. Ich war früher mit Jeanshose und gemütlichen Schuhen unterwegs. Bei Regen mit Regenschirm. Ich war sogar schon mit Jeanshose in den Julischen Alpen wandern. Das war eine meiner ersten Touren in den Bergen. Davon rate ich aber ab. War nicht sehr angenehm bei Regen mit einer klatschnassen Jeans, die an den Beinen klebte, über Felsen zu klettern. Heute trage ich auch im Flachland immer eine Wanderhose.

Leichte und schnelltrocknende Materialien, in denen ich mich gut bewegen und wenn nötig auch klettern kann. Nicht richtig klettern, aber über einen kleinen Bach hüpfen oder einen Baumstamm 😉 Es gibt mittlerweile auch schöne, eng anliegende, stretchige Wanderhosen, die modern aussehen. Ich mag diese sehr weiten Wanderhosen nicht. Für jeden Geschmack gibt es was Passendes. Fast immer habe ich eine winddichte Softschelljacke mit einer hohen Wassersäule dabei. Falls es doch einmal regnen sollte. Längere Touren bei Regen und Wind können auf Dauer etwas unangenehm werden. Zum unterziehen nutze ich ein Funktions -T-Shirt, das schnell trocknet und nicht anfängt zu müffeln. Bei kurzen Touren brauchst du das aber nicht.

Schuhe sind für mich beim Wandern eigentlich mit dass Wichtigste! Im normalen Gelände komme ich mit flachen und wasserdichten All Terrain Schuhen am besten zurecht. Wenn du eine längere Strecke durch nasses Gras gehst, werden bei normalen Schuhen irgendwann die Socken nass. Also Schuhe mit rutschfestem Profil für nasses Wetter und einer weichen, flexiblen Sohle. Für die Alpen habe ich ganz andere Wanderschuhe.

Mittlerweile trage ich auch immer Wandersocken. Die sind an den wichtigen Stellen etwas gepolstert und scheuern nicht so schnell durch. Wandersocken transportieren den Schweiß nach außen, nicht wie Baumwollsocken, die sich irgendwann vollsaugen. Wichtig ist, dass die Schuhe für dich bequem sind. Meistens weiß ich erst nach längeren Touren, ob die Wanderschuhe für mich geeignet sind. Ich habe mir schon recht teure Schuhe gekauft, die auch sehr bequem waren, um dann nach einer 17 km Tour festzustellen, dass ein Band am Fuß geschwollen war. Bei kürzeren Wandertouren bis zu 7 km kann ich in so gut wie allen Schuhen ohne Beschwerden laufen. Erst bei längeren Touren über 10 km und mehr merke ich, ob die Schuhe wirklich für mich geeignet sind. Nicht so einfach mit den Schuhen 😉

3. Essen und Trinken beim Wandern

Für kleine Touren bis 5 oder 10 Kilometern nehme ich meistens nichts zu Essen oder Trinken mit. Auf so einer Strecke werde ich ganz bestimmt nicht verhungern 😉 Für Wandertouren über 10 km schon. Also nicht verhungern, sondern ich nehme Proviant mit 😉 Meistens habe ich einen halben Liter Wasser oder Tee dabei und ein paar Schoko-Müsliriegel für den Fall der Fälle. Vor dem Wandern üppig Essen haut meistens auf den Magen. Zumindest bei mir. Auf längeren Touren plane ich oft eine Möglichkeit zum Essen ein. Auf meinen Touren durch die Nationalparks in den Niederlanden esse ich oft in den Besucherzentren. Allerdings beträgt der Anfahrtsweg zu den Nationalparks oft 1 – 2 Stunden oder noch länger. Da bekomme ich automatisch schon wieder Hunger. Wenn es keine Möglichkeit gibt, dann nehme ich mir etwas zu Essen mit. Eine Flasche Wasser habe ich öfters noch im Auto liegen.

4. Wo soll ich wandern?

Ich habe das Glück, direkt in unmittelbarer Nähe ein Vogelschutzgebiet zu haben. Ein kleines Naturparadies. Da ich Tiere liebe, war es für mich immer wieder schön und motivierend, in das Vogelschutzgebiet Rieselfelder zu fahren. Und das sehr regelmäßig. Zudem kann ich zu jeder Jahreszeit unterschiedliche Tiere beobachten, die dort ihre Rast in Richtung Süden machen. Und zu jeder Jahreszeit sieht die Natur anders aus. Gerade wenn du anfängst zu wandern, würde ich mir ein schönes Gebiet in der Nähe suchen. Damit du nicht so eine lange Anfahrt hast. So kannst du auch, wenn du wenig Zeit hast, schnell abends eine Runde drehen. Ohne die Ausrede: Ich habe ja doch keine Zeit 😉 Wenn du sowieso in einer ländlichen Gegend wohnst, prima! Ich selber wohne in der Stadt und muss ein paar Kilometer rausfahren, um die Natur zu genießen.

Heidelandschaft mit Sandverwehungen im Nationalpark Veluwezoom
Heidelandschaft mit Sandverwehungen im Nationalpark Veluwezoom

5. Wie plane ich eine Wanderung?

Früher ging es mit einer Karte auf Wandertour, heute mit einer App. Mittlerweile gibt es einige Wander-Apps auf dem Markt. Ich selber nutze auch eine App zum Wandern. Erst einmal um Touren mit der richtigen Länge für mich zu planen. Im Gebirge auch noch, um die Höhenmeter zu sehen. Mit der App kann ich Touren in Gegenden planen, die ich selber nicht kenne, ohne mich zu verlaufen. Die Wegbeschaffenheit wird mir auf der App auch angezeigt. Das ist interessant, wenn du nicht so gerne über Asphalt laufen möchtest. Also viel Straße. Dadurch habe ich schon viele wunderschöne Wege entdeckt. Und verlaufen kann ich mich mit der App auch nicht.

Wichtig ist nur, dass dein Handy Akku nicht schlapp macht. Das habe ich schon öfters erlebt. Sehr ärgerlich, wenn du in einer Gegend bist, in der du dich nicht auskennst. Seitdem habe ich immer eine Powerbank dabei. Und die hat mir schon oft bei längeren Touren geholfen! Die App hat für mich auch einen schönen Vorteil. Ich habe alle meine Wandertouren und Bilder archiviert. Quasi als Wandertagebuch. Wenn du deine Touren nicht selber planen möchtest, kannst du auf Touren der Community zugreifen und die Touren einfach nachlaufen. Du kannst dir auch meine Touren herunterladen.

Schaf im Nationalpark De Maasduinen, De Hamert
Schaf im Nationalpark De Maasduinen, De Hamert
Shetlandpony im Nationalpark De Groot Peel
Shetlandpony im Nationalpark De Groot Peel

6. Du bist Gast in der Natur!

Achte auf die Natur und ihre Tierwelt. Behandle die Natur mit Respekt! Bleibe auf den Wegen und trampel nicht auf Blumen rum oder kleine Tiere. Wenn du über Wiesen mit Tieren gehst, so wie ich auf einigen Touren in den Niederlanden, verhalte dich ruhig. Halte Abstand zu den Tieren. Muttertiere beschützen ihre Jungtiere und können aggressiv werden! Achte darauf, dass in einigen Gebieten dein Hund an die Leine muss. Nehme deinen Müll immer wieder mit nach Hause! Ob Plastikmüll oder organischer Abfälle! Ich nehme mittlerweile eine kleine Tüte mit, um z. B. ein Bonbon Papier oder eine Plastikverpackung aus der Natur mitzunehmen.

So und jetzt kannst du mit deinen Wandertouren starten 🙂 Viel Spaß dabei!

Sahara Ommen – Wandern von der Wüste zu den Seerosen

Ja, da habe ich auch nicht schlecht gestaunt, als ich Sahara gelesen habe! Nicht in Afrika, sondern in den Niederlanden! Na klar, diese Sahara ist quasi dass Miniaturformat von der großen in Afrika, aber dafür auch sehr beeindruckend. Wie bei anderen Wanderungen in den Niederlanden war ich wieder einmal positiv überrascht. Eine richtig schöne und abwechslungsreiche Landschaft! Sanddünen der Sahara, Wald, Seen voller Seerosen, einen hohen Aussichtsturm mit einem wunderbaren Ausblick auf die Heidelandschaft, das Schloss Eerde und ein natürlicher Flusslauf, an dem Kühe friedlich Grasen – schöner kann eine Wanderung doch gar nicht mehr werden! Oder abwechslungsreicher! Und abwechslungsreiche Wanderungen liebe ich.

Schmaler Wanderweg am Rand der Sahara
Wanderweg direkt an der Sahara
Zugewachsener Wanderweg
Zugewachsener Wanderweg
Glocken-Heide
Glocken-Heide

Sahara Ommen in den Niederlanden

Die Sahara Ommen liegt in der niederländischen Provinz Overijssel, etwas südlich der Gemeinde Ommen. Direkt neben der Sahara ist ein Parkplatz. Es ist also möglich, direkt vor den Sanddünen zu parken. Das ist auch für Menschen interessant, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so weit laufen können. Hunde habe ich in der Sahara auch gesehen, sowie Pferde. Sogar ein Fotoshooting fand hier statt. Das große Gebiet mit den Sanddünen wird vielseitig genutzt 😉 Und hier ist für jeden genug Platz. Ich war an einem Samstag hier. Und dafür waren wenige Menschen in der Sahara unterwegs. In der Woche ist es hier vielleicht sogar menschenleer.

Schloss Eerde in der niederländischen Provinz Overijssel
Schloss Eerde
Wassergraben vom Schloss Eerde in der niederländischen Provinz Overijssel
Wassergraben am Schloss Eerde
Brücke zum Schloss Eerde in der niederländischen Provinz Overijssel
Schloss Eerde

Natürlicher Flusslauf der Beneden Regge

Das Durchqueren der Sahara ist schon ein Erlebnis für sich. So viel Sand kenne ich aus dem Münsterland nicht. Wie am Strand. Es ist nur ein bisschen anstrengender, durch den Sand zu laufen. Eben genauso wie am Strand. Von der Sahara geht es über unterschiedliche Wanderwege durch ein größeres Waldgebiet zum Schloss Eerde . Das Schloss ist die älteste internationale Schule und dass einzige internationale Internat der Niederlande. Meine Tour führt am Schloss Eerde, weiter durch kleinere Waldstücke und an Bauernhöfen vorbei. Bis zum Fluss Beneden-Regge. Ich war sofort begeistert, als ich das Wasser sah. Der Flusslauf ist natürlich und alles ist so schön grün.

Der Fluss besteht aus drei Teilabschnitten: Der Oberlauf der Regge (Boven-Regge) führt von Diepenheim bis Rijssen. Der Mittellauf der Regge (Midden-Regge) führt von Rijssen bis nach Hellendoorn. Meine Wandertour führt am Unterlauf der Regge (Beneden-Regge) entlang. Hier fließt die Regge von Hellendoorn bis nach Ommen, wo sie schließlich in die Overijsseler Vechte mündet.

Wandern über eine Kuhwiese am Fluss Regge in den Niederlanden
Wandern über eine Kuhwiese
Wanderweg über die Kuhwiese am Fluss Regge in den Niederlanden
Wanderweg am Fluss Beneden Regge

Mit einer Steighilfe über den Zaun

Der Wanderweg am Fluss der Beneden Regge entlang ist besonders schön. Der Weg führt direkt über eine Kuhwiese am Ufer entlang. Wege die über Wiesen mit Tieren gehen, gibt es in den Niederlanden sehr oft. Meistens ist direkt am Zaun eine Art kleine Treppe oder Steighilfe, die über den Stacheldraht führt. Der oberste Stacheldraht ist mit einem Schlauch geschützt, so dass ihr euch nicht die Hose aufreißt. Wäre schon etwas blöd, mit aufgerissener Hose weiter zu wandern 😉

Wandern über Kuhwiesen

Die Kühe waren wie immer sehr friedlich. Ich stand direkt neben einer grasenden Kuh. Die war ziemlich unbeeindruckt von der Wanderin, die freudig ihr geschecktes Objekt vor dem Flusslauf fotografierte ;-). Ja, so macht Wandern noch mehr Spaß. Touren auf denen ich Tiere beobachten kann liebe ich sowieso. Irgendwie sind die Wanderwege hier unkomplizierter als in Deutschland. Einfach über die Wiese und fertig! Sozusagen eine Einladung für die Wanderer. Mit den Steighilfen wird uns sogar noch über die Weidezäune geholfen. Es ist also erwünscht über große Wiesen zu Wandern auf denen Tiere Grasen.

Auf einer anderen Wandertour durch den Nationalpark De Groote Peel bin ich über zwei Wiesen mit Shetlandponys gewandert. Die waren auch äußerst zutraulich. So zutraulich dass ich sofort von der kleinen Herde neugierig angestupst und beschnüffelt wurde. Aus Deutschland kenne ich so etwas nicht. Oder besser gesagt aus dem Münsterland nicht.

Zwei grüne Stinkwanzen sitzen auf einem Blatt
Grüne Stinkwanzen
Wanderweg durch einen kleinen Wald
Weg durch kleinen Wald

Ein weiteres Highlight für mich: der Aussichtsturm. Oh ja, der ist ziemlich hoch! Für mich zumindest. Ich bin nicht ganz so schwindelfrei. Nehme aber immer meinen ganzen Mut zusammen, um von oben einen Ausblick über die tolle Landschaft zu erhaschen. Ich habe schon auf Türmen gestanden, die im Wind ordentlich wackelten. Dieser zum Glück nicht! Dafür sind die Stufen sehr, sehr schmal. Für den Aufstieg kein Problem. Aber der Abstieg ging eigentlich nur seitwärts die Stufen runter. Ich habe keine Ahnung, warum die Stufen so schmal geplant worden sind.

Wunderbarer Sitzplatz unter einer Eiche, mit Blick auf die Heidelandschaft
Heidelandschaft
Hoher Aussichtsturm mit Blick auf die Wald- und Heidelandschaft
Aussichtsturm
Die Stufen des Aussichtsturms sind sehr schmal
Schmale Stufen im Aufsichtsturm
Metwallgeländer am Aussichtsturm
Aussicht vom Turm
Wunderschöne 360 Grad Weitsicht vom Aussichtsturm
Wald- und Heidelandschaft Besthmerberg bei Ommen

Alles voller Seerosen

Nur ein paar Hundert Meter weiter, über schmale Pfade, erscheint aus dem Nichts der See Besthmenerven. Ein See voller Seerosen! Und kein einziger Mensch weit und breit. Ein See für mich ganz alleine. Ich habe noch nie einen See mit so vielen Seerosen gesehen. Und ein paar Meter weiter ist ein zweiter See voller Seerosen. Zeesserven. Etwas kleiner als der See Besthmenerven, aber genauso schön.

Auf dem Rückweg gegen Abend, als die Sonne schon recht tief hinter den Sanddünen verschwand, legte sich das goldgelbe warme Licht über die Sahara. Eine Zeit, um wirklich tolle Aufnahmen zu machen.

Viele Seerosen auf dem See Besthmenerven in den Niederlanden
Besthmenerven – Ein See voller Seerosen
Schmaler Wanderweg entlang des Sees Besthmenerven
Einsamer Wanderweg am See Besthmenerven
Schmaler Holzbohlenweg am See Besthmenerven
Wanderweg zum zweiten See – Zeesserven
Blick vom Wanderweg auf den zweiten See Zeesserven
Blick auf den zweiten See Zeesserven
Große Sandfläche der Sahara Ommen bei Sonnenuntergang
Sahara Ommen

Abwechslungsreiche Wandertour

Diese Wandertour durch die Sahara Ommen, bis zum Fluss Beneden Regge, gehört mit zu den abwechslungsreichsten Touren, die ich gemacht habe. Eine Tour für Naturliebhaber, die gerne auf einsamen Wegen unterwegs sind. Von breiten Wegen bis kleinen zugewachsenen Pfaden ist alles dabei. Die Tourlänge kannst du natürlich selber bestimmen. Es gibt durch die vielen Wege genug Möglichkeiten, die Tour nach deinen eigenen Wünschen anzupassen. Um die Sahara, die Regge, den Aussichtsturm und die Seerosen-Seen zu sehen, musst du allerdings schon einige Kilometer einplanen.

Totholz in der Sahara Ommen in den Niederlanden
Sahara Omme
Schräg gewachsene Bäume im Sonnenuntergang, in der Sahara Ommen
Sahara Ommen

Wandern mit Hund

Deinen Hund kannst du auf dieser Tour auch mitnehmen. In der Sahara Deinen Hund kannst du auf dieser Tour auch mitnehmen. In der Sahara Ommen darfst du deinen Hund ohne Leine laufen lassen. Eventuell solltest du den Abschnitt über die Kuhwiese am Fluss Beneden Regge, umplanen. Der Abstand vom Zaun zum Fluss ist nicht ganz so breit. Nur falls dir doch einmal eine Kuh entgegenkommen sollte 😉

TOURDATEN

  • Tourlänge: 14 km
  • Region: Ommen, Provinz Overijssel, Niederlande
  • Parkplatz direkt an der Sahara: 52°30‘25.8“N 6°27‘44.2“E
  • Wanderweg Besonderheit: Über eine Wiese mit Kühen.
  • Wandern mit Hund: Auch für Hundehalter geeignet. Eventuell den kleinen Abschnitt über die Kuhwiese umgehen.

Weitere Informationen

https://www.hollandsosten.de/st%C3%A4dte—regionen/st%C3%A4dte/ommen/

https://www.das-andere-holland.de/entdecken/wassersport-im-anderen-holland/aktiv-unterwegs-entlang-der-regge

An der Ems entlang in den Sonnenuntergang

Heute möchte ich dir das erste Mal eine Tour zeigen, die ich nur mit dem Handy fotografiert habe. Auf vielen Wanderungen nehme ich oft meine große Spiegelreflexkamera mit. Bis jetzt habe ich auch immer alle Bilder für meine Seite Lichtwolken damit gemacht. Ein Problem, es dauert viel länger, die Bilder für die Website vorzubereiten. Vom Gewicht der Kamera mal ganz zu Schweigen ;-). Und oft schaffe ich es zeitlich einfach nicht die Touren hier hochzuladen. Eigentlich sehr schade. Ich bin so gut wie jedes Wochenende in der Natur unterwegs. Als Ausgleich zum Alltag. Das ist mir schon sehr wichtig. Und ich merke nach jeder Tour, wie gut es mir damit geht. Eigentlich könnte diese Website so einiges mehr an Wandertouren haben.

Schafe grasen auf einer Weide bei Gimbte
Schafe grasen auf einer Weide bei Gimbte
Alter Emsarm zwischen Gimbte und Greven
Alter Emsarm zwischen Greven und Gimbte
Alter Emsarm zwischen Gimbte und Greven
Alter Emsarm zwischen Greven und Gimbte

Renaturierung der Ems

Deshalb zeige ich dir heute meine erste Tour von der Ems. Und ich habe schon sehr viele Touren an diesem Fluss gemacht. Die Ems ist nicht so weit von meinem Zuhause entfernt. Ich fahre nur ein paar wenige Kilometer und stehe mitten im Grünen.

An vielen Stellen wird die Ems renaturiert. Also zu ihrem ursprünglichen Zustand zurückgeformt. Auch wenn das paradox ist. Erst wurde die Ems durch den Menschen begradigt, um sie dann mit großem Aufwand und vielen Kosten wieder zu ihrem früheren Aussehen zu verhelfen. An vielen Stellen sieht die Ems leider aus wie ein Kanal. Schnurstracks geradeaus. Das macht das Wandern für mich oft zu einer Herausforderung. Habe schon oft mit Langeweile auf den geraden Strecken gekämpft. Aber es gibt immer noch einige und immer mehr lohnenswerte Emsabschnitte. Und an denen könnt ihr viele Wasservögel beobachten. Fischreiher, Teichhühner, Stockenten und Greifvögel. Wenn es abends dunkler wird, sind viele Nutrias unterwegs. Auch wenn diese Tierchen hier eigentlich nicht heimisch sind.

Sonnenuntergang auf der kleinen Straße
Der Hinweg führt über eine kleine Straße
Getreidefeld leuchtet goldgelb in der untergehenden Sonne
Getreidefeld leuchtet goldgelb in der untergehenden Sonne
Die Autobahn A1
Transport unserer Pakete auf der A1

Lästige haarige Raupen – EICHENPROZESSIONSSPINNER

Das einzige Problem, wie auch schon letztes Jahr sind die Eichenprozessionsspinner. In der Gegend rund um Münster stehen viele Eichen die von den Raupen befallen sind. An der Ems leider auch. Und leider, leider reagiere ich seit dem letzten Jahr auf die Brennhaare mit Nesselgift. Es juckt verdammt gut, aber zum Glück sieht es bei mir „nur“ nach vielen Mückenstichen aus. Ich vermute, dass die Brennhaare der Raupen überall herumfliegen. Also es reicht nicht aus, eine Eiche weiträumig zu umgehen. Geht sowieso nicht. Ein paar Meter steht die nächste Eiche. Ich versuche schon gar nicht mehr die Nester in den Eichen ausfindig zu machen. Manchmal sehe ich eins oft auch nicht. Aber spätestens wenn ich zu Hause bin … oh ja, dann weiß ich, es flogen wieder einige Brennhaare durch die Gegend. Aber wie gesagt, andere Menschen reagieren noch mehr auf die Eichenprozessionsspinner. Also Augen zu und durch. Noch geht es bei mir. Ich bin doch so gerne draußen. Ich muss auch nach draußen in die Natur. Und ich muss mit dem Rumgekratze nur noch bis Mitte Juli durchhalten.

Die Brennhaare sind in der Zeit von ca. Ende Mai bis Mitte Juli für den Menschen lästig oder auch gefährlich. Dann ist Schluss. Die Eichenprozessionsspinner verpuppen sich im Gespinstnest. Also Zähne zusammenbeißen und auf gehts. Und nach der Wanderung, Kleidung in die Waschmaschine schmeißen und duschen!

Wenig befahrene Strasse
Wanderung über eine kleine Straße Richtung Ems
Sonnenstrahlen blitzen durch große Eichen
An der Straße stehen viele Eichen
Große Eiche direkt an der Ems
Wanderweg direkt an der Ems entlang
Marienkäfer sucht Futter auf einer Distel
Marienkäfer sucht Futter auf einer Distel
Ranaturierter Abschnitt der Ems bei Greven
Ranaturierter Abschnitt der Ems bei Greven

Im Reich der kleinen Blutsauger – ZECKEN

Die erste Hälfte der Rundtour von Gimbte nach Greven geht über Asphalt. Ist auch nicht ganz meins, aber beide Seiten der Ems sind leider nicht begehbar. Die Straße ist aber recht schmal, eher wie ein breiter Fahrradweg und es kam mir kein einziges Auto entgegen. Im Nachhinein war der Weg über die Straße gar nicht so schlecht. Weil … auf den viel schöneren, schmalen Pfaden durch dass schöne hohe Gras lauerten schon die nächsten blutsaugenden Plagegeister. ZECKEN. Ich möchte nicht wissen, wie es Wanderern mit Hunden geht? Die pelzigen Begleiter bekommen bestimmt so einige Zecken ab. Es krabbelten auf meinen letzten beiden Wanderungen an der Ems entlang zwei bis drei Zecken auf der Hose! Ja, ihr denkt jetzt vielleicht, das ist nicht viel. Die Hundebesitzer wahrscheinlich sowieso. Die müssen den Kampf gegen die Zecken täglich aufs Neue auf sich nehmen. Aber für mich ist das schon zu viel! Wirklich! Deshalb suche ich nach jedem langen Wanderabschnitt durch hohes Gras meine Hose ab.

Zecken und Eichenprozessionsspinner, das reicht doch jetzt auch, oder? Ich hoffe, dass die nächsten Jahre nicht noch weitere unangenehme kleine Tiere dazukommen. Wahrscheinlich Tigermücken? Es wird auch immer wärmer.

Wanderweg unter der Autobahnbrücke A1
Wanderweg unter der Autobahnbrücke A1
Kleiner Buchenwald
Eichenprozessionsspinner freie Zone
Wanderweg durch hohes Gras an der Ems entlang
Schöner kleiner Pfad direkt an der Ems entlang – leider auch ein Zeckenparadies
Sonnenuntergang an der Ems
Sonnenuntergang an der Ems
Fußgängerbrücke über die Ems
Fußgängerbrücke über die Ems
Wanderweg an der Ems entlang
An der Ems entlang
Abendstimmung an der Ems
Abendstimmung an der Ems

Raus in die Natur

Nun denn, die kleinen Tierchen halten mich nicht von meinen Wanderungen ab. Dafür ist das Durchstreifen der Natur einfach zu schön und entspannend. Am liebsten bin ich abends unterwegs. Gerade wenn die Sonne nicht mehr so hoch steht, könnt ihr stimmungsvolle Bilder machen. Die Farben sind weicher und wärmer. Es ist nicht so grelles Licht wie in der Mittagssonne und deshalb entstehen auch keine harten Schlagschatten. Der starke Kontrast sieht auf Bildern nicht so gut aus. Und bei Sonnenuntergang wird die ganze Wander-Kulisse in ein warmes, goldgelbes Rot getaucht. Herrlich schön zum Wegträumen. Der perfekte Rausschmiss aus dem Alltag.

Und falls du dich über viele kleine Mückenstiche wunderst und du meinst, dass du niemals so viele Mücken in der Wohnung haben kannst … es sind die Eichenprozessionsspinner!

Abendstimmung an der Ems
Abendstimmung an der Ems
Flüchtende Enten
Flüchtende Enten
Viele Feldermäuse flattern durch den nächtlichen Himmel
Kurz vor dem Parkplatz flatterten viele Fledermäuse – dunkle Stelle über dem Sonnenuntergang 😉

Tourdaten

  • Tourlänge: 9,4 km
  • Region: Münsterland, von Gimbte nach Greven an der Ems entlang.
  • Schwierigkeit: einfach
  • Tiere: In der Nähe vom Parkplatz können Fledermäuse beobachtet werden. Auf den Wiesen neben der Ems halten sich Wasservögel auf.
  • Hunde: Die Wanderung ist auch für Hunde gut geeignet. Die Hälfte der Tour führt über kleine Straßen, die wenige befahren werden.
  • Parkplatz: Wanderparkplatz in Gimpte, Alter Fährweg, kurz vorm Ortseingang.

Diese Wandertour wurde im Stadtmagazin Greven 48 zwo veröffentlicht

Veröffentlichung der Wandertour im Stadtmagazin Greven 48 zwo, Ausgabe 1/2021
Veröffentlichung der Wandertour im Stadtmagazin Greven 48 zwo, Ausgabe 1/2021

Du kannst dir die Wandertour unter den folgenden Links anschauen oder direkt den QR-Code einscannen:

Weiterer Wandertipp an der Ems

Auf den Gipfel des Slemenova Špica 1911 m – Julische Alpen

Eine aussichtsreiche Bergtour mit grandiosem Rundumblick! Wandern in den Bergen Sloweniens ist immer wieder ein Highlight!

Die Julischen Alpen sind und bleiben für mich mein liebstes Wandergebiet. Der Triglav Nationalpark in den Julischen Alpen ist Natur pur und nicht so überlaufen wie andere Bergregionen. Auf den meisten Touren in Slowenien treffe ich nur wenige Wanderer oder bin alleine auf den Wegen unterwegs. Viele Tiere sind hier zu beobachten. Ich höre oft Murmeltiere, bekomme sie meistens aber nur noch von hinten zu sehen. Auf der Wanderung zum Gipfel des Slemenova Špica habe ich zahlreiche Gämsen gesehen. Jung- sowie Alttiere. Zwei Gämsen bewegten sich in einer fast senkrechten Wand. Alpenkrähen fliegen krächzend ihre Bahnen vor den Felswänden.

Blick Richtung Berghütte Dom V Tamarju
Leichter Anstieg mit Blick Richtung Berghütte Dom V Tamarju
  Der Wasserfall Črna
Wasserfall Črna

Festes Schuhwerk ein Muss!

Unterhalb der Berge fängt die Tour erst einmal ganz gemütlich an. Kurz hinter der Berghütte Dom V Tamarju weist ein Schild darauf hin, dass es hier nur noch mit festem Schuhwerk weiter geht. Und das auch nur für geübte Bergwanderer! Ich war gespannt, was auf mich zukommt. Es kann in den Slowenien recht abenteuerlich zugehen, wenn man so wie ich vom Flachland kommt und nur ein paar Hügel kennt.

Blick aus der Schlucht
Blick aus der Schlucht

Kleinen Stärkung bevor es durch die Schlucht geht

Auf der Berghütte erst einmal noch eine kleine Stärkung und dann ging es auch schon los. Direkt am hohen Wasserfall Črna vorbei und durch die große felsige Schlucht. Hier halten sich bis in den Sommer noch Schneereste. In der Schlucht mussten oft meine Hände helfen, um über die großen Felsen zu kommen. Leider habe ich mich hier trotz Navigation etwas verlaufen. Es war nicht immer so einfach, zwischen den großen Felsen den Überblick zu behalten. Nach eine halben Stunde habe ich endlich den ziemlich steilen Zickzack-Weg gefunden. Ab hier ging es dann stetig bergauf, mit immer schöneren Ausblicken auf die umliegenden Berge. Im Sommer ist es in Slowenien auch in den Bergen sehr heiß. Genug Wasser mitnehmen, langsam laufen und viele Pausen machen! Weiter oben in den Bergen kamen mir nur sehr wenige Wanderer entgegen. Meistens hatte ich die Bergkulisse für mich ganz alleine. Noch weiter höher wurde es immer baumloser, nur vereinzelt standen ein paar Lärchen, die der Witterung trotzten. Auf ca. 1800 m erreichte ich unter der Mojstrovka-Nordwand eine Hochebene mit vielen großen Felsen.

Zwei Wanderer in der felsigen Schlucht
Zwei Wanderer in der felsigen Schlucht
Schnee- und Eisreste halten sich in der Schlucht bis in den Sommer
Schnee- und Eisreste halten sich in der Schlucht bis in den Sommer
Felsiger Wanderweg
Felsiger Wanderweg
Wunderschöne Aussichten auf die umliegenden Berge
Weiter oben werden die Aussichten auf die umliegenden Berge immer schöner

Über einen Grashang zum Gipfel Slemenova Špica

Die letzten Meter bis zum Gipfel Slemenova Špica gehen über einen Grashang, auf dem sich eine kleine Herde Schafe aufgehalten hat. Von hier oben ist der Rundblick auf die Berge traumhaft. Auch der berühmte Blick zum Berg Jalovec. Der Berg ist in slowenischen Bergkalendern bekannt. Lange konnte ich mich auf dem Gipfel nicht aufhalten, da es immer später wurde. Auf dem Weg weiter nach unten konnte ich immer wieder Gämsen beobachten.

Der Gipfel des Slemenova Špica 1911 m
Der Gipfel des Slemenova Špica 1911 m
Der berühmte Blick zum Berg Jalovec (Bergspitze in der Mitte)
Der berühmte Blick zum Berg Jalovec (Bergspitze in der Mitte)
Eine kleine Schafherde unterhalb des Gipfels Slemenova Špica
Eine kleine Schafherde unterhalb des Gipfels
Kleine Alm unterhalb des Gipfels Slemenova Špica
Kleine Alm unterhalb des Gipfels Slemenova Špica
Wanderweg mit grandioser Aussicht
Wanderweg mit grandioser Aussicht
Das Wetter kann sich in den Bergen sehr schnell ändern
Das Wetter kann sich in den Bergen sehr schnell ändern

Das Grlo-Joch und durch die Felswand hüpfende Gämsen

Etwas kniffelig wurde der Abstieg durch das Grlo-Joch. Der Wanderweg durch die Schlucht und den großen Schotterhang war schwer zu erkennen. Der Schotterhang fing bei jedem Schritt an zu rutschen. Es war oft schwierig, Halt zu finden. An den steilen Felswänden hüpften zwei Gämsen hin und her und beförderten Steine nach unten. Bevor ich aus dieser Höhe einen Stein abbekomme, habe ich die Gämsen eine lange Zeit beobachtet. So leichtfüßig in der hohen steilen Wand! Der Schotterhang hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Es dauert bestimmt eine Stunde.

Eine mit Drahtseil gesicherte Stelle kam dann leider auch noch. Stand so nicht im Wanderführer. Ihr dürft nicht vergessen, ich komme vom Flachland 🙂 Bei mir gibt es nur kleine Hügel. Und das Drahtseil sowie der Abgrund war nicht so meins. Aber was sollte ich machen, bin ja in den Bergen. Also Zähne zusammenbeißen, am Drahtseil entlanghangeln und irgendwie runter. Nicht irgendwie, sondern recht konzentriert. Wollte ja auch heile unten wieder ankommen. Umkehren war keine Option, da es schon dämmerig wurde. Und in den Bergen wollte ich die Nacht nicht verbringen.

Etwas erleichtert war ich dann doch, als ich im halbdunklen endlich wieder Etwas erleichtert war ich dann doch, als ich im halbdunklen endlich wieder unten auf befestigten Wegen ankam. Ich versuche immer aus Wanderführern schwierige Stellen herauszufinden. Oft werden diese aber nicht erwähnt.

Abstieg durch das Grlo-Joch
Abstieg durch das Grlo-Joch
Zwei Gämsen in der großen Felswand
Zwei Gämsen in der großen Felswand
Leichtfüssig hüpften die Gämsen durch die Felswand
So leichtfüssig hüpften die Gämsen hin und her
Gämsen machen sich das Revier streitig
Gämsen machen sich das Revier streitig
Drahtseil gesicherte Stelle
Drahtseil gesicherte Stelle
Eine etwas schwierigere Passage – mit Drahtseil gesicherte Stelle
Eine etwas schwierigere Passage – mit Drahtseil gesicherte Stelle

Ich würde diese Tour auf jeden Fall wieder machen. Es war eine sehr abwechslungsreiche Tour mit etwa Überwindung. Zumindest für mich. Ein kleines Bergabenteuer mit einer Schlucht, die durchwandert werden muss, dem Wasserfall Črna, hohe senkrechte Felswände, tolle Aussichten, viele Gämsen, einen Schotterhang und eine Drahtseil gesicherte Stelle. Eine interessante Tour, die durchaus auch für nicht ganz so schwindelfreie Menschen zu machen ist.

Mein absolutes Highlight waren die Gämsen!

TOURDATEN

  • Tourlänge: 13,9 km
  • Region: Kranjska Gora, Slowenien
  • Aufstieg: 960 m
  • Parkplatz: Planica Nordic Centre (Skicenter mit Sprungschanze) in Ratece
  • Einkehr: Berghütte Dom V Tamarju. Adresse: Rateche 168 Agrarna Skupnost Ratece Planica, Ratece, Kranjska Gora, 4283 Slowenien. Vom Parkplatz am Skicenter sind es etwa 45 Minuten zu Fuss, bis zur Berghütte.
  • Wanderweg Besonderheit: Viele Tiersichtungen, Gämsen
  • Schwierigkeitsgrad: Mittelschwere Wanderung, unbedingt festes Schuhwerk! Eine Drahtseil gesicherte Stelle.

Die Weite des Engbertsdijksvenen

Eine Wanderung durch dass Engbertsdijksvenen ist ein besonderes Erlebnis. Ich liebe es, durch Moore zu wandern. Mich reizt einfach die etwas andere Landschaft. Wobei die Weite bei diesem Moor eine kleine Herausforderung für mich war. Normalerweise bin ich lieber auf kleinen, kurvigen, zugewachsenen und einsamen Pfaden unterwegs. Und der Wanderweg vom südlichen in den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen war recht lang und sehr geradlinig. Die Mitte des Moores ist nicht begehbar. Im Grunde genommen könnt ihr nur den südlichen und nördlichen Teil erkunden. Oder das Moor komplett umrunden. Wobei der Weg über die östliche Seite nur über ein sehr langes Stück Fahrradweg möglich ist.

Moorlandschaft im südlichen Teil des Engbertsdijksvenen
Der südliche Teil des Engbertsdijksvenen
Viele große Wasserflächen im Engbertsdijksvenen
Viele große Wasserflächen
Überall im Moor tanzt Wollgras im Wind
Überall im Moor tanzt Wollgras im Wind

Wasserflächen, Moorgebiete und Heidelandschaften

Das Hochmoor befindet sich in der niederländischen Provinz Overijssel, direkt an der Grenze zu Deutschland. Die abwechslungsreiche Landschaft besteht aus Torfwäldern, großen Wasserflächen, Torfgruben, Heideflächen sowie vielen Kanälen und Gräben. Das Engbertsdijksvenen ist mit einer Fläche von 1.000 ha sehr groß. Nur vereinzelt stehen mittig im Hochmoor ein paar Bäume. Der größere, nicht begehbare mittlere Teil ist eingezäunt. Die Vegetation wird von grasenden Kühen bzw. Jungbullen kurzgehalten. Wobei ich mich schon gefragt habe, was die Kühe dort fressen. Die Vegetation sah sehr karg aus. Da muss eine Kuh schon etwas mehr nach schmackhaftem Gras suchen 🙂

Baumlose Weite
Baumlose Weite
Auf dem Weg in den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen
Junge Bullen auf der großen eingezäunten Fläche
Junge Bullen auf der großen eingezäunten Fläche
Die Kühe fressen Setzlinge und bewahren so die Offenheit des Naturschutzgebietes
Die Kühe fressen Setzlinge und bewahren so die Offenheit des Naturschutzgebietes

Kein schattiges Plätzchen

Ich habe das Moor im April besucht. Zu dieser Zeit ist es noch nicht zu warm für eine ausgedehnte Tour. Das Wetter war perfekt. Sonne, etwas Wind und ein paar Wolken am Himmel, die sich auf den vielen Wasserflächen spiegelten. Perfekt, um einige beeindruckende Bilder zu machen. Im Engbertsdijksvenen gibt es so gut wie keinen Schatten. Nur am Anfang der Tour im südlichen Bereich geht es ein kleines Stück durch den schattigen Torfwald. Schon dort vielen mir die vielen weißen Wollgras-Büschel auf, die im Wind tanzten. Das Wollgras verteilte sich über das ganze Hochmoor.

Der nördliche Teil des Engbertsdijksvenen
Der nördliche Teil des Engbertsdijksvenen
Ein Erdwall im nördliche Teil des Engbertsdijksvenen
Ein Erdwall im nördliche Teil des Engbertsdijksvenen

Hochmoor-Renaturierung

In den Engbertsdijksvenen gibt es heute weniger verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren als zuvor. Das Hochmoor leidet unter Austrocknung und zu viel Stickstoff. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass genug Wasser im Engbertsdijksvenen vorhanden ist. Das Regenwasser muss zurückgehalten und der Grundwasserspiegel erhöht werden. Deshalb wurden einige Maßnahmen ergriffen, um das Hochmoor zu erhalten. Ende 2018 wurde angefangen, auf der Nord- und Ostseite Setzlinge, Büsche, Bäume und Birken zu entfernen. Junge Birken verbrauchen mehrere Hundert Liter Wasser am Tag. Danach wurden die Arbeiten auf ungefähr 767 Hektar ausgeweitet. Um das Wassermanagement zu verbessern, wurden Erdwalle/Torfdämme repariert. Die Verwallung verhindert, dass Regenwasser aus dem Gebiet wieder abfließt. Kleinere Bereiche der trockenen Heide wurden geschnitten und gemäht, um nährstoffreichen Boden zu entfernen. So haben die hoch spezialisierten Arten des Moores auf dem nährstoffarmen Böden wieder eine Chance, sich auszubreiten. Bis zum Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Vielleicht werden dann auch wieder mehr Wege zugänglich sein.

Tiere im Engbertsdijksvenen

Im Moor ist eine Vielzahl an Tieren zu beobachten: Schnepfe, Würger, Pieper, Sperber, Graugänse und Falke. Im Frühling und Sommer sind viele Singvögel zu sehen, wie Blaukehlchen, Rotkehlchen, Schwarzhalstaucher, Pirol und Gelbhammer. Unter den Amphibien und Reptilien könnt ihr Moor- und Laubfrösche, vivipare Eidechsen und Schlangen beobachten. Dieses Hochmoor ist für die Vipern ein Kerngebiet. In Wassernähe fliegen Libellen, Mücken und viele andere kleine Insekten. Es gibt viel zu entdecken!

Blick auf das Hochmoor, unterhalb der Beobachtungshütte
Blick auf das Hochmoor, unterhalb der Beobachtungshütte
Wanderweg durch den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen
Wanderweg durch den nördlichen Teil des Engbertsdijksvenen
Eine Sitzbank mit einem Loch für einen Baum
Ein Plätzchen für einen Baum 😉
Wassergraben im Engbertsdijksvenen
Wassergraben im Engbertsdijksvenen

Die zum Teil riesigen Moore in den Niederlanden sind landschaftlich ein Traum! Ich habe schon mehrere Moore durchwandert und war jedes Mal begeistert von diesen einzigartigen Gebieten.

Tourdaten

  • Tourlänge: Ca. 4 km im südlichen Engbertsdijksvenen. Umrundung des ganzen Engbertsdijksvenen um die 17 km. Im nördlichen Teil sind geschätzt, je nachdem wie die Wandertour geplant ist, bis zu die 8 km Länge möglich.
  • Region: Overijssel, Niederlande
  • Parkplatz im südlichen Teil: Oude Hoevenweg, 52°26‘40.3“N 6°40‘34.5“E
  • Schwierigkeitsgrad: Einfache Wanderung

Weiterer Wandertipp in den Niederlanden

Nationalpark De Maasduinen – Europas längste Flussdünenlandschaft

Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan von den National- oder Naturparks in den Niederlanden. Große kilometerweite Flächen zum Wandern, naturbelassen, viele Wander- und Fahrradwege, meistens autofrei. Natur pur, mit frei laufenden Ziegen, Kühen, Rindern, Schafen oder Großwild. Und ich habe bis jetzt bei meinen Wanderungen immer Tiere gesehen! Im Nationalpark De Maasduinen haben ich schon einige Wanderungen unternommen und war jedes Mal von der einzigartigen Landschaft begeistert.

Weitläufige und offene Landschaft
Weitläufige und offene Landschaft
Sandige Böden und viel Heide
Sandige Böden und viel Heide

Von Rhein und Maas geformt – Nationalpark De Maasduinen

Im Laufe der Jahrtausende haben Rhein und Maas Unmengen an Sand in die niederländische Provinz Limburg und an den Niederrhein transportiert und dort abgelagert. Wald, Moore, Wasserflächen, Heide und Flugsand – ein abwechslungsreicher Landstrich. Der Nationalpark De Maasduinen ist der längste Binnendünengürtel der Niederlande! Er schlängelt sich parallel zur Maas über 23 Kilometer von Nordwesten nach Südosten. Direkt hinter der deutschen Grenze zwischen Nimwegen und Venlo. Er hat eine Fläche von 45 km ² und hat eine Breite von nur 2 – 4 km.

Vielfältige Landschaft von rauer Schönheit
Vielfältige Landschaft von rauer Schönheit
Besenheide im Nationalpark De Maasduinen
Besenheide im Nationalpark De Maasduinen

Das Wandergebiet ist, wenn ihr aus dem Münsterland kommt, weiter nördlich oder dem Ruhrgebiet mit dem Auto noch gut zu erreichen. Die Anfahrt für mich dauerte ca. 1,5 Stunden. Aber es lohnt sich, da ich meistens mehrere Stunden einschließlich Fotopausen auf meinen Wanderungen unterwegs bin. Solche Touren sind für mich immer eine wunderbare Abwechslung zum Alltag. Und in so einer traumhaft schönen Natur – ein wahres Entschleunigungsprogramm. Zur Heideblüte muss, dass hier ein rosaroter Traum sein.

Ausgedehnte Tagestouren in atemberaubender Landschaft

Die Wege sind naturbelassen, sandig oder auch zugewachsen. Von schmalen Pfaden, die sich durch im Wind wiegende Gräser abgrenzen, bis zu breiteren Wegen. Fahrradwege kreuzen ab und zu die Wanderwege. Pausen auf den Holzbänken, die im Park verteilt sind, werden mit Ausblicken über die weitläufige Landschaft belohnt.

Eine Herde langhaariger Ziegen knabbern an Gräsern
Eine Herde langhaariger Ziegen knabbern an Gräsern
Die Ziegen knabbern auch an den Nadelhölzern
Auch an den Nadelhölzern wird geknabbert

Freilaufende Ziegen, Schottische Hochlandrinder und Schafe

Selten kommen mir Menschen entgegen. Dafür konnte ich, wie so oft in den National- und Naturparks in den Niederlanden, wieder einige Tiere beobachten. Die riesigen Flächen sind eingezäunt. Da die Flächen so groß sind und der Zaun nicht immer sichtbar ist, hatte ich, dass Gefühl, frei lebende Tiere zu beobachten. Stimmt ja auch irgendwie. Eine Herde langhaariger Ziegen knabberten am hohen Gras und reckten sich zu den grünen Blättern an den Baumästen hoch. Alle Tiere wirkten auf mich sehr ruhig und zufrieden. Wie in jedem Park in den Niederlanden: Abstand zu den Tieren halten! 25 Meter! Mir ist es auch schon auf einer Wanderung passiert, dass ich den Abstand zu den Tieren selber vergrößern musste. Eine kleine Herde Ziegen war sehr neugierig, kam zu mir und folgte mir mehrere Meter.

Wanderweg über sandigen Heideboden
Wanderweg über sandigen Heideboden
Besenheide und Moos
Besenheide und Moos
Wanderweg zum Aussichtsturm
Wanderweg zum Aussichtsturm
Aussichtsturm im Nationalpark De Maasduinen bei untergehender Sonne
Aussichtsturm im Nationalpark De Maasduinen bei untergehender Sonne

Blick von oben

Einen Aussichtsturm aus Holz gibt es hier auch. Von oben habt ihr einen grandiosen Ausblick über die weite Heidelandschaft. Auch auf die Schottischen Hochlandrinder, die sich im Gestrüpp der Heide gut verstecken können. Das braune Fell verschmolz regelrecht im wild wachsendem Gesträuch und der untergehenden Sonne. Einzelne Bäume auf freien Heideflächen und Totholz machen die Landschaft besonders reizvoll. Schöne Fotomotive findet ihr hier überall.

Blick vom Aussichtsturm über den Nationalpark De Maasduinen
Blick vom Aussichtsturm auf den Wanderweg
Schottische Hochlandrinder in der Heidelandschaft im Nationalpark De Maasduinen
Schottische Hochlandrinder
Auch Schafe laufen auf der riesigen Fläche im Nationalpark De Maasduinen
Auch Schafe laufen auf der riesigen Fläche

Ich kann diese Tour jedem empfehlen, der es ruhig mag, gerne Tiere beobachtet und viele Kilometer durch die Natur streifen möchte, ohne viel Menschentrubel.

Tourdaten

  • Tourlänge: 14,3 km
  • Region: Limburg, Niederlande
  • Parkplatz: Horsterbeekweg 14, Niederlande (Direkt an der Schlossruine Bleijenbeek bei Afferden gibt es ein paar wenige Stellplätze. Hierfür die Schotterstraße direkt neben der Ruine ein kurzes Stück fahren.
  • Was kostet der Park? Parken und Eintritt sind umsonst.
  • Schwierigkeitsgrad: Einfache Wanderung

Wandertour durch den Nationalpark De Maasduinen

Wanderparadies Millingerwaard – Natur pur

Ein Wander- und Naturhighlight für euch! Zumindest war und ist es immer noch eines für mich. Kilometerweit durch eine wunderschöne, weitgehend unberührte Natur wandern. Mit frei lebenden Konik-Pferden und Galloway-Rindern, die durch die weiten Grasflächen streifen, Bibern und vielen Wasservögeln. Die Millingerwaard ist auch ein geschätztes Winterquartier für die arktischen Wildgänse. Einem alten Fabrikgebäude und einem Weg, der entweder begehbar oder überschwemmt ist. Eine traumhafte Flusslandschaft von Rhein und Maas geformt.

Blick auf die großen Wasserflächen der Millingerwaard
Die Milingerwaard ist ein großes Naturschutzgebiet in den Niederlanden
Fluss- und Auenlandschaft in der Millingerwaard
Fluss- und Auenlandschaft

700 Hektar schönste Natur, mit vielen Wasserflächen

Der Rhein dient für dass große Naturschutzgebiet als natürliche Barriere auf der einen Seite. Kleine Sandstrände mit bunten Steinen säumen hier das Gebiet. Fast wie am Meer! Große Schiffe fahren vorbei. Die Gräser wiegen sich im Wind. Die anderen Seiten der Millingerwaard sind eingezäunt. Die Fläche ist ausreichend groß für kilometerlange Wanderungen ohne Autolärm. In der Millingerwaard könnt ihr euch zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen. Für das Naturschutzgebiet müsst ihr keinen Eintritt zahlen und auch keine Parkgebühren. Parkplätze (direkt am Deich) sind ausreichend vorhanden. Ein wirklich lohnender Tagesausflug direkt an der deutschen Grenze.

Konik-Pferde grasen an den Wasserflächen in der Millingerwaard
Konik-Pferde grasen an den Wasserflächen
Ein Konik knabbert an einem Grashalm
Das Konik ist ein sehr robustes Pony das zur Erhaltung des Naturschutzgebietes beiträgt

Konik-Pferde und Galloway-Rinder beobachten

Die ganzjährig frei lebenden Wildpferde und Rinder durchstreifen das weitläufige Gelände. Ich habe auf meiner Wanderung mehrere Koniks und Galloways gesehen. Die Konik-Pferde sind nicht wirklich ängstlich und laufen auch nicht vor den Menschen weg. Sie wirkten aber auch nicht wirklich interessiert an den Menschen. So hatte ich das Glück, dass eine kleine Herde Junghengste meinen Weg kreuzte. Ich denke, es ist unmöglich, dort keine Tiere zu sehen. Auch am Eingang zum Naturschutzgebiet grasten zwei Konik-Pferde. Die Galloways waren gut verteilt, auf den großen Gras- und Wasserflächen anzutreffen. Oft liegend und recht versteckt im tiefen Gras. Davon habe ich wirklich viele gesehen und auch einen großen Abstand zu einem kleineren Bullen gehalten. Das Tier beobachtete mich, aber blieb am Wasser stehen. Ich weiß ja nicht, wie die Tiere reagieren können. Zu den Tieren sollte ein Abstand von 25 m gehalten werden. Wie in allen anderen Naturschutzgebieten oder Nationalparks der Niederlande. Hunde müssen angeleint werden. Viele Biber sollen hier auch wieder leben. Leider habe ich keine gesehen.

Eine kleine Herde von Junghengsten
Freilebende Konik-Pferde streifen durch die Millingerwaard
Die Konik Junghengste laufen in der Millingerwaard frei herum
Eine Herde Koniks
Der Schweif eines Koniks ist voller Kletten
Ein Wildpferd kreutzt den Wanderweg
Ein junger Hengst trabt seiner Herde hinterher
Der junge Hengst läuft seiner Herde nach
Ein junger Bulle steht an einer Wasserfläche in der Millingerwaard
Junger Galloway-Bulle
Eine Galloway-Rinder Herde am Rande einer Wasserfläche
Galloway-Rinder Herde

Fahrrad- und Wanderweg unter Wasser

Es gibt viele kleine und schmale Wanderwege, die nicht für Fahrradfahrer geeignet sind. Wenn es länger geregnet hat, können die Wege schon recht matschig werden. Ich habe hier so manchen Wanderer mit Gummistiefeln laufen gesehen. Die Flusslandschaft ist wirklich abwechslungsreich. Weiden mit hohen Gräsern umranden kleinere Tümpel. Breitere Wanderwege führen durch große Wasserflächen. Einen Wander- Fahrradweg fand ich besonders interessant. Der soll laut einem Einheimischen, der mit seinem Fahrrad bei mir halt gemacht hat, sehr oft komplett überschwemmt sein. So, dass, wenn man die große Runde mit dem Fahrrad fährt oder die Strecke wandert, notgedrungen wieder umkehren muss. Der Weg war schon leicht überflutet. Gut, dass ich wasserdichte Schuhe an hatte. Der Niederländer meinte „Morgen ist der Weg nicht mehr begehbar. Ich bin hier regelmäßig und musste schon öfters wieder umkehren“. An diesem Tag hatte ich also Glück. Ich denke, es hat auch etwas mit dem Wasserstand des angrenzenden Rheins zu tun.

Dieser Fahrrad- und Wanderweg in der Millingerwaard, steht regelmäßig unter Wasser
Fahrrad- und Wanderweg der regelmäßig unter Wasser steht
Der leicht überschwemmte Fahrrad- und Wanderweg ist nur mit wasserfesten Schuhen begehbar
Der Weg ist schon leicht überschwemmt
Leerstehendes Fabrikgebäude in der Millingerwaard
Leerstehendes Fabrikgebäude das nicht betreten werden kann

Millinger Theetuin (Teegarten)

Mitten im Naturschutzgebiet gibt es auch einen Teegarten, der nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Hier könnt ihr Frühstück, Lunch und Abendessen genießen oder einen klassischen „High Tea“. Der Millinger Teegarten ist vom Ende März bis Ende Oktober täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Teegarten ist leider nicht für Rollstuhlfahrer zu erreichen.

Sonnenuntergang in der Millingerwaard
Sonnenuntergang in der Millingerwaard

Tourdaten

  • Tourlänge: 11 km
  • Region: Millingen am Rhein, Niederlande
  • Parkplatz: Botsestraat 100, 6579 JC Kekerdom, Niederlande
  • Schwierigkeitsgrad: Einfache Wanderung

Weitere Informationen

www.millingerteegarten.de