AM WASSER, Deutschland, In den Bergen, UNTERWEGS IN
Schreibe einen Kommentar

Hinanger Wasserfälle im Oberallgäu – eine Wandertour, die auch bei schlechtem Wetter sehenswert ist

HInter dem Hinanger Wasserfall

Aktualisiert am 22. August 2021 von Lichtwolken

Was macht man bei schlechtem Wetter, tief hängenden Wolken, Regen und trüben Aussichten? Wandern! Ja, genau, Wandern! Das geht auch ohne Sonnenschein. Es kann doch auch langweilig werden, immer blauer Himmel, eine leichte Brise und die wärmende Sonne auf der Haut. Ja, ok, ist auch ganz nett. Aber nicht heute und nicht auf dieser Tour. Auf dieser Tour wird es etwas nasser als sonst. Also mache ich das Beste daraus. Übrigens zeigt sich die Natur bei Nieselwetter auch von seiner schönsten Seite. Du musst nur genau hinschauen.

Fischen im Allgäu
Fischen im Allgäu

Von Fischen im Allgäu zu den Hinanger Wasserfällen

Für einen kurzen Urlaub bin ich ins wunderschöne Allgäu gefahren. Natürlich mit der Absicht, um mir die Berglandschaft und Natur anzusehen. Endlich wieder eine Tour in den Bergen! Auch wenn diese an diesem Tag nicht zu sehen waren. Tiefhängende Wolken verdeckten die schöne Bergkulisse. Das Oberallgäu ist ein Wanderparadies. Ich habe mir eine Unterkunft im kleinen beschaulichen Ort Fischen im Allgäu ausgesucht. Hier ist es etwas ruhiger als im bekannten Oberstdorf.

Bei schlechtem Wetter ist es natürlich nicht ratsam, eine Bergtour zu starten. Es ist einfach zu gefährlich. Die Wege zu rutschig. Deshalb zeige ich dir eine kleine Tour, die auch bei schlechtem Wetter machbar ist. Die Wege sind zwar immer noch rutschig, aber du kannst nicht an einem steilen Hang abstürzen.

Falls du jetzt in Fischen im Allgäu bist, die Umgebung etwas erkunden möchtest und evt. sogar noch das Wetter schlecht ist, dann ist die Tour optimal für dich 😉 Die Wanderung ist natürlich auch bei schönem Wetter wunderbar.

Die Iller ist ein 147 km langer Fluss
Die Iller ist ein 147 km langer Fluss

Wem vor oder nach der Tour der Magen knurrt und in Fischen im Allgäu etwas essen möchte, sollte früh genug einen Tisch reservieren!

Auf dieser Tour bin ich einfach drauf losgelaufen. Ohne große Planung einfach nur raus und die Landschaft erkunden. Ein großer Vorteil bei schlechtem Wetter, es sind wenige Menschen unterwegs. Im Allgäu selber ist schon relativ viel los. Zur Hauptsaison sowieso. In Fischen im Allgäu halten sich mehr Gäste als Einheimische auf. Fast jeder Einheimische bietet eine oder mehrere Ferienwohnungen an. Die ganze Region lebt vom Tourismus.

Ein bisschen lästig waren die Restaurantbesuche. Mir wurden von Gästen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, geraten, schon morgens einen Tisch für den Abend zu reservieren. Meine Gastgeberin hat das bestätigt. Ist nicht so meins, weil ich sehr spontan bin und der Tag anders enden kann als geplant. Meistens sogar sehr oft. Der Ort Fischen ist sehr klein und die zum Teil wenigen Tische, die sich draußen vor den Restaurants befinden, schnell reserviert. So mancher Gastwirt versucht dann doch noch irgendwie hungrige Gäste unterzubringen. Oft dann aber im Restaurant und nicht draußen. Im Sommer sitzt es sich draußen natürlich gemütlicher.

Da ich sehr gerne italienisch esse, kann ich das Restaurant La Grotta in Fischen empfehlen. Der Außenbereich ist sehr klein. Im Sommer also auf jeden Fall einen Tisch reservieren! Oder die Gastwirte nett anlächeln und um einen Tisch betteln 😉 Da mein Mann und ich uns nie lange im Restaurant aufhalten, haben wir den letzten Platz im Restaurant dankend angenommen.

Wasser von allen Seiten – neben, hinter und direkt unter den Hinanger Wasserfällen

Im Nieselregen geht es los durch den kleinen Ort Fischen im Allgäu. Bei schlechtem Wetter ist im Ort nur wenig los. Der Wandertour führt durch den Ort am Minigolfplatz vorbei durch einen kleinen Wald und dann entlang der Iller. Eigentlich ein schöner, klarer Fluss, der sich vom vielen Regen in einen braunen reißenden Strom verwandelt hat.

Bewohnerin von Hinang balanciert auf einem Zaun
Bewohnerin von Hinang balanciert auf einem Zaun
Der Regen hat der Glückskatze nichts ausgemacht
Der Regen hat der Glückskatze nichts ausgemacht

Vom kleinen idyllischen Ort Unterhalthofen geht es weiter nach Hinang und den gleichnamigen Wasserfällen, die Hinanger Wasserfälle. Klein, aber fein und nass. Der Wanderweg ist nur wenige Zentimeter vom tosenden Wasser, das durch das Flussbett des Hinanger Bachs fließt, entfernt. Über Treppen, Stege und Brücken geht es durch einen wunderschönen Tobel stetig bergauf zu den Wasserfällen. Der erste Wasserfall versprüht einen feinen Wasservorhang und kann von der Brücke aus bewundert werden.

Durch den Tobel am Hinanger Bach entlang
Durch den Tobel am Hinanger Bach entlang

Du überquerst die Brücke direkt neben dem Hinanger Wasserfall, der sich 12 Meter in die Tiefe stürzt. Irgendwie kam mir das wesentlich höher vor. Ein paar Meter weiter streckt sich eine Felswand senkrecht empor. Teilweise überhängend. Die Wasserfälle fallen über die lange Felskante. Da es sowieso den ganzen Tag geregnet hat, machte mir das bisschen Wasser von den Hinanger Wasserfällen auch nichts mehr aus. Nass war ich sowieso schon. Der Wanderweg ist tatsächlich direkt unter einen Wasserfall. Zum Glück kam dort nicht so viel Wasser von oben runter. Der Regenschirm war trotzdem sehr hilfreich. Wieder ein paar Meter weiter geht es hinter einem Wasserfall her. Ich bin mir nicht sicher, ob die beiden kleineren Wasserfälle in regenärmeren Zeiten auch zu sehen sind.

Brücke am ersten Hinanger Wasserfall, mit einer Fallhöhe von 12 m
Brücke am ersten Hinanger Wasserfall, mit einer Fallhöhe von 12 m
Wanderweg am Felsen
Wanderweg am Felsen
Hier wird es etwas nass
Hier wird es etwas nass
Mit Regenschirm unter einem kleinen Wasserfall her
Mit Regenschirm unter einem kleinen Wasserfall her
Wanderweg hinter einem Wasserfall
Wanderweg hinter einem Wasserfall
Wanderweg mit überhängenden Felsen
Überhängende Felsen
Wanderweg am Felsen entlang
Wanderweg am Felsen entlang

Ich muss schon sagen, die Wasserfälle waren das Highlight auf dieser Wandertour. Der eigentliche Weg durch den Tobel zu den Wasserfällen ist nicht lang, aber auf jeden Fall sehenswert. Eintritt musst du nicht für die Besichtigung bezahlen. Vom Weg aus hast du noch einen tollen Ausblick auf die Hörnerkette und den Oberstdorfer Berge. Ich konnte leider nichts sehen. Es hat ja den ganzen Tag geregnet und kein einziger Berg wollte sich zeigen.

Wald im Nebel
Es hat den ganzen Tag geregnet

Über Bergwiesen mit grasenden Allgäuer Kühen

Nach den Hinanger Wasserfällen und durch ein kleines Wäldchen geht es mitten über eine große Wiese mit waschechten Allgäuer Kühen. Die Wiesen können bei nassem Wetter an einigen Stellen schon etwas schlammig sein. Schnüre dir wasserfeste Schuhe an die Füße. Imprägnieren ab und zu nicht vergessen. Da bin ich leider doch etwas nachlässig. Und das merke und fühle ich dann natürlich blöderweise immer wieder auf so einer Wandertour.

Zu den Kühen solltest du immer Abstand halten! Mir ist bis jetzt noch nichts passiert, aber vor den Kuhwiesen weisen meistens Schilder auf dein korrektes Verhalten gegenüber den Tieren hin.

Tiefhängende Wolken verdecken die Bergkulisse
Tiefhängende Wolken verdecken die Bergkulisse
Der Wanderweg führt mitten über eine riesige Wiese mit Kühen
Der Wanderweg führt mitten über eine riesige Wiese mit Kühen

Einige Abschnitte führen durch Wald, was bei Regen sehr angenehm ist. Im Großen und Ganzen ist diese Tour sehr einfach nachzuwandern. Einige verwurzelte Wege sind bei Regen etwas rutschig und die Wiesen können teilweise etwas schlammig sein. Aber bei schlechtem Wetter auf jeden Fall machbar. Du kannst hier nicht abstürzen, es sind einfache, begehbare Wege mit einer leichten Steigung oder Gefälle. Schwindelfrei musst du für diese Wandertour auch nicht sein.

Die Wurzeln sind bei Nässe rutschig
Die Wurzeln sind bei Nässe rutschig
Durch den veregneten Wald
Durch den veregneten Wald
Große Sterndolde
Große Sterndolde

Es folgen noch weitere Touren durch die wunderschönen Allgäuer Hochalpen. Mit besserem Wetter und murmeligen Tiersichtungen!

Falls du Fragen haben solltest, kannst du gerne fragen oder einen Kommentar schreiben.

Meine bessere Hälfte hat ein Video von dieser Tour erstellt. Schau doch einfach vorbei 😉

Tourdaten

  • Tourlänge: 12,3 km
  • Höhenmeter: 280 m
  • Region: Fischen im Allgäu, Oberallgäu, Bayern
  • Besonderheiten: Hinanger Wasserfälle
  • Schwierigkeit: leicht, festes Schuhwerk
  • Einkehr: Fischen im Allgäu, Hinang
  • Parken: Ich habe direkt vor der Ferienwohnung geparkt. Hilft dir jetzt nicht weiter, ich weiß 😉 Es gibt genug Parkmöglichkeiten in Fischen im Allgäu, allerdings nicht gratis. Es sei denn du hast eine Allgäu-Walser-Card. Mit dieser Karte kannst du allerdings nur bis zu zwei Stunden parken. Eigentlich ist das Parken überall in der Region eine kostspielige Sache. Parkgebühren bis zu 10 Euro sind keine Seltenheit. Und es wird regelmäßig kontrolliert! Durch die vielen Touristen in dieser Region sind Parkplätze in einigen Orten oder in der Nähe von Sehenswürdigkeiten echte Mangelware. Es gibt die Möglichkeit, über eine App Parkplätze zu bezahlen. Hätte ich besser machen sollen. So mancher Automat hat mir den letzten Nerv geraubt! 10 Euro in Münzen, nein Geldscheine hat der Automat nicht genommen!

Unterkünfte finden

Hier habe ich meine Unterkunft gefunden: https://www.hoernerdoerfer.de/fischen

Kommentar verfassen