Slowenien, UNTERWEGS IN
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Bergwanderung von der Planina Kuhinja zum Jezero v Lužnici

Endlich wieder Berge! Da ich auf der Suche nach schönen Bergseen für meine Fotos war, habe ich mir den kleinen Bergsee Jezero v Lužnici als Ziel vorgenommen. Auf einer App habe ich zuvor den Weg berechnet. Der Bergsee liegt in 1801 m Höhe. Das Wetter war wolkenverhangen, für mich dann aber doch optimal bei meiner hellen Haut. Da der Wanderweg über die baumlosen Almen, über steinige Wege, bis hoch auf 1860 m führt und das ohne ein Fleckchen Schatten. Im Juli ist es sehr warm in Slowenien um zu Wandern. Auf den Almen geht es los im T-Shirt, weiter oben mit Jacke.

Anfahrt

Von Kobarid aus über die Napoleon Brücke und durch die kleinen Orte Ladra, Smast, Libušnje und Vrsno schraubt sich die sehr schmale Straße immer weiter hoch zu dem kleinen Ort Krn. Von dort aus geht es weiter zum Parkplatz unterhalb der Planina (Alm) Kuhinja. Hier gibt es den ersten schönen Ausblick über die weitläufigen Almen zu den Berggipfeln Krn (2244 m), Batognica (2164 m) und Škofič (2012 m).

Blick von Vrsno über das Soča Tal.

Harpfe, wird in Slowenien Kozolec oder Toplar genannt und ist zum Trocknen für Heu und Gertreide, dass über die waagerechten Bretter gelegt wird.

Vom Parkplatz geht eine geteerte schmale Straße hoch bis zur Planina Leskovca, die etwas später in eine Schotterpiste übergeht. Mich umschwirrten mehrere nervige Fliegen. Bei den vielen Kuhfladen wohl ein Paradies für Puck die Stubenfliege samt Freunden. An den steileren Hängen wurde es dann besser, hier war weit und breit keine Kuh unterwegs ;-). Dafür muss der schmale Trampelpfad dann aber zum Teil akribisch gesucht werden – alles zugewachsen. Und der Weg war zum Teil so schmal, ich musste den einen Fuss direkt vor den anderen setzen.

Weg über die Planina-Leskovca zum Jezero v Lužnici.

Südflanke des Krn-Massivs, ganz links etwas verdeckt der Gipfel des Krn, rechts daneben der Batognica, unten links die Planina Leskova.

Blick über die Almen vor dem Krn Gebirgsmassiv.

Weiter oben geht es durch ein enges steiniges Kar. Hier flogen viele Alpenkrähen und ich habe meine ersten Murmeltiere gesehen. Bei dem ersten dachte ich noch an einen Hasen, aber die langen Ohren fehlten und ich war auf eine Höhe von ca. 1700 m, zu hoch für Hasen. Es musste also eine Murmeltier sein. Das zweite Tier ist nach einem hohen Pfeifton, um die anderen zu warnen, weggerannt. Der Gang sah richtig drollig aus. Die Murmeltiere sind ja etwas molliger. Beide waren zu schnell um ein Foto zu machen. Auf 1801 m Höhe erreichte ich den kleinen Bergsee Jezero v Lužnici. Ich habe die Wolken beobachtet, die schnell durch das Gebirge zogen. Einmal war es wolkenverhangen, ein paar Minuten später wolkenfrei. Ich hatte Glück es kamen nur ein paar Tropfen Regen runter. Die heranziehenden Regenwolken waren ein tolles Motiv für ein Foto.

Der Wanderweg (unten Mitte) führt in das Kar, hinten ist der Fluss Soča zu sehen.

Wanderweg (Schlangenlinie links, weiter unten) durch das steinige Kar – Murmeltierland.

Der kleine Bergsee Jezero v Lužnici.

Heranziehender Regen, vom Jezero v Lužnici fotografiert.

Überreste aus dem Ersten Weltkrieg

Ich habe den kleinen Bergsee umrundet und viele verrostete Teile aus dem Ersten Weltkrieg gefunden. In den Isonzoschlachten wurden zwölf blutige Auseinandersetzungen zwischen Italien und Österreich-Ungarn geführt. Die Schlachten wurden nach dem Fluss Isonzo benannt, slowenisch Soča. Viele Wanderwege und Klettersteige wurden damals von russischen Kriegsgefangenen angelegt. Hier oben in den Bergen sollen auch noch Knochen zu finden sein, die sich in den Höhen gut erhalten haben. Die Spitze des Krn wurde damals im Krieg weggesprengt. Der Berg wäre eigentlich ein paar Meter höher. Es ist schon unglaublich dass hier oben in diesem schwierigen Gelände solche Schlachten ausgetragen wurden. Für mich unvorstellbar. Einen Tag später habe ich mir das Kriegsmuseum Karfreit in Kobarid angesehen um noch mehr über die Isonzoschlachten zu erfahren. Sehr interessant und zugleich erschreckend.

Der gelbe Eisenhut blüht von Juni bis August

Da ich im Bergwandern noch eine Anfängerin bin, ging es den selben Weg zurück. Das nächste Mal werde ich dann hoffentlich die große Runde gehen. Vom Parkplatz unterhalb der Planina Kuhinja, weiter zur Planina Leskovca, hoch in das Kar, zum See Jezero v Lužnici, durch Schuttfelder zum Sattel Prag, auf dem Militärweg durch die Nordflanke der Batognica zur Krn Scharte, bis zum Gipfel. Kurz unterhalb des Gipfels kann man in der Gomiščkovo zavetišče na Krnu (Krn Hütte), 2182 m einkehren. Die Krn Hütte war damals die italienische Militärunterkunft aus dem ersten Weltkrieg. Von dort geht der Abstieg durch die Südflanke des Krn zurück zum Parkplatz. Die „reine Gehzeit“ für die große Runde beträgt 7 Stunden. Von daher denke ich dass die Runde in 10 Stunden mit Foto- und Verschnaufpausen zu schaffen ist.

Von der Gegenüberliegenden Seite des Krn, 18 km von Bovec entfernt, am Ende des Lepena-Tals, kann eine Wanderung zum größten Hochgebirgssee, dem Krn-See und dem kleineren Duplje-See unternommen werden.

Der Wanderweg führt rechts oberhalb des Jezero v Lužnici zum Sattel Prag.

Meine Wandertour zum Jezero v Lužnici

Hast du Fragen zur Wandertour oder Anregungen? Oder kennst du weitere schöne Wanderungen in Slowenien? Dann schreib mir doch einfach 🙂 Ich freue mich auf deine Ideen oder Wandertouren die ich im nächsten Slowenien Urlaub machen kann.

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